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Wie Labels die Vergangenheit ihrer Künstler ausradieren

Der größte Kampf von Musikern besteht 2015 darin, ihre Vergangenheit aus dem Internet zu löschen.

von Peter Robinson
25 November 2015, 5:18pm

Kennst du die Sendung Britannia High? Großbritanniens traurige Version von Glee (das kennst du, oder?) aus dem Jahr 2008? Das Sing-und-Tanz-Debakel aus dem britischen Vorabendprogramm wurde nach einer Staffel eingestampft. Denn die Sendung war, natürlich, ein totales Desaster—sowohl in kreativer als auch in kommerzieller, ja, tatsächlich in jeder erdenklichen Hinsicht.

Wenn du dir aber die Aufnahmen vom Vorsingen und Vortanzen zu Britannia High auf YouTube anschaust, fragst du dich vielleicht, ob das ganze Ding nicht doch noch irgendwie hätte gerettet werden können, wenn die Verantwortlichen beim Casting nur ein paar andere Entscheidungen getroffen hätten. Hier ist zum Beispiel ein Sänger, der es nicht in die Sendung geschafft hat:

Falls du keinen Bock hattest, dir den Clip anzuschauen: der „großartige Sänger“, der sich hier für Britannia High bewirbt, ist Ed Sheeran.

Das ist schon irgendwie witzig, oder? Ed Sheeran spricht nicht wirklich groß über seinen Versuch, die nächste Darcey Bussell (na komm, die kennst du aber—Darcey Bussell, die berühmte, britische Balletttänzerin!) zu werden, den er zu Beginn seiner mittlerweile so erfolgreichen Karriere unternommen hat. Es ging immer nur um „SBTV“ hier und „Wiley and Sway“ dort.

Ed Sheeran ist nicht alleine, wenn es um selektiven Gedächtnisverlust bezüglich der Karriere geht. Als Haim es 2013 an die Spitze der „BBC Sound Of 2013"-Abstimmung geschafft haben, haben sie die Medien nicht mit Geschichten unterhalten, dass zwei der Haim-Schwestern bei der absurden Teenpop-Band Valli Girls mitgemacht haben, die für Songs wie „It’s a Hair Thing“ bekannt sind. Tahliah Barnett ist nicht sonderlich versessen darauf, der Welt davon zu erzählen, dass sie, Jahre bevor sie zu FKA Twigs wurde, als tanzende Autowäscherin in einem Video von Dionne Bromfield aufgetaucht ist.

Pop war schon immer voll mit diesen Sie liebt ihn – sie liebt ihn nicht-Momenten, im digitalen Zeitalter ist es für einen Künstler jedoch schwer, die Beweise der Vergangenheit verschwinden zu lassen. Schwer, aber nicht unmöglich. Letztes Jahr hat Google, auf Geheiß des Gerichtshofs der Europäischen Union, ein „Das Recht, vergessen zu werden“-Prozedere eingeführt. Es bietet Leuten die Möglichkeit, dass Seiten bei Google-Suchen nicht mehr auftauchen. Die Logik dahinter ist, dass es, wenn du mit 22 dabei erwischt wirst, wie du dir im Bus einen runterholst und im Internet eine lustige Newsstory darüber erscheint, vertretbar ist, wenn ein potentieller Arbeitgeber diese nicht finden soll, wenn du 28 bist.

Was Musiker angeht, so tausche einfach „potentieller Arbeitgeber“ mit potentiellen Fans, potentiellen Plattenlabels und potentiell neugierigen Journalisten. Und für „im Bus einen runterholen“ setze einfach „schreckliche Musik und Videos machen“ ein und denk an Sam Smith. Vor seinem Durchbruch mit Disclosure war er nur eine weitere Pop-Hoffnung mit einer wirklich hilfsbereiten Mutter. Unglücklicherweise hat er, lange bevor er Grammys gewonnen, Bond-Themes geschrieben und zu einem großen Namen der Popwelt geworden ist, Songs wie „Bad Day All Week“ aufgenommen und veröffentlicht. „Bad Day All Week“ war das Gegenteil eines guten Popsongs und wurde von einem wirklich furchtbaren Video visualisiert.

