Warum ist die Casual-Kultur im Fußball und der Mode nach wie vor relevant?

Egal ob in den sozialen Medien oder in speziellen Online-Shops, der Casual-Lifestyle übt selbst nach mehreren Jahrzehnten immer noch einen gewissen Reiz aus. Wir haben untersucht, woran das liegt.

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Aug. 20 2017, 5:15am

Foto: PA Images

Wenn man bei Twitter nach Accounts mit Fußballbezug sucht, stößt man schnell auf Profile, die sich ganz der Casual-Kultur verschrieben haben – egal ob nun mit Fokus auf Fotos und Nostalgie, Fashion, Musik und Choreos oder Schlägereien und Hooligan-Ikonografie. Da die Casual-Szene Großbritanniens vor allem in den 70er und 80er Jahren ihre Hochzeit hatte, finden es Außenstehende oft komisch, dass sich auch heute noch Leute für diese vor allem mit Gewalt verbundene Bewegung interessieren – eine Bewegung, die dank diverser Filme und aufregender Geschichten ins öffentliche Bewusstsein rückte. Für die Anhänger der Casual-Kultur hat das Ganze aber immer noch so viel Relevanz wie damals.

Casuals kamen in den späten 70er Jahren auf. Junge Menschen aus der britischen Arbeiterklasse konnten sich so für neue Modetrends und Designerklamotten interessieren, obwohl genau das damals gegen das traditionelle Männerbild verstieß. Die Casual-Ästhetik war so gesehen eine Rebellion gegen die biedere Mode der älteren Generationen. Gleichzeitig identifizierten sie sich so mit dem Fan- und Kameradschaftsgedanken des Fußballs.

Der internationale Erfolg der englischen Vereine – allen voran des FC Liverpool – während der 70er sorgte dafür, dass europäische Designer-Label wie CP Company, L'Alpina oder Lacoste bei den Casuals immer beliebter wurden. Gepaart mit Adidas-Sneakern setzten die jungen Männer am Spieltag so ein Zeichen und untermauerten ihren Status als Fußballfans. Das war nicht immer eine gute Sache, weil die Casual-Kultur oftmals mit gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fan-Gruppierungen einherging. So konnten Brands wie Stone Island, Fila und Diadora in den 80er Jahren zwar große Erfolge feiern, hatten (zumindest in Großbritannien) aber auch schnell einen gewissen Ruf weg.

Wieso die Casual-Kultur nach wie vor in den Stadien zu finden ist, lest ihr hier bei VICE Sports.

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