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Interviews

„Fler, wir müssen reden“—Teil zwei

„In einer Demokratie darf man rechts sein.“ Im zweiten Teil unseres Interviews haben wir mit Fler über seine Probleme mit der Demokratie, seine Meinung zu Pegida und Hartz IV diskutiert.
18.9.15

Wahrscheinlich hat Fler seit dem Erscheinen von Teil Eins unseres Interviews keine neuen Fans dazu bekommen und auch keine verloren. Die, die ihn vorher mochten, posteten wahlweise „gut gemacht, Fler“ oder kritsierten „diese ganze Nachfragerei“ und untestellten uns, Fler in die rechte Ecke zu drängen. Die, denen er schon zuvor auf den Senkel ging, forderten hingegen: „Hört doch bitte auf, so möchtergern-investigativ diesem Psycho eine Plattform zu bieten.“ All diese Reaktionen waren genau so zu erwarten. Seine Fans sind es nicht gewohnt, dass Fler widersprochen wird. Seine Gegner wollen nicht weiter mit ihm belästigt werden. Daran wird auch Teil zwei unseres Interviews nichts ändern. Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis dieses Interviews: Eine Versöhnung der zwei Fronten steht nicht in Aussicht. Daran, dass Fler und die Medien, Fler und die Mehrheitsgesellschaft und auch Fler und die Deutschrap-Szene ein gestörtes Verhältnis führen, wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern.

Noisey: Bevor wir mit dem Interview angefangen haben, erwähntest du, dass du das Gefühl hast, die Leute in Zehlendorf würden alle wegen der „aktuellen gesellschaftlichen Lage“ eine Fresse ziehen. Woran merkst du das?
Fler: Das ist doch generell in Deutschland ein Ding. Die wirkliche Mehrheit hat doch ganz klar ein Problem mit der Ausländerpolitik. Weil Deutschland es sich selbst nicht erlaubt, das eigene Zimmer schön zu gestalten. Wenn man sich nicht selber feiern darf, dann ist man am Ende gefrustet und deshalb haben die Deutschen auch in erster Linie ein Problem mit sich selbst—und das lassen sie gerade an anderen aus. Ich habe das Gefühl, dass die auch nicht son Abturn auf Fremde schieben würden, wenn sie sich selber mehr feiern dürften.

Du meinst also, dass es diesen Rechtsruck nicht gäbe, wenn es in Deutschland mehr Platz für Patriotismus geben würde?
Ich finde es einfach problematisch, dass man in Deutschland keinen Unterschied zwischen einem macht, der mal die Ausländerpolitik kritisiert und einem, der tatsächlich einfach ein rassistischer Idiot ist. Wenn du etwas Negatives über ein Ausländerheim, was in deiner Nachbarschaft gebaut werden soll, sagst, dann bist du automatisch rechts. Deutsche verbringen die ganze Zeit damit, anderen zu erklären, was sie sagen dürfen und was nicht. Auf der einen Seite ist das auch cool, damit nicht irgendjemand schlecht behandelt wird, aber auf der anderen Seite ist das extrem Absturz, weil es die Leute frustriert, dass sie bei jeder Kritik einen auf den Deckel bekommen. Für die Medien bist du schnell ein dummer Nazi und das klingt jetzt vielleicht sehr, sehr hart, aber das ist die Realität: In einer Demokratie darf man rechts sein.

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Das verbietet dir der Staat doch nicht. Aber wenn du eine Meinung öffentlich vertrittst, musst du es auch ertragen, für sie Kritik einzustecken.
Klar, aber wenn du was Rechtes sagst, bist du immer sofort ein asozialer Penner. In meinen Augen ja auch! Wenn ich sehe, wie die Leute in Dresden gegen irgendwelche Ausländer-Sachen demonstrieren, dann sehe ich da wirklich Leute mit Glatzen, schwarzen Polo-Hemden und diesen komischen Thor Steinar-Jacken. Die finde ich schon direkt aufgrund ihres Lifestyles behindert.

