Ich bin über Tinder in die BDSM-Szene gerutscht – und habe da total versagt

„Beim Anblick der Nippelklemmen wird mir schlecht. Und gleichzeitig packt mich der Ehrgeiz."

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16 September 2015, 12:20pm

Titelfoto: Die Autorin in ihrem BDSM-Outfit

„Ich war ja schon ein bisschen enttäuscht, dass du Reizstrom rausgestrichen hast aus dem Code", sagt mein Schweizer Tinder-Dom. Es ist unser erstes Treffen. Er steht auf, stellt sich hinter mich und legt mir ein schwarzes Lederhalsband mit silbernem Ring an. Er schnallt es so fest, dass ich mich frage, ob ich die Tagliatelle noch essen kann, die ich gerade bestellt habe. Es ist Samstag, 14 Uhr. Wir sitzen bei einem Italiener am Münchner Goetheplatz. Er mit Jeans und Sakko, ich mit hohen Ankle-Boots, schwarzem Etuikleid—und Halsband.

Vor einiger Zeit habe ich mich intensiv mit BDSM beschäftigt. Theoretisch. Mich reizt die Idee, mich zu unterwerfen, die Kontrolle abzugeben. Ich bekomme ein Kribbeln im Bauch, wenn ich mir vorstelle, gewohnte moralische Prinzipien für eine Zeit hinter mir zu lassen und einen Raum zu betreten, in dem zwar Respekt herrscht, aber eben auch krasse Hierarchie und blanke Brutalität. Vor allem drei Worte haben es mir angetan: den Schmerz erotisieren. Bis jetzt fehlte mir allerdings der Mut, es auszuprobieren. Könnte ich es überhaupt aushalten? Physisch? Psychisch?

Das Vorspiel

Eines Tages streckte mir dann auf Tinder ein kopfloser Mann in schwarzem Hemd einen Gagball entgegen. Bild und Beschreibung machten einen anständigen Eindruck. Ich dachte mir, hey, ein bisschen chatten ist harmlos, gab mir einen Ruck und wischte nach rechts. It was a match. Das ist nun zwei Monate her. Zwei Monate, in denen mein Stolz gegen den Wunsch ankämpfte, mich dominieren zu lassen. Zwei Monate, in denen ich mich anstrengte, eine gute Sub zu sein. Zwei Monate des Scheiterns.

Ich erzähle ihm sofort, dass ich ein unbeschriebenes Blatt bin, keine BDSM-Erfahrung, außer mal an den Haaren ziehen oder einen Klaps auf den Po. Nach ein paar Nachrichten fordert er mich auf, ihn „Herr" zu nennen. Wie bitte? Ich muss lachen. Aber gut. In den folgenden Wochen besprechen wir meine Bedenken. Er antwortet immer sofort und ausführlich. Ich vergesse nur ständig, ihn „Herr" zu nennen, manchmal ist es mir auch einfach zu blöd. Und dann kommt er zur Sache:

„Wie findest du denn den Gedanken, wenn du nackt und in Handschellen über meinen Knien liegst und den Hintern versohlt bekommst?"

„Ganz heiß eigentlich. Aber ich hätte Schiss, dass es schmerzt."

„Das kann ich ja gut steuern. ‚Herr' sagen nicht vergessen."

Der Gedanke an dieses Szenario lässt mich nicht mehr los. Am nächsten Tag habe ich ein anderes Tinder-Date. In der Vanilla-Lounge. Im Vergleich zu dem, was in meinem Kopf abgeht, ist es ausgesprochen langweilig. Danach schreibe ich meinem Dom, dass ich ihn treffen will.


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Er lädt mich sofort auf eine Party ein. Eine BDSM-Party, natürlich. Immerhin schlägt er vor, dass wir vorher etwas essen und mir ein Outfit kaufen gehen. Ich warne ihn, dass ich aus lauter Nervosität wohl ziemlich viel plappern werde.

„Kein Problem. Wenn du zu viel redest, kann ich dich ja knebeln."