Normalerweise hätte man sich den letzten Satz sparen und einfach ein Video einbetten können, nicht wahr? So funktioniert Journalismus schließlich 2015.

Aber das Video ist einfach nicht mehr online—es ist bei Youtube verschwunden und wenn es wieder auftaucht, wird sich ihm anscheinend sehr schnell angenommen. Auch viele von Sams Tweets aus unberühmten Zeiten, in denen er auf seine Sexualität und sein Dasein als obsessiver Lady-Gaga-Fan angespielt hat, sind verschwunden.

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Kacy Hill

Auch Kacy Hill hat, bevor sie Kanyes Protégé wurde, bereits etwas Anderes gemacht. In den USA war sie Model bei einer kontroversen (sind das nicht alle?) Kampagne von American Apparel und anzügliche Werbeanzeigen machen sich im Zusammenhang mit dem Singer-Songwriter-Image, das sie nun propagiert, nicht unbedingt gut. Natürlich werden diese Aufnahmen nicht in ihrer offiziellen Biografie erwähnt—die vielen Journalisten als Grundlage dient, wenn sie über sie schreiben—aber es sieht so aus, als würden ihre Anwälte versuchen, diese Aufnahmen von Google entfernen zu lassen. Kacy scheint mittlerweile das Urheberrecht an diesen Bildern zu haben, also sollten diese Unterlassungsaufforderungen bis zu einem gewissen Grad erfolgreich sein, aber was ist mit den gelöschten Tweets von Sam Smith, die nicht länger eingebettet werden können, dessen Worte aber weiterleben, indem sie auf Seiten wie diese kopiert wurden?

„Die Leute besitzen das Urheberrecht an ihren eigenen Tweets“, sagt Bruce Daisley von Twitter. „Genau genommen gibt es Grundlagen dafür, sich zu beschweren, aber im Allgemeinen sehen wir, dass wenn Leute freundlich gebeten werden, diese Dinge zu löschen, sie dem nachkommen“. Diese Tweets könnten auch unter das Konzept „Fair Use“ fallen, das das Urheberrecht umgeht, wenn es um Kommentar und Berichterstattung geht. In jedem Fall hat Daisley eine Warnung für jeden Künstler übrig, der darüber nachdenkt, Anwälte einzuschalten. „Ich frage mich wirklich“, sagt er, „ob gerichtlich dagegen vorzugehen, nicht ein bisschen ‚Streisand‘-mäßig wird.“

„Das Risiko beim Versuch, alte Musik oder alte Videos entfernen zu lassen, ist nicht nur, dass du nie alles entfernen kannst, sondern auch riskierst, auf ein Problem aufmerksam zu machen und dadurch eine Geschichte daraus zu machen“, stimmt ein Musikverleger zu, der geholfen hat, die Profile diverser „neuer“ Künstler zu beschönigen. „Ich würde Leuten in dieser Situation raten, einfach zu versuchen, damit umzugehen—je mehr du versuchst, etwas zu verstecken, desto mehr halten die Leute es für eine große Sache und desto größer wird die Geschichte. Es ist definitiv besser, dazu zu stehen und weiterzumachen.“

Der Experte für Internet-Datenschutz Frank M. Ahearn, der unter anderem das Buch How to Disappear: Erase Your Digital Footprint, Leave False Trails geschrieben hat, ist ähnlich skeptisch, wenn es darum geht, Seiten zu bitten, Inhalte zu löschen. „Die Webseite könnte posten, dass du um Entfernung gebeten hast und es könnte wieder viral gehen“, stimmt er zu. „Einige berühmte Klienten, für die ich gearbeitet habe, haben in der Vergangenheit peinliche Arbeiten gemacht und kurz nachdem sie sie gemacht haben, wollten sie die Uhr zurückdrehen und die Vergangenheit auslöschen. Aber das ist extrem schwer. Das Internet ist wie Ebbe und Flut; Informationen kommen und gehen. Was du heute löschst, kann morgen einfach wieder auftauchen.“