Was meinst du mit Lifestyle?
Deren Haltung zum Leben. Die sagen: Mein Leben ist nicht gut genug, weil da jemand anderes ist. Weißt du, was ich meine?

Nicht genau. Weil sie den Fehler immer bei den anderen suchen?
Weil sie sich zum Opfer machen. Klar, wenn dir jemand anderes was tut, dann musst du das auch sagen können. Aber wenn man sich so hinstellt und sagt, man würde im Leben nicht das bekommen, was man will, weil da andere sind, dann ist das ‘ne richtige Opfer-Haltung. Schon deren Kleidung—die geben sich einfach so, dass niemand die auch nur ansatzweise OK finden kann. Pegida war da wenigstens okay, weil da auch Leute waren, die sich Mühe gegeben und gesagt haben: Ey, es geht uns nicht um eine Rasse oder eine Gruppierung, sondern es geht um die Politik. Das ist erstmal der bessere Ansatz.

Trifft Pegida also zum Teil auch deine persönliche Meinung zum Thema Migration? Auch wenn die nicht so rechts wie die NPD sind, gab es dort trotzdem viele rassistische Aussagen.
Bei deren Anführern? Aber im Ernst, das waren teilweise Dinge, die die vor Jahren gesagt hatten. Wenn man jemanden diskreditieren möchte, dann findet man immer irgendwo einen Popel im Gesicht. Aber ich will jetzt auch nicht für die einstehen, die interessieren mich eigentlich gar nicht. Der Punkt ist eigentlich: Lass uns mal so tun, als gäbe es zwei Gruppierungen. Einmal die Typen, die wegen der Flüchtlingswelle Angst haben und sauer sind, und einmal die, die voll peacig sind und allen helfen wollen. Aber weißt du, was die Wahrheit ist? Diese peacigen Typen, wenn jemand vor deren Haustür stehen würde, egal welcher Herkunft, und denen was Böses wollen würde, dann wären die sowieso die letzten, die sich gegen den wehren könnten.

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Nimm Joko und Klaas: Die haben ja jetzt auf den Tisch gehauen und gesagt, wir müssen denen helfen. Damit haben sie natürlich Recht, trotzdem sind beide nicht der Typ Mann, der überhaupt sagen könnte: „Nein, du nicht!“, wenn da jemand vor deren Haustür steht. Die sind von dem, was sie—ich sag mal Macho-mäßig—aufm Kasten haben, einfach nicht dafür gemacht.

Ich kann dir gerade nicht folgen. Gegen wen oder was müssen Joko und Klaas sich denn zur Wehr setzen?
Gegen äußere Einflüsse. Dagegen, dass jemand ihnen etwas nimmt. Darum geht es doch den Rechten: die haben Angst davor, dass ihnen jemand was wegnimmt. Ich bin ja dafür, dass die Flüchtlinge, die unsere Hilfe brauchen, diese auch bekommen sollen. Aber dafür muss es eine vernünftige Regelung geben. Wenn man Leute reinholt, muss man vorher klären, wie genau diese Hilfe aussieht. Wenn man das nicht tut und die Leute hier einfach in Heime packt, dann helfen die sich irgendwann selber und dann gehen die über Leichen! Ich selber würde das jedenfalls tun.

Schau mal, jetzt nehme ich mal an, ich habe gerade im Krieg meine Eltern verloren, komme nach Deutschland, aber die Leute hier mögen mich nicht. Geld und Essen habe ich auch kaum, während es den Deutschen, selbst denen ohne Arbeit, ganz gut geht. Aber arbeiten darf ich nicht, also werde ich spätestens nach ein paar Monaten kriminell—auf jeden Fall. Das ist der Kampf ums Überleben. Jeder Mann, Alter, der hier ankommt, der will vorankommen im Leben. Gleichzeitig sind viele von denen traumatisiert und haben harte Zeiten hinter sich. Die sind in einer ganz anderen Verfassung als Joko und Klaas, die jeden Tag den Arsch gepudert bekommen.