Ich muss lachen. Wie pragmatisch. Dann schickt er mir einen Link zum Code, den ich ausfüllen soll, damit er über meine Grenzen Bescheid weiß. Ich vertraue ihm jetzt endgültig und verspreche ihm, alles zu geben, ihm eine gute Sub zu sein.

„Das erwarte ich, Kleines."

Der Shop

Er bezahlt unser Essen, und wir brechen auf. Auf dem Weg zum Shop spüre ich, wie mir das Halsband in die Haut schneidet. Es fühlt sich nicht schlecht an, aber ich bete, dass wir niemandem aus meinem normalen Leben begegnen. Er fragt, was ich ausprobieren möchte. „Ich lasse mich überraschen, Herr." Face-to-face fühlt es sich noch komischer an, ihn so anzureden. „Nein, Kleines, das ist sehr vanilla. Dass der eine wie durch Magie die Wünsche des anderen erkennen soll. Du musst schon kommunizieren." Ich werde rot und stammle: „Fesseln, Spanking, Augen verbinden. Sowas." Mein Blick wandert zu Boden. „OK", sagt er. „Süß, wie schüchtern du bist." Es wird nicht der letzte Satz bleiben, den ich an diesem Tag zum ersten Mal höre.

Im Shop begrüßt mich eine hübsche Brünette mit künstlichen Wimpern und Nieten an den Stiefeln. „Wie kann ich dir helfen, Süße?" Ich bin ihr unfassbar dankbar für diese Frage. Allein würde ich mich hier nicht zurecht finden. „Nun, bei deinen Brüsten stelle ich mir ein Korsett schön vor." Das gefällt mir. Sie sucht mir eines aus Satin heraus und geht mit mir die paar Stufen hoch zur Umkleide. Mein Dom setzt sich auf einen Sessel und beobachtet mich dabei, wie ich mein Kleid ausziehe, und meinen BH. Er betrachtet meine Brüste und grinst. Was er sich wohl gerade vorstellt?

Sie hakt die Ösen meines Korsetts ein und beginnt zu schnüren. „Halt dich fest." Ich tue, wie geheißen, und fliege zwischendurch trotzdem fast hin. Die Frau hat Kraft. Alles an meinem Oberkörper wird zusammengequetscht. Ich komme mir vor wie Rose in Titanic. Als sie fertig ist, kann ich kaum atmen. Langsam drehe ich mich um. Er mag es. Ich auch.

Dazu wähle ich einen Latexrock, der vorne kurz und hinten lang ist. „Sie braucht Schuhe", sagt er. Sie stellt mir schwarze Peeptoes hin. Ich betrachte sie skeptisch. „Wie hoch sind die?" „Ach, nicht so hoch, Süße. 14 Zentimeter." Ich trage so gut wie nie hohe Schuhe und beim Gedanken an einen kompletten Abend in 14 Zentimetern muss ich wieder lachen. Die beiden gucken mich irritiert an. Ich reiße mich zusammen, schlüpfe hinein und tipple zum Spiegel.

Ich betrachte die Frau darin, weiß nicht genau, wer das ist, aber finde, dass sie gut aussieht. „Sind wir happy?", fragt mein Dom. „Ja", antworte ich. Ich ziehe mich wieder um und wir gehen zur Kasse. „Das macht 347,70 Euro", sagt die Brünette. Er zückt vier Hundert-Euro-Scheine aus seinem Portemonnaie, nimmt die Tüte in die eine Hand, fasst mit der anderen nach meiner und wir verlassen den Laden. „So Kleines, jetzt fahren wir ins Hotel."

Im Auto fragt er mich, wie's mir geht. „Gut, danke." Er kneift mir hart in den Oberschenkel. Es ist das erst Mal, dass er mir weh tut. Ich erschrecke mich vor dem Schmerz, schreie kurz auf und zucke weg. „Wie heißt das?" „Gut, Herr. Aua." „Du bist zu frech. Aber das treibe ich dir schon noch aus." Mit einer Mischung aus Panik und Vorfreude gucke ich aus dem Fenster. München zieht an mir vorbei. Die Stadt sieht aus wie immer. In mir hat sich gerade etwas verändert.

