United Airlines hat sich mit dem Mann geeinigt, der brutal aus einem Flugzeug gezerrt wurde

Wie viel Geld David Dao nun von der Fluggesellschaft bekommt, ist jedoch nicht bekannt.
28.4.17

Linkes Foto: Jayse D. Anspach | Twitter; rechtes Foto: Tomás Del Coro | Flickr | CC BY-SA 2.0

Gestern hat United Airlines einen großen Schritt nach vorne gemacht und das PR-Desaster der vergangenen drei Wochen zumindest ein bisschen wiedergutgemacht. Die Fluglinie ist mit David Dao nämlich zu einer außergerichtlichen Einigung gekommen. Wir erinnern uns: Dao ist der Mann, den Security-Mitarbeiter Anfang des Monats gegen seinen Willen brutal aus einer United-Airlines-Maschine geschliffen haben.

Wie Daos Anwälte verlauten ließen, hatte ihr Klient nach der Androhung von rechtlichen Schritten eine Einigung mit dem Unternehmen erzielt. Wie viel Geld er nun bekommt, wurde nicht gesagt. Das berichtet die New York Times. Bei dem Zwischenfall im Flugzeug zog sich Dao eine gebrochene Nase, mehrere ausgeschlagene Zähne sowie eine Gehirnerschütterung zu. Drei Security-Mitarbeiter zogen den Arzt gewaltsam aus seinem Sitz und dann den Gang entlang aus der Maschine. Der Arzt hatte sich geweigert, seinen Platz freiwillig für einen United-Airlines-Mitarbeiter zu räumen, weil er laut eigener Aussage zu Patienten musste.

"United hat die volle Verantwortung für die Geschehnisse von Flug 3411 übernommen und dabei nicht versucht, die Schuld auf andere abzuladen – auch nicht auf die Stadt Chicago", sagte Daos Anwalt Thomas A. Demetrio. "Dieser Schritt ist United hoch anzurechnen."

Vor der Verkündung der Einigung veröffentlichte United Airlines außerdem eine aktualisierte Liste von Vorgehensweisen, die auf der Untersuchung des Dao-Zwischenfalls basiert. Wenn in Zukunft ein United-Flug komplett ausgebucht ist, dann wird die Fluggesellschaft zuerst den letzten zahlenden Passagier bitten, seinen Platz zu räumen. Außerdem werden Behinderte, Kinder ohne Begleitung eines Erwachsenen und Passagiere, die schon auf ihren Plätzen sitzen, nicht mehr darum gebeten, das Flugzeug zu verlassen. Und sollte ein Flug überbucht sein, dann bietet United nun bis zu 10.000 Dollar für eine Umbuchung. Dieses Verfahren will die Fluglinie aber nur noch so selten wie möglich anwenden.

United-Airlines-Pressesprecher Charles Hobert bestätigte die Nachricht der Einigung und sagte gegenüber der Times: "Wir freuen uns, dass United und David Dao bezüglich des unglücklichen Zwischenfalls an Bord von Flug 3411 eine außergerichtliche Lösung gefunden haben. Nun werden wir die angekündigten Verbesserungen umsetzen, die unsere Kunden in den Fokus unseres Handelns rücken."

Folge VICE auf Facebook, Instagram und Snapchat.