35 Fragen zu 35 Tracks an Maloon TheBoom

Wir haben Maloon TheBoom 35 Fragen gestellt und ihn gebeten, uns möglichst kurz zu antworten.

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27 Oktober 2016, 10:07am

Foto: Facebook

Maloon TheBoom aus dem Zürcher Boyoom Connective veröffentlicht dieser Tage sein neues Beattape Pink. Auf dem 35 Tracks starken Tape findet sich der Sound, der dich von innen warm hält und der dir dabei hilft, eine Herbstdepression zu vermeiden. Das Tape besticht durch seine Liebe zum Detail. Maloon schafft es, Klangbilder zu malen, die mal zum Träumen, mal zum Tanzen, mal zum Philosophieren anregen. Das Tape kannst du dir gleich hier in voller Länge anhören (Unten weiterlesen):

Wir haben Maloon TheBoom 35 Fragen gestellt und ihn gebeten, uns möglichst kurz zu antworten. Ein wenig wie Speed-Dating. Und wir meinen nicht die Droge.

Noisey: Wer bist du?
Maloon TheBoom: Mein Name ist Maloon TheBoom aka Taliboom. Ich bin ein Zürcher Beat-Produzent und Mitbegründer von Boyoom Connective.

Machst du vollberuflich Musik?
Nein. Meine Energie fokussiert sich auf die Musik, jedoch verdiene ich mir damit nicht meinen vollen Unterhalt.

Was machst du neben der Musik?
Ich studiere Ethnologie und arbeite teilzeit.

Ist es möglich, in deinem Genre von der Musik zu leben?
Möglich ist es bestimmt, jedoch ist es oft mit Kompromissen verbunden.

Welchen Stellenwert hat Geld in deinem Leben?
Geld hat neben seiner Notwendigkeit keinen Stellenwert. Trotzdem ist es ein gutes Gefühl, wenn man sich nicht darum sorgen muss.

Was bedeutet dir Freundschaft?
Wahre Freundschaft bedeutet alles. Oberflächliche Freundschaften finde ich hingegen überbewertet.

Wo warst du letztes Wochenende?
Am Freitag im Exil bei Pink Flamingo und Samstag an der Plattentaufe von Delakeyz in der Bar3000.

Hast du getrunken?
Nein. Nur Gazosa.

Gekifft?
Auch nicht. Höchstens passiv.

Was sind deine Lieblingsorte in Zürich?
Zuhause und die Gegend zwischen Lochergut und Fritschi, wo ich mich trotz starker Gentrifizierung immer noch am wohlsten und zuhause fühle.

Wo finden die besten Partys statt?
Das Exil hat die besten Events und Konzerte in letzter Zeit, ihre Bookings sind super nice. Ansonsten machen die Menschen die Party: also dort, wo meine Jungs und Mädels sind.

Maloon TheBoom bei einem Gig im Exil.

Bedauerst du das Ende des Sommers?
Nein, nicht wirklich. Ich freue mich dafür umso mehr auf den Frühling.

Was sind die Vorteile des Winters?
Mehr Zeit für sich und seine Nächsten. Zudem habe ich das Gefühl, im Winter produktiver zu sein.

Was ist Boyoom Connective?
Ein Label oder auch Anti-Label und Movement für und von Schweizer Beat-Produzenten mit dem Motto: Spread Love.

Wer ist alles Teil davon?
Melodiesinfonie, Miles Singleton, Dave Sparkz und Camillo Fritanga, Unda, &friends, us & sparkles und Yzno aka Jazzo, mit einer grossen zugehörigen Familie, die täglich wächst.

Gibt es auch gemeinsame Releases?
Es gab einige Collabos von Melo und mir, zudem bestehen us & sprakles und &friends aus mehreren Mitgliedern. Wir featuren uns auch auf einigen Releases gegenseitig.

Warum macht ihr, was ihr macht?
Wir lieben, was wir machen und wollen uns keinen Konventionen beugen—mit Boyoom Connective können wir frei und ausserhalb von Trends und Regeln unser eigenes Ding durchziehen. Und das ist verdammt geil.

Was verbindet die einzelnen Members?
Freundschaft und eine gemeinsame Vision und Passion für Musik.

Das Motto von Boyoom Connection. Visual by: Nicolas Walker

Weshalb sollte man sich Pink holen?
Weil es Freude bereitet. Weil man über die Beats freestylen will. Oder einfach weil man uns, in dem, was wir machen, unterstützen will. Hör's dir an und du wirst es selber herausfinden.