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Und jetzt wieder meine Meinung: Wenn jemand in meinem Garten steht und mich bedroht, dann kommt der nicht rein. Deshalb habe ich auch kein Problem mit niemandem. Weißt du, ich geh’ auch nicht wählen. Die Partei würde mir ja auch nicht bei meinen Problemen helfen. Ich zahle meine Steuern, weil ich keine Wahl habe, aber ansonsten versuche ich, alleine klarzukommen und achte einfach darauf, dass mir niemand was wegnimmt.

Du willst dich also den Regeln der Gesellschaft nicht unterwerfen?
Nein, nein, so sehe ich das nicht. Die Leute in dieser Gesellschaft verwechseln einfach Regeln mit Gerechtigkeit. Die Deutschen denken: Umso mehr Regeln es gibt, umso mehr Gerechtigkeit gibt es in unserem Land, aber das ist nicht der Punkt. Wenn ich in meinem sozialen Umfeld bemerke, dass mir ein Flüchtling etwas Schlechtes tut, dann habe ich auch was gegen Flüchtlinge. Das ist doch klar.

Du hast dann direkt was gegen alle Flüchtlinge?
Ich verallgemeinere da ganz schnell. Aber genauso bin ich auch, wenn mich ein Pensionist anmeckert—dann habe ich erstmal ein Problem mit alten Menschen. Das ist doch menschlich! Trotzdem würde ich nie protestieren gehen, weil das nichts hilft. Ich kümmere mich einfach um mich, mache mein Geld und sehe zu, dass ich überlebe.

Dein Leben besteht aus Kampf, und es geht nur um dich selbst?
Ja, ich glaube eben nicht daran, dass mir irgendjemand helfen will. Ich glaube nicht, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der irgendwer auf den anderen guckt. An der aktuellen Debatte merkt man auch, dass unsere Demokratie eh nicht funktioniert. Man entschiedet doch nichts, indem man wählt. Bei den wirklich wichtigen Dingen wird man nicht gefragt, ist doch so.
Letztens haben sie einen Kilometer von meiner Haustür in Lichterfelde entfernt ein Asylantenheim gebaut, dagegen gab es auch eine Unterschriftensammlung. Natürlich, es gibt dort ja auch viele Eigentumswohnungen. Ich habe da aber nicht mitgemacht, meinen Alltag beeinflusst dieses Heim weder negativ, noch positiv. Ich weiß nicht, was daran so schlimm sein soll und eben, wenn irgendwann jemand mir etwas Böses wollen sollte, egal welcher Herkunft, dann bringe ich den um. Woher kommen die Leute, die gerade nach Deutschland kommen? Aus Syrien, was noch?

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Aus Schwarzafrika, aus dem nahen Osten und zum Teil auch aus Osteuropa.
Wenn einer von denen in meinem Garten steht, ist das völlig egal. Für mich ist das alles gleich. Am Ende des Tages interessiert mich mein direktes Umfeld. Wenn du ein Freund bist, dann ist es egal, woher du kommst und andersrum genauso. Ich kann mir aber eh nicht vorstellen, dass die Frauen und Kinder, die hier ankommen, schlechte Absichten haben. Das ist eine Männersache, worüber wir hier reden. Ob man Frauen und Kinder aufnimmt, das sollte überhaupt nicht zur Diskussion stehen, natürlich macht man das!

Bei Männern stellst du das aber schon zur Diskussion? Warum?
Männer sind einfach zu mehr im Stande und Typen aus anderen Kulturkreisen haben nun mal oft eine andere Mentalität als die deutschen Männer. Da ist der Mann einfach mehr Mann geblieben, das muss man schon so sagen. Da gibt es nicht so viel Emanzipation und Gleichberechtigung. Da treffen dann echt kulturelle Unterschiede aufeinander, das glaube ich schon. Straftaten werden mehr von Männern begangen.