Ahearn fügt hinzu, dass Googles Maßnahmen „nutzlos“ sind, solange es VPNs und andere Suchmaschinen gibt und zu Sam Smiths Dilemma befragt, schlägt er eine durchdachte Verschleierungstaktik vor. „Wenn du berühmt bist, dann schlage ich Klienten manchmal vor, es gut sein zu lassen, ihm seinen Lauf zu lassen und zu hoffen, dass es einen digitalen Tod stirbt“, sagt er. „Alternativ können wir anfangen, Desinformationen zu streuen, dass der Sam Smith aus dem Schuhladen in der Stadt diese Information getweetet hat. Dann konstruiere ich Blogs, auf denen der falsche Sam die Verantwortung für die Information übernimmt. Es klappt nicht immer, aber manchmal schafft es Zweifel und andere Twitter-Nutzer und Blogger helfen dabei, die Zweifel zu verbreiten.“

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Trotz der Risiken gibt es immer noch die Möglichkeit, dass niemand das Verschwinden von Inhalten bemerkt, also ist die Versuchung groß, still und heimlich Inhalte verschwinden zu lassen, zu denen du auf deinen eigenen Seiten und Kanälen Zugriff hast—besonders wenn du versuchst, deine Musik über eine Medienindustrie zu verbreiten, die auf dem Urteil von sogenannten Tastemakern basiert.

Der Sänger einer Band, die hofft, 2016 als heißer Tipp zu gelten, sagte zu, mit uns zu sprechen, wenn wir ihre Tarnung nicht auffliegen lassen, was unter diesen Umständen verständlich erscheint. Die grobe Geschichte ist die: Ihre derzeitige Inkarnation ist recht abseitig, daher sind sie auf die Unterstützung von Tastemakern angewiesen, um in Fahrt zu kommen Vor ein paar Jahren waren sie jedoch eine deutlich weniger glaubwürdige Band, die von einer überaus uncoolen Management-Firma zusammengestellt wurde.

„Es schwebt diese Wolke über meinem Kopf“, gibt die Person gegenüber Noisey zu. „Ich fürchte, dass alles zurückkommt und mir in den Arsch beißt. Ich denke, es ist so, wie wenn du in das Schlafzimmer von jemandem gehst, um dir ein Ladegerät für dein Handy auszuleihen und dann siehst, dass die Person eine Peitsche und Handschellen hat. Es ist nicht unbedingt so, dass ich selbst deswegen unsicher bin—es ist einfach so, dass es bei meinen derzeitigen Zielen hinderlich sein könnte. Was dämlich ist, aber was soll’s.“

Ist es unfair, dass es mittlerweile die Erwartung zu geben scheint, dass alle Künstler es beim ersten Mal richtig machen? Es fühlt sich so an, als würden Experimente in gewisser Weise bestraft. „Ich denke, es ist unfair“, stimmt besagte Person zu. „Leute machen Sachen, die nicht funktionieren. Ich sehe nicht, warum das ein Problem sein sollte. Ich war 18 und meine eigene Musik war am Stocken—ich hatte keine Ahnung, wie irgendwas in dem Geschäft funktionierte, also habe ich den Sprung gewagt. Ich habe in dieser Zeit eine Menge gelernt, aber dann habe ich eine neue Reise begonnen, die ich dieses Mal, hoffentlich, richtig mache.“

Es ist wichtig, anzumerken, dass dieser neue Act nicht paranoid ist, wenn es darum geht, wie ihre vorherigen Taten ihre zukünftigen Chancen beeinflussen könnten. „Bei neuen Künstlern muss alles perfekt sein“, sagt James Penycate, ein Experte für digitale Kommunikation, dessen Arbeit beinhaltete, Künstler wie Tom Odell, Tove Lo und Ghostpoet groß zu machen. „Wir alle wissen, wie schwierig es ist, einen Act durch Radio 1 zu verkaufen. Um die Aufmerksamkeit der zentralen Entscheider zu bekommen, brauchst du zahlenmäßigen oder statistischen Beweis, dass du ein engagiertes Publikum hast oder das Potential für eines, aber ebenso wichtig ist, dass du eine echte Lawine an Unterstützung von Tastemakern hast. Dieses ganze Thema läuft auf Authentizität hinaus.“