Kann man es sich gratis downloaden?
Nein, aber es kostet nur 5 Franken. Für 35 Tracks ist das doch fast geschenkt. Und das Geld wird strikt zur Verwirklichung von weiteren Projekten auf Boyoom Connective reinvestiert. Also für eine gute Sache.

Warum habt ihr euch entschieden, nichts mehr gratis freizugeben?
Wir haben uns nicht generell dagegen entschieden, wir denken jedoch, dass Musik nicht einfach gratis sein soll. Das Ziel ist es weder möglichst viele Downloads zu haben, noch viel Geld zu machen, sondern eine Community aufzubauen, die unsere Musik zu schätzen weiss.

An wen richtet sich das Tape?
An Musikliebhaber; ob Beatheads, Oldschool-HipHop-Fans, Rapper oder einfach Supporter. An Leute, die instrumentale Musik zu schätzen wissen. Menschen mit Träumen und Wünschen, Sehnsüchten und Ansprüchen, werden sich mit dem Feeling des Tapes identifizieren können. Es hat für jeden etwas.

Sind 35 Tracks nicht ein bisschen viel?
Wir bewegen uns wie gesagt nicht innerhalb irgendwelcher Konventionen. Ich denke nicht, dass es bei dem, was wir machen, einen Massstab für zu viel oder zu wenig gibt. Ursprünglich sollten es fünf bis zehn Tracks sein, doch es wurden mehr.

Wie kommst du auf die Namen der Tracks?
Sie entstehen meistens aus dem Moment heraus. Bei einigen gibt es ein klares Gefühl, welches sich als Name herauskristallisiert, andere entstehen konzeptionell.

Warum ist es ein Beattape?
Weil es Beats sind und bei 35 Tracks nicht von einer EP gesprochen werden kann. Wie man es nennt, ist aber nicht so wichtig. In erster Linie sind es Beats, die gehört werden wollen.

Warum Pink, ist es deine Lieblingsfarbe?
Rosa war die Farbe meines Zimmers, in dem dieses Projekt entstanden ist. Ich mag rosa, weil ich es mit diesem Zimmer in Verbindung bringe. Auf englisch war das dann pink. Auch dieser Name entstand aus dem Moment heraus.

Kann man sich die Beats kaufen, um darüber zu rappen?
In der Regel nicht. Wer über meine Beats rappen will, soll sich mit mir in Verbindung setzen.

Gibt es Rapper, mit denen du intensiv zusammenarbeitest?
Ja, einige, unter anderem Baqabond, mit dem ich schon fast seit zehn Jahrenn arbeite oder Ryler Smith, mit dem ich auch an einem Projekt dran bin. Und natürlich YoungstaCpt, von uns beiden kommt bald ein Album.

Wer ist YoungstaCpt?
YoungstaCpt ist einer der besten Rapper aus Südafrika, der mit Originalität und Können überzeugt. Zudem ist er ein Freestyle-King. Mit ihm arbeite ich seit einigen Jahren zusammen.

Was habt ihr bis anhin gemeinsam gemacht?
Es gibt schon Videos wie "Music 1st", "Music 2nd" und "Self Makin" auf YouTube zu sehen. Ausserdem spielten wir schon einige Konzerte in Kapstadt, Zürich, Wien und München im Rahmen einer kleinen Tour.

Kommt bald was Neues von euch beiden?
Wir haben schon drei Projekte fertig aufgenommen: Yung Loon Taliboom, ein volles Studioalbum, welches Anfang nächsten Jahres auf Platte erscheint, und dann noch zwei kleinere Projekte, von denen ihr auch bald mehr hören werdet.

Wie bleibt ihr in Kontakt, seht ihr euch?
Meist über Whatsapp und Mail, dem Internet sei dank ist das heutzutage nicht mehr so schwer. Zudem bin ich sehr oft in Südafrika unterwegs, denn nur übers Netz kommt nichts Gutes zustande. Im Sommer 2016 kam YoungstaCpt auch für vier Wochen in die Schweiz, wir hatten eine grossartige Zeit.

Gibt es in der Schweiz keine MCs, die dir gefallen?
Doch schon. Die Jungs von Superwak Clique, Native von S.O.S und Ryler Smith gehören zu den wenigen. Geheimtipp: Wrung $ Kid. Schon lang nichts mehr gehört, lohnt sich trotzdem abzuchecken. Und bald wird man auch von Baqabond viel hören.

Wo kann man dich live sehen?
Ich spiele diesen Donnerstag, dem 27.10., im Kauz bei GDS.FM.

Was hörst Du im Moment privat?
Momentan habe ich "Hurt" von Johnny Cash wiederentdeckt. "Camelblues" von Mndsgn und Knx allgemein. Und Bootsy Collin's "I'd Rather Be With You". Killer Track!!