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PROFILES BY VICE

Homosexuelle heilen – Hinter den Kulissen der sogenannten Reparativtherapie

Wir haben ein Camp besucht, in dem versucht wird, Schwule von ihrer Krankheit, dem "Schwulsein", durch die so genannte Reparativtherapie zu heilen.

von VICE Staff
26 Februar 2015, 9:05am

Als Reparativtherapie bezeichnet man die Behandlung, bei der Homosexuelle "geheilt" werden sollen, indem man versucht, sie mit Hilfe von Therapiesitzungen und Einschränkungen des Lebensstils heterosexuell zu machen. Diese Methoden gehen zurück bis in die frühen Tage Sigmund Freuds, als Homosexualität noch als Krankheit angesehen wurde und Behandlungsversuche als angebracht galten. Heutzutage steht Homosexualität allerdings nicht mehr auf der Liste der psychischen Krankheiten und Reparativtherapie gilt inzwischen als ineffektiv, schädigend und potenziell tödlich.

Trotz des Kampfes für die Akzeptanz von gleichgeschlechtlicher Ehe und die Gleichstellung von Homosexuellen ist Reparativtherapie auch heute noch ein weltweites Problem und wird jeden Tag angewandt.

In dieser Dokumentation hat VICE exklusive Einblicke in eine der Hunderten Reparativtherapie-Organisationen der USA bekommen. Beim "Journey into Manhood"-Programm zahlen Männer über 600 Dollar, um an einem Wochenendlehrgang teilzunehmen. Dabei müssen sie Übungen und Aktivitäten absolvieren, von denen das Personal behauptet, dass sie dabei helfen, gegen die Homosexualität anzukämpfen. Um ein Teil des Mitarbeiterteams zu werden, muss man nur eine Voraussetzung erfüllen: Man muss das Programm einmal erfolgreich durchlaufen haben.

Für unsere Dokumentation haben wir uns mit Dr. Joseph Nicolosi getroffen, der als wichtiger Vertreter der Reparativtherapie gilt und diese in Kalifornien illegalerweise bei Minderjährigen anwendet. Dazu analysieren wir noch den kontroversen Rechtsstreit bezüglich des Kampfes gegen die Reparativtherapie bei Jugendlichen, die noch keine 18 Jahre alt sind. Anschließend sind wir bei der jährlichen stattfindenden Gay Christian Network Conference anwesend, sprechen mit ehemaligen "Ex-Gay"Führungspersönlichkeiten wie John Smid (inzwischen ist er mit seinem homosexuellen Partner verheiratet) und lassen uns weitere schreckliche Geschichten der Menschen erzählen, die diese brutalen Behandlungsmethoden überlebt haben.

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