In einer Zeit, in der angesehene Publikationen sich überschlagen, um der Welt mitzuteilen, wie sehr sie die neue Justin-Bieber-Platte mögen, erscheint es merkwürdig, dass bei einem neuen Act, richtiger- oder fälschlicherweise (meistens fälschlicherweise) die Vorstellung vorherrscht, dass die derzeitige Inkarnation eines Künstlers irgendwie falsch ist, wenn er damit die Richtung geändert hat. Vernünftige Leute würden vielleicht sagen, dass es, wenn du gestern Mittag ein Hähnchensandwich hattest, nicht unbedingt bedeutet, dass die Suppe, die du heute isst, verdächtig oder nicht überzeugend ist, aber für die Medien kann eine Richtungsänderung berechnend oder konstruiert erscheinen.

Die Angst ist, so Penycate, dass ein Act an den Punkt gelangt, an dem er jeden auf seiner Seite haben muss (und viele Künstler sind gerade an diesem Punkt, denn die Tastemaker stimmen im Moment darüber ab, wer nächstes Jahr groß raus kommen könnte), dann aber etwas Schlimmes aufgedeckt wird. „Es könnte deine Kampagne wirklich scheitern lassen“, erklärt er. „Das Alberne daran ist: interessiert es die Konsumenten wirklich? Ich weiß nicht, ob das der Fall ist. Interessiert es die Medien? Ja. Das ist das Problem.“

Aber solange die Medien weiter an ihrer Obsession für Glaubwürdigkeit festhalten und solange es funktioniert, frühere Arbeiten zu beschönigen, wird es weiter die Norm bleiben. Letztes Jahr waren Years & Years die Gewinner des BBC Sound Poll. Im Laufe des Jahres 2014 haben sie die richtigen Schritte unternommen, als es darum ging, Tastemaker auf ihre Seite zu bringen: kleine Gigs, eine EP-Veröffentlichung, ein Gesangs-Feature auf einem Dance-Track. Aber bevor all dies stattfand, haben sie frühe Arbeiten von ihren Online-Seiten gelöscht.

„Als wir angefangen haben, Musik zu machen, haben wir einfach alles online gestellt“, sagt Olly von der Band heute. „Offenbar hat sich keiner dafür interessiert, also war es egal, dass irgendwelche Musik und Videos herumschwirrten. Als wir dann irgendwann als Folge dieser Videos ein Management bekommen haben, war das Erste, was sie gesagt haben: ‚Nehmt alles runter.‘ Das sollte uns für potentielle Labels attraktiver machen. Wir haben das gerne gemacht—es fühlte sich gut an, alles von der Tafel zu wischen und uns Mühe zu geben.“

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Years & Years hatten einige Wechsel im Line-up hinter sich und ihre Musik hatte sich in Sachen Stil und Qualität entwickelt, aber sie haben nicht sofort alles offline genommen und einige frühe Videos blieben online. Als sie bei Polydor unterschrieben haben, sind auch diese verschwunden. „An diesem Punkt haben wir alle beschlossen, dass die Sachen, die wir online gestellt haben, nicht mehr widerspiegeln, wer wir als Band sind“, erklärt Olly. „Wir hatten das Gefühl, dass Leute, die das erste Mal von uns hören, das bekommen sollen, was wir für am Repräsentativsten für uns hielten.“

Falls direkte und ehrliche Kommunikation mit den Fans so wichtig ist, erscheint das dann nicht etwas unehrlich? Olly glaubt das nicht. „Ich denke nicht, dass es unehrlich ist—der erste Eindruck, den Leute von dir haben, ist sehr wichtig, also willst du das richtig machen. Wenn ich ein erstes Date habe, würde ich auch keine verjährten Bilder zeigen, auf denen ich ein wenig dicklich bin und einen Vokuhila habe. Um ehrlich zu sein, haben einige unserer treuesten Fans alte Links gefunden oder das ganze Zeug heruntergeladen. Nichts wird im Internet mehr wirklich ausradiert, richtig?“

