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Sex

"Ich liebe dich" sagen sorgt laut Wissenschaft für besseren Sex

Als ob du am Valentinstag Karten und Geschenke bräuchtest! Sag einfach beim Sex die drei magischen Worte.

von Joel Golby
10 Februar 2016, 1:13pm

Unter dem Suchbegriff "Liebe" gab es diese zwei Esel. Sorry, ich fand sie süß | Foto: Klearchos Kapoutsis | Flickr | CC BY 2.0

Als ein Lederriemen sich um deine Kehle zuschnürt und deine Beine – mit einem komplexen System von Flaschenzügen und Ketten an deine Schultern gefesselt – beginnen, sich anzuspannen und zu verkrampfen, und das Blut sich in deinen Genitalien und deinem Gehirn sammelt, und als du in einem letzten, jede Zelle erschütternden Orgasmus bebst, krächzst du: Ich liebe dich.

Als Wachs von deinen Nippeln tropft und auf deinen Schenkeln abkühlt, als es brennt und sich verhärtet und dein weiches, zartes Fleisch mit köstlicher Gänsehaut überzieht, näherst du dich der Ekstase und hechelst: Ich liebe dich.

Als unsichtbare Hände dich in der Dunkelheit peitschen, während deine Gliedmaßen jeweils an einen Bettpfosten gefesselt sind, und dein Körper nicht mehr deiner ist, sondern nur aus Kratzern und sich langsam verdunkelnden blauen Flecken und dem stechenden Schmerz der Peitsche besteht, rufst du der Person, die dich verletzt und beglückt zu: Ich liebe dich.

Als du einen herrlichen Atemzug machst, nachdem die Hände um deinen Hals losgelassen haben und die Kapuze dir vom Kopf gezogen wurde und dir klar wird, dass dieses glitschig-klebrige Gefühl das Gleitmittel an deinem ganzen Körper ist, und als du dir ansiehst, wie schmutzig und ungezogen du jetzt bist, blickst du hoch ins Licht und sagst: Ich liebe dich.

Als du einen Schluck Wasser trinkst, weil jegliche Flüssigkeit in einer großen Welle aus deinem Körper geschwappt ist, flüsterst du: Ich liebe dich.


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Jedenfalls gibt es jetzt Nachrichten, die wie geschaffen für den Valentinstag sind! Es hat sich herausgestellt, dass "Ich liebe dich" sagen, oder im Bett über Liebe und all den Kram reden, auf lange Sicht erotischer ist als hübsche Dessous oder einfach nur Vorspiel. Steht hier.

Die Studie der Chapman University hat die Sex-Gewohnheiten von 39.000 verheirateten Paaren und zusammenlebenden heterosexuellen Erwachsenen untersucht, die allesamt seit mindestens drei Jahren zusammen waren. Dieser Ausschnitt der Bevölkerung enthält vermutlich nicht die freakigsten Leute, die es gibt. Das sind "Danke, nur Leitungswasser bitte"-Leute. Das sind Leute, deren Orgasmen wie eine Stulle mit nur ein bisschen Margarine drauf sind. Die Licht-Ausschalter und Vorhang-Zuzieher unter den sexuell aktiven Menschen dieser Welt.

Es hat sich also rausgestellt, dass die zufriedensten Menschen diejenigen waren, die regelmäßig intim wurden, wobei 75 Prozent der zufriedenen Männer und 74 Prozent der zufriedenen Frauen zu den Leuten gehörten, die regelmäßig beim Sex "Ich liebe dich" sagen oder liebevoll über Liebe reden. Und die wahrscheinlich gleich "Außerdem löffle ich lieber, als richtigen Geschlechtsverkehr zu haben" hinterhergeschickt haben. Die wahrscheinlich früh aufstehen, um auf den Bauernmarkt zu gehen. Die sich ein kleines bisschen wünschen, vor Hundert Jahren zu leben. Die kleine Tupperboxen mit Nüssen und Körnern in die Arbeit mitnehmen, damit sie nicht schwach werden und sich einen Schokoriegel reinziehen.

Allerdings wurde dieser Satz außerdem auch von 49 Prozent der unzufriedenen Männer und 44 Prozent der unzufriedenen Frauen gesagt, vielleicht ist die wahre Liebe also auch nur eine Lüge.

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"Fast die Hälfte aller zufriedenen und unzufriedenen Paare lesen Sex-Ratgeber in Buch- und Artikelform, doch die sexuell zufriedenen Paare unterscheiden sich insofern von den anderen, als dass sie einige der Ideen auch wirklich umsetzen", sagt der Hauptautor der Studie, Dr. David Frederick. Die Studie hat außerdem auch noch festgestellt, das 83 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen während der ersten sechs Monate ihrer Beziehung sexuell zufrieden waren, und dass Leute, die im Laufe des Tages eine kleine ungezogene Sext-Nachricht schickten, später mehr Spaß miteinander hatten. Sexuelle Abwechslung war auch wichtig für die allgemeine Zufriedenheit, doch die Analysten konnten nicht wirklich feststellen, welche sexuellen Spielarten der langfristigen Zufriedenheit am zuträglichsten sind: "Beweise für die Effektivität bestimmter Formen der Abwechslung, wie etwa gemeinsames Duschen, Dessous oder Sexspielzeug, sind mangelhaft." Ich schätze, ihr müsst also ein bisschen rumprobieren.

Ein großes Dankeschön also an die Wissenschaft, denn nun wisst ihr Folgendes: Wenn ihr vorhabt, am Valentinstag elektrisierende, erdbebenartige Orgasmen zu haben, solltet ihr nicht mit einem Dildo oder einem Mehrpack intensiv wärmender Gleitgels oder Fesseln oder total grässlichen DVDs, auf denen jemand gevögelt wird, auftauchen. Sagt stattdessen einfach die magischen drei Worte, kurz bevor ihr sechs Minuten nach Beginn eurer Session bellend und jauchzend kommt. Lasst es euch gutgehen, ihr Lieben.

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