Das Training

Im Hotelzimmer sagt er, dass er noch mal kurz zum Auto geht. „Du wartest hier." Ich wasche mir die Hände, nehme mein Telefon und haue mich aufs Sofa. Ich checke meine Mails und schreibe diversen Freundinnen, dass alles OK ist. Als er wieder reinkommt, liegt Zorn in seinem Blick. „Du solltest warten, das heißt natürlich auf den Knien!" Das konnte ich ja nicht ahnen. Er kommt auf mich zu, verpasst mir eine Ohrfeige und zeigt auf den Boden. Ich gehorche und sinke auf die Knie.

Aus mir unerfindlichen Gründen muss ich grinsen. Meine Wange pocht, aber ich platze vor Neugierde auf das, was jetzt kommt. Er setzt sich vor mich aufs Sofa, reißt meine Brüste aus dem tiefen Ausschnitt meines Kleides und fängt an, sie zu schlagen. Er kneift meine Brustwarzen. Es tut furchtbar weh. Mir schießen die Tränen in die Augen und ich lege meine Stirn in Falten. Seine Stimme wird sanft: „Hey Kleines, guck nicht so sorgenvoll. Es ist alles in deinem Köpfchen. Nur in deinem Köpfchen. Lächle, genieß es."

Mir ist schleierhaft, wie das gehen soll, aber ich hatte versprochen, alles zu geben. Den Schmerz erotisieren. Mein Mantra des Tages. Er steht auf und holt Nippelklemmen. Mir wird schlecht, als ich sie sehe. Aber mich packt auch der Ehrgeiz. Ich überstehe die Tortur ganz gut. Außer, dass ich wieder lachen muss. Dieses Mal hat es was Hysterisches. „Du lachst noch immer? Warte."

Er greift nach einem kleinen Rohrstock aus weißem Kunststoff. Die ersten Hiebe gehen klar, aber er wird von Mal zu Mal fester. Dann kommt ein Schlag, mit dem ich nicht gerechnet habe. Ich höre kurz auf zu denken und fühle nichts als Brennen. Schmerz in Reinform. „What the fuck?!", höre ich mich ich rufen.

Ich bin nicht mehr bei Sinnen, ein bisschen wie betrunken, benebelt. Er zieht mich hoch, schmeißt mich aufs Bett, packt meine Handgelenke und presst sie hinter meinem Rücken in Handschellen, die in einem Stück angefertigt wurden. Sie sind zu klein, ist ihm egal. Meine Haut klemmt zwischen dem Metall, ist mir egal. Er setzt sich auf die Bettkante, packt mich und zieht mich auf seinen Schoß. Ich plumpse drauf. Uneleganter geht's nicht. Scheiß drauf. Er fängt an, mit seiner Hand auf meinen Hintern einzudreschen. Auch hier steigert er die Intensität. Irgendwann schreie und jammere ich nur noch. Er hört auf und streichelt meine Pobacken. Es fühlt sich gut an. Nach dieser Züchtigung wirkt es noch beruhigender als normale Zärtlichkeit. Ich fühle mich tatsächlich aufgehoben und geborgen.

Doch schon beim Gedanken an die nächste Episode bekomme ich Angst. „Ich kann nicht mehr, Herr." „Jetzt schon?" „Ja, Herr." „OK, dann machen wir eine Pause." Er befreit mich aus den Handschellen, legt sich hin, nimmt mich in seine Arme und macht den Fernseher an. Bei einem Sender, der Hits aus den 80ern spielt, hört er auf zu zappen. Es läuft „Nothing compares to you". Er greift meine Hand und legt sie auf seine Brust, ich kuschle mich an ihn. Dann schlafen wir beide ein.

Die Party

Ein paar Stunden später parkt er sein Auto in der Nähe der Party. Ich balanciere auf meinen 14 Zentimetern und versuche, sexy zu laufen. Es gelingt mir nicht. Kurz vorm Eingang legt er mir eine Leine an. Dann betreten wir eine Parallelwelt, die mich nachhaltig beeindrucken wird.