Es sind nicht nur neue Künstler, die beschließen, Teile ihrer Karriere zu verschweigen. Und manchmal machen die Medien dabei mit, eine andere Geschichte zu erzählen, anstatt sie in die Pfanne zu hauen. Es ist interessant, wie wenig aus Beyoncés verwirrender Mittelphase zwischen Destiny’s Child und „Crazy In Love“ gemacht wird. Das gewaltige Ausmaß ihres derzeitigen Erfolgs überstrahlt ihre Rolle in Austin Powers, die Beyoncé zu ihrer ersten Solo-Hitsingle verholfen hat. Chaostheoretiker könnten einen großen Tag haben, würden sie spekulieren, was hätte passieren können, wenn Destiny’s Child 1998 nicht eine beschissene Single mit dem Schauspieler Matthew Marsden, der sich kurzzeitig als Sänger versucht hat, aufgenommen hätten:

Der Song erschien 1998 auf Columbia, für ein weiteres Sony-Label hat sich der damalige Northwestside-Boss Nick Raphael im selben Jahr den Gastgesang von Beyoncés späterem Ehemann gesichert. Und so kam es, dass Jay-Z eine Single mit der Boyband Another Level aufgenommen hat.

„Rapper haben in den letzten 30 Jahren Gastbeiträge zu Pop-Platten abgeliefert“, erinnert sich Nick Raphael heute. „Es verleiht der Aufnahme eine weitere Dimension. Zu dieser Zeit war Jay außerhalb Amerikas angesehen, aber ein Nischenkünstler—nicht der Jay-Z, den wir heute kennen.“

Raphael erklärt, dass Jay sich musikalisch wegen nichts schämen muss („er ist einer der größten Künstler aller Zeiten"). Heute ist Raphael Präsident von Capitol Records, Heimat von Sam Smith und anderen, und er besteht darauf, dass eine heikle Vergangenheit keine Rolle spielt, wenn er und sein langjähriger A&R-Partner Jo Charrington sich neue Künstler ansehen.

„Nur wenige Künstler finden sofort ihren späteren Weg“, argumentiert er. „Wenn Künstler nicht experimentieren, wie sollen sie dann ihre echte Stimme finden? Wenn Jo und ich Künstler signen, dann beurteilen wir die Musik, die sie uns jetzt präsentieren. Falls ihr ehemaliges Verhalten ihren zukünftigen Erfolg beeinflussen sollte, müssen wir das im Kopf haben—aber es ist keine Entscheidung, die auf ihren vorherigen Arbeiten basiert.“

Dasselbe kann nicht unbedingt darüber gesagt werden, wie die Medien Dinge betrachten und viele Künstler—von Years & Years und Sam Smith bis zu Leuten wie Lana Del Rey, Katy Perry und Drake—haben davon profitiert, dass die Aufmerksamkeit von ihren frühesten Arbeiten weggelenkt wurde. Im Moment basiert die Musikindustrie auf schnellem und dreckigem Experimentieren und schnellem Umschwanken, wenn etwas nicht funktioniert, wobei jede Inkarnation des künstlerischen Strebens einen digitalen Fußabdruck hinterlässt. Und dem anonymen, hoffnungsvollen Künstler, den wir weiter oben trafen, bereitet das immer noch Kopfschmerzen; er sagt: „Ich habe Dinge von meinen persönlichen Accounts entfernt und gelöscht, was ich kann, aber es ist eine anhaltende Anstrengung, ein paar geschmacklose Jahre vor einflussreichen Leuten zu verstecken.“

Und obwohl er nicht für die Medien sprechen kann, die von dem, was als Fehltritt wahrgenommen wird, besessen sind, hat Nick Raphael einen aufmunternden Rat für jeden Künstler übrig, der sich gerade Sorgen wegen seiner Leichen im Keller macht. „Deine Geschichte macht dich interessanter für deine Fans“, sagt er. „Steh zu dem, was du bist.“

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