OK, das ist faktisch belegbar, ja. Aber willst du damit sagen, dass du gegen Emanzipation bist?
Nein, ich bin einfach der Meinung, dass es den Deutschen besser gehen würde, wenn sie anerkennen würden, dass sie naiv sind. Es gehört sich heute einfach, so zu tun, als könnten Frauen all das, was Männer können und Männer all das, was Frauen können. Außerdem ist es bei uns doch so, dass traditionelle Familienwerte gar nicht mehr existieren.

Du wünscht dir also intakte Familien und eindeutigere Geschlechterrollen zurück?
Ich glaube, Familie und Arbeit sind die Grundlagen, auf deren Basis ein Land funktioniert. Wie nennt man das mit den Kindern? Das, wo es darum geht, die Familien zu stärken? Es ist doch heutzutage Fakt, dass viele Männer nicht mehr genug Geld verdienen, um Frau und Kinder mitzuernähren. Daran scheitert eine Familie automatisch! Ich kenn’ das aus eigener Erfahrung! Das fing damals nach der Wende an. Das Taxi-Geschäft lief immer schlechter, mein Stiefvater verdiente weniger als früher. Dann kam der Euro und das Geld wurde noch weniger. Meine Familie ist auf jeden Fall daran kaputt gegangen, dass er mit normaler Arbeit zu wenig Geld verdiente.

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Glaubst du, dass dein Stievater daran kaputt ging, dass er deshalb seine Vaterrolle nicht „richtig“ nachkommen konnte?
Nein, wenn zu wenig Geld in der Familie ist, dann herrscht allgemein Frust. Das merkst du doch auch an den Protesten gegen Flüchtlinge und an Pegida: da geht es um Frust. Und wenn zu wenig Geld da ist, dann schaffen es wenige Leute, weiter zusammenzuhalten. Das habe ich arg gespürt. Meine Mutter musste sich damals selbstständig machen, was sie extrem belastet hat. Sie konnte nicht schlafen, weil sie nicht mit dem Druck klargekommen ist. Sie war erst Schneiderin in einer Firma gewesen, aber nach der Wende gingen die ganzen Firmen mit ihren Produktionsstätten ins Ausland. Meine Mutter verlor also ihren Job und wurde selbstständige Kosmetikerin. An der selbstständigen Arbeit siehst du auch, worum es heute geht in diesem Land: Die klassische Form der Arbeit, große Konzerne, die Tausende Leute einstellen, so wie Siemens, sowas gibt es doch nicht mehr. Entweder du bist stark genug, oder du fällst um. Meinetwegen wäre es ja auch OK, wenn die Frau arbeitet und der Vater zuhause bleibt—kein Problem. Aber wenn nicht genug Geld da ist, wird die Laune so oder so scheiße sein.

Blöder Satz, aber ich sag ihn trotzdem: Im internationalen Vergleich geht es den Menschen in diesem Land trotzdem noch relativ gut.
Relativ ist ein gutes Wort, ja.

Natürlich ist das immer eine Frage der Perspektive. Aber selbst der Hartz IV-Empfänger führt glaube ich ein wesentlich komfortableres Leben als ein syrischer Flüchtling.
Ja, ich bin ja sowieso dafür, Hartz IV abzuschaffen.

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Und was ist die Alternative?
Arbeiten gehen.

Aber wenn es nicht genug Arbeit gibt?
Es gibt genug Arbeit, aber ob die Leute von dem Geld, das sie mit dieser Arbeit verdienen, eine Familie ernähren können, das ist die Frage. Jetzt läuft das aber andersherum: die Leute kriegen Kinder, damit sie mehr Geld vom Staat bekommen. Und das kann nicht sein, das ist nicht der richtige Grund dafür, ein Kind in die Welt zu setzen. Ich sage auch nicht, dass die Ausländer uns die Arbeit wegnehmen, das ist Bullshit! Wenn ein Typ, der die deutsche Sprache nicht spricht, dir deinen Job wegnimmt, dann bist du einfach ein Idiot. Ich glaube sowieso, dass die Wut der Leute eigentlich vor allem daher kommt, dass der Staat die Leute nicht fragt, bevor er Tausende Flüchtlinge ins Land lässt. Ich glaube selbst irgendwelche Nazis hätten ja gesagt, wenn man sie direkt gefragt hätte, ob sie Flüchtlinge aufnehmen wollen.