Leider das einzige Foto, das ich von dem Keller machen konnte

Die Party ist im Keller. Er zieht mich die Treppe herunter. Ich muss mich konzentrieren, um nicht hinzufallen. Mir begegnen gepflegte, herausgeputzte Menschen zwischen 25 und 60. Männer in hautengen, schwarzen Latexanzügen, Smoking oder auch mit Hemd, Hose und Korsett drüber. Die Frauen tragen dramatisches Make-up, Gummikleider, Korsetts mit Strapse oder einfach nur Strapse und Heels, die weitaus höher sind als meine. Alle lächeln mich an und grüßen freundlich. Es gibt mehrere Räume. Jeder von ihnen hat ein Thema.

Als Erstes betreten wir einen sterilen, mit Neonlicht beleuchteten, weiß gefliesten Raum mit gynäkologischen Stühlen und einer Toilette. Macht mich nicht so an. Dann gehen wir in ein Klassenzimmer aus den 50ern mit Holzbänken und -tischen. Darauf liegen kleine Schiefertafeln und DIN A5-Hefte, betitelt mit Ingeborg Kröger, Erdkunde oder Margret Wallmann, Naturkunde, die Seiten mit fein säuberlicher Schreibschrift versehen. An der Wand hängt ein Karte von Deutschland im Jahr 1890 und eine mit der Überschrift „Das biblische Europa". Vorne in der Mitte prangt ein Kruzifix. Ich bin hingerissen von so viel Detailverliebtheit. Auf dem Lehrerschreibtisch liegen Lineare und Rohrstöcke. Mein Dom nimmt sich ein Lineal und drückt mich am Rücken runter. Ich stütze mich auf den Tisch in der ersten Reihe, er zieht meinen Rock hoch und schlägt zu. Zack. Au. Zack. Aua. Zack. Auuuuuu. „Wie laut kann ich eigentlich schreien, Herr?" „So laut du willst. Je lauter du schreist, desto mehr Zuschauer haben wir." Das möchte ich vermeiden. Und leide nun stumm.

Danach muss ich zur Toilette. „Ich komme mit", sagt er. Ich stöckle voran. Er zieht an der Leine und sagt: „Du kannst doch hier nicht einfach vorlaufen, wie sieht denn das aus." Er hat ja Recht. Can't help it. Er zeigt auf eine Frau in brustfreiem Latexbody. „Guck dir mal diese Sub an, die ist gut erzogen." Ihr Kopf ist gebeugt, ihre Hände hinterm Rücken verschränkt. Ich tue das fortan auch. Das Laufen wird noch schwieriger.

Wir landen in einem kleinen, roten Raum mit Himmelbett und Spiegeln an der Decke. Ein Stück von einer der Wände entfernt verläuft eine weitere Wand aus Gitterstangen, hinter die man sich von der Seite aus quetschen kann. Eine Sub steht bereits dort, ich geselle mich neben sie und gucke aufs Bett. Dort spielt eine Domina mit ihrem Sub. Er ist mit beiden Händen ans Bett gefesselt, trägt eine Gasmaske und hat drei Klammern an den Hoden. Sie sitzt auf ihm und piekt ihre spitzen Absätze in seine Brustwarzen. Langsam. Er schreit. Sie holt eine Art Ledermantel für seinen Penis und schließt die drei Druckknöpfe. Er stöhnt. Der Sound zum Spektakel macht die Situation noch absurder: Es läuft „Who Can Say Where the Road Goes" von Enya. „Gefällt dir das?", fragt mein Dom durchs Gitter. Er wartet nicht auf meine Antwort. Stattdessen greift er mir zwischen die Beine. „Oh ja, das gefällt dir." Ich wundere mich über meine körperliche Reaktion.

