Auf Knien für die Jungfrau Maria

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Auf Knien für die Jungfrau Maria

Wir waren bei einem der größten griechisch-orthodoxen Ereignisse des Jahres dabei.
19 August 2015, 5:25am

Nach der Ankunft per Boot fallen Gläubige im Hafen von Tinos auf die Knie und beginnen den Aufstieg zur Wallfahrtsbasilika.

Für viele griechisch-orthodoxe Christen ist es ein absolutes Muss, jeden Sommer an Mariä Himmelfahrt (15. August) die Wallfahrtsbasilika der Jungfrau Maria auf der Insel Tinos zu besuchen. Menschen aller Altersgruppen und aus den entlegensten Teilen Griechenlands (sowie aus dem Ausland) fallen von dem Moment ihrer Ankunft am Hafen der Insel auf die Knie und bestreiten so den steilen Weg zu der Kirche, wo sie die Heiligenikone der Jungfrau Maria berühren, der Wunder zugeschrieben werden.

Laut der religiösen Tradition wurde das heilige Bildnis der Jungfrau 1823 auf Tinos gefunden. Dies wurde als ein gutes Omen für die Griechische Revolution von 1821 gegen die Herrschaft der Osmanen interpretiert. Ein Tempel wurde an der Fundstelle errichtet, wobei große Mengen Marmor von der Nachbarinsel Delos zum Einsatz kamen.

Bei der Ankunft im Hafen sieht man hauptsächlich ältere Frauen, die auf Knien auf einer steilen, gepflasterten Straße „gehen". Um die Knie der Pilgerinnen zu schonen, hat man Teppiche entlang der Strecke verlegt.

Das Ziel dieser Menschen ist es, ein Versprechen zu erfüllen, der Muttergottes etwas Wertvolles, meist Gold, zu überreichen. In der Regel handelt es sich dabei um ein Wallfahrtsversprechen, das die Erfüllung einer Bitte sichern soll oder der eine Danksagung für eine bereits erfüllte Bitte darstellt. Meist dreht es sich dabei um gesundheitliche Probleme, doch es gibt auch Bitten um das Bestehen einer Abschlussprüfung und alles Mögliche andere.

Pilger kriechen auf die Wallfahrtsbasilika der Gottesmutter zu, um ihr Versprechen zu erfüllen.

Kritiker des Geschehens bezeichnen die Wallfahrt als Geldmacherei, doch auf der Website des Tempels (ja, es gibt eine Tempel-Website) heißt es: „Die Wallfahrtsstätte ‚Panagia tis Tinou' hat die Gesellschaftsform einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, das [sic] dem griechischen Ministerium für nationale Bildung und Religion untersteht und stellt eine finanziell unabhängige, soziale und gemeinnützige, fromme Stiftung [...] dar. [...] Die Ausgaben der kirchlichen Stiftung werden durch den Rechnungsausschuss kontrolliert und genehmigt, während die Haushaltspläne und die Bilanzen dem griechischen Ministerium für nationale Bildung und Religion sowie dem Ministerium für Wirtschaft und Finanzen zur Überprüfung und Genehmigung vorgelegt werden."

Dieses Jahr waren der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos und der Verteidigungsminister Panos Kammenos unter den Wallfahrern.

Manche helfen Wallfahrern, die aus eigener Kraft nicht mehr weiter können.

Gläubige laufen unter der Ikone hindurch.

Gebet in der Basilika

Die unerträgliche Hitze und die steile Straße erschweren den Prozess erheblich.

Am Vorabend des 15. August schlafen manche vor der Basilika, um unter den Ersten zu sein, die die Ikone erreichen.

Betreten des Hofs der Basilika auf Knien

Sie schaffte es, nach vier Stunden des „Gehens“ auf Knien die Basilika zu betreten.

Betende warten darauf, dass die Ikone vorbeigetragen wird.

Wallfahrer versuchen, unter der Ikone hindurchzugehen.

Eine Mutter schwimmt mit ihrem Sohn im Hafen der Insel.

Manche schlafen auf der Straße ein.

Pilger schlafen in der Basilika.