Du bist also für mehr direkte Demokratie, so wie in der Schweiz?
Ja.

Aber was wäre, wenn die Deutschen dann hilfebedürftige Menschen ablehnen würde?
Dann müsste man das respektieren. In einer Demokratie sollte man über solche Sachen abstimmen können. Wir haben nicht zu viele Rechte oder zu viele Linke in Deutschland, sondern zu wenig Demokratie.

Also würdest du dich am Ende trotzdem als überzeugten Demokraten bezeichnen?
Nein. Ich glaube, dass die Diktatur das Richtige, beziehungsweise das ehrlichste ist. Da bekommt man genau das, was einem verkauft wird. Einer sagt was und das wird gemacht. Natürlich ist die Demokratie die sozial gerechteste Form, aber das, was wir als Demokratie verkauft bekommen, ist doch nicht mal so richtig demokratisch. Aber eine echte Demokratie wäre natürlich wunderschön! Aber am Ende ist es eh egal, in was für einem System ich lebe. Ich gucke notgedrungen sowieso nur auf mich und mein Umfeld. Die Leute kommen eben nicht klar mit mir, weil ich eine dicke Karre fahre und die neidisch auf mich sind.

Inwiefern äußert sich dieser Neid?
Sozialneid. Das sind alles Leute, die in ihrem Leben zu kurz gekommen sind. Die sind sauer, weil sie keine gesellschaftliche Anerkennung bekommen. Heute bekommst du die doch nur, wenn du viel Geld hast. Einer, der ein guter Mensch ist, kriegt doch von der Gesellschaft lange nicht so viel Anerkennung wie jemand, der finanziellen Erfolg hat.

Na ja. Das kommt doch darauf an, wessen Anerkennung man sucht. Wessen Anerkennung ist dir denn wichtiger? Die von deinen Freunden oder die von irgendwelchen Bank-Managern?
Ich denke da eher an das gesellschaftliche Ansehen und darüber, wie so etwas in den wirklich großen Medien angesehen ist. Im Fernsehen und auf Facebook. Ich sehe ja, wie die Kinder sich in den sozialen Netzwerken, die im Endeffekt doch längst asoziale Netzwerke sind, verhalten. Was die posten und schreiben: Da geht es nur um Klamotten, darum, wer wen krasser beleidigt und selbst, wenn jemand etwas postet, wovon er glaubt, das sei richtig, dann macht er das auch nur, damit andere sehen, dass er das gesagt hat. Wenn es keiner sieht, dann ist es nicht passiert. Im Netz ist doch eigentlich alles ein bisschen geheuchelt.

Aber lebst du deinen Fans nicht das Gleiche vor? Du bist selber in den sozialen Netzwerken sehr aktiv und auch dein Louis Vuitton-Portemonnaie hier auf dem Tisch ist doch auch ein Statussymbol.
Natürlich, aber ich stelle mich ja auch nicht hin und behaupte, wir hätten in diesem Land eine soziale Gerechtigkeit. Ich sage genau das, was ich lebe: Jeder muss an sich selbst denken, für sich selbst kämpfen und kann dann auch in seinem näheren Umfeld dafür sorgen, dass es diesen Leuten besser geht. Ja, da bin ich halt ein Einzelkämpfer. Wenn du so oft alleine gelassen wirst—von der Familie, von Freunden, vom Jugendamt, vom Sozialamt, einfach von allem—was bleibt dir auch anderes übrig? Hätte ich es nicht selbst gemacht, wer wäre denn dann gekommen? Mir haben aller immer nur gesagt: „Du bist nicht gut genug! Nicht gut genug in der Schule, nicht gut genug in der Ausbildung.“ Dann bekommste keine Arbeit und dann bist du weg vom Fenster.

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