Aber gleichzeitig killen mich meine Füße. Wir setzen uns an einen Tisch, essen Salzstangen und trinken Wasser. Wie fast alle hier. Nur ein paar Leute halten ein Glas Sekt in der Hand. Für den Rausch ist Alkohol hier nicht von Nöten. Ich halte züchtig die Knie zusammen. Er schlägt mir auf den Oberschenkel und sagt: „Öffne deine Beine." „Ich wollte nur brav sein, Herr." „Ja, eben." Er guckt sich im Raum um. „Und, fühlst du dich dazugehörig?" Ich antworte: „Ich fühle mich wohl, aber nicht dazugehörig." Dann sieht er mir direkt in die Augen: „Noch nicht dazugehörig, Kleines."

Ich bezweifle das aber langsam. Alle BDSMler, mit denen ich mich unterhalten habe, sprachen von einer Art Erweckungserlebnis. Einem Aha-Moment, in dem plötzlich alles klar war. In dem ihre Vorliebe plötzlich einen Namen hatte. Diese Welt fasziniert mich, aber ich habe dieses Erlebnis einfach nicht.

Zwischen dem Small-Talk rechts und links von uns ertönen plötzlich laute, leiderfüllte Schreie. Ich werde neugierig. „Können wir gucken gehen, Herr?" Er greift nach meiner Leine und wir gehen in einen Raum mit verschiedenen Käfigen und einem Andreaskreuz in der Mitte.

Eine Sub ist mit dem Bauch daran gefesselt. Ihr fülliger Po glüht bereits krebsrot. Hinter ihr steht ein Typ, der genauso aussieht, wie ich mir den jungen Marquis de Sade vorstelle. Er trägt einen Anzug mit Weste und Einstecktuch, an jedem Finger einen Siegelring und einen ruhigen, ernsten Gesichtsausdruck. Hinter ihm liegt sein Geigenkoffer mit Peitschen aller Art, daneben steht eine Rolle Zewa.

Der Marquis wirft seine schwarze, geflochtene Lederpeitsche nach hinten und lässt sie mit aller Kraft auf ihren Po sausen. Es zischt und klatscht. Er ist unerbittlich, gnadenlos. In kurzen, rhythmischen Abständen schlägt er zu. Seine Miene verändert sich dabei nicht. Sie beginnt zu weinen. Er legt die Peitsche weg reißt zwei Blätter Zewa ab, geht ums Kreuz herum und putzt ihr die Nase. Sie schnieft. Er guckt ihr tief in die Augen, streichelt ihre Wange und ihr Haar. Die beiden sind vollkommen beieinander. Sie scheinen die Zuschauer überhaupt nicht zu bemerken. Er geht zurück, nimmt eine dickere Lederpeitsche und schlägt noch härter zu.

Ihre Schreie brechen mir das Herz. Ich empfinde plötzlich nur noch Mitleid. Mir reicht's. Ich sage meinem Dom, dass ich nach Hause will. „Ist dir das zu heftig? Kleines, er macht das, weil sie's will und weil sie's verträgt." Ja, ja, ich weiß das. Aber die Spießerin in mir hat gewonnen. Es ist mir einfach zu krass. Auf dem Weg zur Garderobe liegt eine Sub mit Blutstreifen am Hintern in den Armen ihres Doms. Ihr Gesicht an seinem Hals. Er hält sie und streichelt ihren Rücken. „Du musst mir ehrlich sagen, warum du gehen willst. Bis gerade warst du noch quietschfidel." Ich habe keine Lust, das zu beantworten und gucke weg. Er lässt mich.

An meiner Haustür setzt er mich ab. Ich bedanke mich für den Tag. „Nächste Woche ist eine Party in Karlsruhe. Und du bist natürlich jederzeit herzlich nach Zürich eingeladen, da habe ich noch ganz andere tolle Sachen." Ich lächle ihn an und schweige. Als ich aussteige, sagt er: „Ach, und Kleines: Trag heute Nacht dein Halsband." Ich gebe ihm einen Kuss auf die Wange, gehe die letzten Meter auf meinen Mörderschuhen, betrete meine Wohnung und ziehe sie aus. Dann lege ich das Halsband ab.