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Diese Dinge klauen wir uns alle gegenseitig beim Party machen

Kennst du das, wenn jemand mit deiner Jacke aus dem Club gegangen ist und du dann eben jemand anderen die Jacke klauen musst?
18.3.16

Foto via Flickr | icanteachyouhowtodoit | CC BY 2.0

Wir leben in einer repräsentativen Demokratie mit einem kapitalistischen Wirtschaftssystem. Der Kommunismus wurde auf der Welt ein paar Mal ausprobiert, gilt jedoch eher als gescheitertes Experiment, denn als valide Gesellschaftsalternative. Es gibt jedoch versteckte Kommunismen, mit denen du im Ausgang konfrontiert wirst, ohne es zu merken. Was wir damit meinen: Jeder nimmt und verwendet Zeug, das ihm gar nicht gehört. Alles gehört irgendwann jedem und diese Dinge wandern am öftesten von Partygast zu Partygast:

Sonnenbrillen

Foto via Flickr | Ian Norman | CC BY 2.0

Warum hat eigentich hier jeder eine Sonnenbrille auf? Im zweiten Kellergeschoss? Jaja—damit ihr die Reflektion eurer eigenen Augen sehen könnt—wir kennen den Song. Danke. Der versteckte Kommunismus liegt hier jedoch im betrunken-lustigen „Hey gib mal deine Brille“—und weg ist sie. Für immer. Man klaut sich dann einfach mit der selben Methode die nächste. Und so wird die übliche Naschmarktbrille mehr Besitzer haben als der durchschnittliche Gebrauchtwagen. Welche Geschichten diese Brillen doch erzählen könnten … Leider kann das gefärbte Erdöl nicht sprechen.

Regenschirme

Foto via Flickr | Kent Wang | CC BY 2.0

Sehen die nicht alle gleich aus? Man hat ja einen in den Schirmständer gegeben, also kann man sich auch einfach wieder einen rausnehmen oder? Naja. Wenn du deinen Bipa-Wegwerfknirps gegen ein kompetentes Stück Regenschutz „tauschst“, wirst du vielleicht auf weniger Gegenliebe stoßen, als du erwarten würdest. Wirklich niemand will sich mit einem dieser lächerlichen rosa Werbeschirmchen abmühen, die nach dem dritten Mal Aufklappen komplett auseinanderfallen. Leider muss man es manchmal, oder man gibt einfach den Glauben an Regenschirme auf und kommt komplett durchnässt an. Lässt sich auch irgendwie leben.

Jacken

Foto via Flickr | bark | CC BY 2.0

Sicher die asozialste Form von Clubkommunismus—meistens aus Versehen, hoffe ich zumindest. Man nimmt sturzbetrunken eine Jacke mit, die nur so aussieht wie die eigene. Der unabsichtlich Bestohlene muss dann natürlich das Gleiche tun—oder erfrieren. Kleinkriminalität oder Erfrierungstod, eine Wahl, die man in unserer Gesellschaft leider öfter antrifft. Haben Marx und Engels das damals bedacht? Sind wirklich alle Jacken unsere Jacken? Ich glaube nicht. Ich mag meine Jacke und würde den Jungkommunisten verfluchen, der sie als unseres und nicht als meines betrachtet. Genosse.

Dosenbier

Foto via Flickr | Tobias Abel | CC BY 2.0

Der Kühlschrank ist voller Dosenbier? Bald ist dein Magen voller Dosenbier. Dieser Kommunismus ist meistens auf reudigen Studentenheimpartys anzutreffen. Dosenbier ist eh so billig, das gehört irgendwie allen. Es gehört sich jedoch auch, am Anfang der Party ein paar warme Dosen in den Kühlschrank zu geben. Nur bitte kein Landgraf und dann den anderen das Wieselburger wegtrinken. Dieses von der Büroklammer zum Ferrari Hochtauschen funktioniert nur bei ProSieben, nicht im echten Leben. Im echten Leben bist du einfach nur eine Zecke und kein Genie, welches das System gegen sich selbst ausspielt.

Schirmkappen

Foto via Flickr | Gabriel Rosa | CC BY 2.0

Schirmkapperl gibt es in jeder Qualitätsausführung. Vom Fußballvereinskapperl des nächsten Kuhdorfs bis zum New Era-Statussymbol mit Preisschild noch dran. Dieser Kommunismus ist analog zum Sonnenbrillenkommunismus. Selbes Prinzip, anderes Objekt. In der Fettn klaust du Kapperl oder dein Kapperl wird geklaut, damit alle eine Freude haben. Ist bei zwielichtig aussehenden HipHop-„Gangstern“ jedoch nicht zu empfehlen, die verstehen meistens keinen Spaß und verteidigen ihre Hirnbedeckung bis aufs Blut. Dein Schicksal wird eine noch schlimmere Wendung erfahren, wenn du jemandem—wie deine Mutter es tun würde—das Preisschild von der Haube reißt.

Feuerzeuge

Foto via Flickr | kR0Nak | CC BY 2.0

Hast du mal Feuer? Achtung—hier muss der geneigte Partygeher blitzschnell unterscheiden können. Zwischen uninspirierter Anmache oder der bevorstehenden Verbreitung kommunistischen Gedankenguts. Mit etwas Pech ist jetzt dein Zigarettenanzünder weg und du kommst auf lustige Ideen wie: Die Tschick am Gasherd anzünden. Das endet immer (sic!) mit versengter Gesichtsbehaarung. Daher: Gebt das Feuerzeug einfach nie aus der Hand. Obwohl die Verfügbarkeit von Feuer nicht mehr über Leben und Tod entscheidet, stirbt man ohne Nikotin auf dem kalten Nachhauseweg ein paar tausend metaphorische Tode. Als nächstes geht dann noch dein Akku aus und deine Musikuntermalung ist auch weg—musik- und nikotinbefreit will man sich einfach nur noch in den nächsten Graben zum Sterben legen.

Zigaretten

Foto via Flickr | chris vaughan | CC BY 2.0

Jeder schnorrt einfach von jedem. Wenn du Zigaretten hast, wird von dir geschnorrt, bis du keine mehr hast. Dann musst du selbst schnorren. Ist wie diese Szene aus South Park, in der Randy jemandem sein ganzes Wechselgeld gibt, nur um dann selbst um Wechselgeld betteln zu müssen. Je nachdem wie eng dein Freundeskreis ist, bewegt ihr euch irgendwo zwischen Tschickstentialismus und totalem Zigarettenkommunismus. Unsere Zigaretten. Zigaretten können das Bindemedium tiefster Freundschaften sein, aber auch ein immer wieder kehrender Streitpunkt. Ihr solltet euch gut überlegen, welche Ökonomietheorie die Grundlage für eure Tschickwirtschaft sein soll.

Öfen

Foto via Flickr | Raido | CC BY 2.0

Der erzwungenste aller Kommunismen. Es ist so ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Ofen ein inklusives Politikum darstellt und daher konsequent im Kreis gegeben wird. Da die Inhaltsstoffe sich meistens mehr auf die Geldtasche schlagen, als ein Packl Tschick, ist der Ofenkommunismus oft für die Masse die beste und für den Einzelnen die schlechteste Wirtschaftsform.

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