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Die Trierer NPD macht sich völlig lächerlich, bei EDEKA gibt es 400 Kilo Kokain-Bananen, Osama bin Ladens Schwester stirbt bei einem Flugzeugabsturz, Til Schweiger baut ein Flüchtlingsheim und in Bad Nenndorf marschieren Neonazis gegen Rechts.

von Paul Garbulski
03 August 2015, 2:31am

„Deutschland den Deutschen, Asylbetrüger raus!"

Safet Babic, Kreisvorsitzender der NPD, scheint neuerdings seine Vorliebe für große Appelle gefunden zu haben. Vor Kurzem erst rief er zum Boykott des „zionistischen Eis-Kartels" rund um Ben & Jerry's und Häagen-Dazs auf, nun sollte mit einem „nationalen Appell" der „Asyl-Irrsinn" gestoppt werden. In einer Videobotschaft an das Deutsche Volk hat Babic die Massen zu mobilisieren versucht, um mit ihm am 1. August gegen das neue Asylbewerberheim in Trier-Euren zu marschieren. Als Verstärkung für seine Videobotschaft stellte er sich die Crème de la Crème der NPD Trier zur Seite: Teilweise zahnlos, teilweise mit obligatorischer Glatze hatte jeder der drei Rhetoriker Schwierigkeiten, die zwei Zeilen eingeübten Text ohne Versprecher aufzusagen. Auch ihre Fackeln als visuelles Highlight konnten nicht recht überzeugen und so kam es, dass ganze 25 Patrioten dem Aufruf folgten. Am Samstag wurde die Truppe von über 700 Gegendemonstranten in Empfang genommen.

Bei EDEKA gab es 400 Kilo Kokain-Bananen

Foto: Imago | Teutopress

Alles nahm seinen Anfang in einer Braunschweiger Filiale. Dort wollten EDEKA-Mitarbeiter die frisch aus Südamerika eingetroffene Ware in Regale räumen. Doch beim Auspacken der Bananenkartons fanden sie in Folie verpacktes Kokain zwischen dem Obst. Die Polizei wurde benachrichtigt, worauf das LKA Hannover Tausende Kisten derselben Großlieferung untersuchte. In Rotenburg, Uelzen, Bispingen, Minden und Winsen/Aller erzielten die Beamten Treffer. Die insgesamt 400 Kilogramm sehr reines Kokain wurden auf einen Marktwert von 40 Millionen Euro geschätzt. Für wen die Ware gedacht war, ist noch nicht bekannt.

Laut katholischem Kirchenkongress wird Homosexualität mit dem Tod bestraft

Bischof Algermissen | Foto: Imago | epd

„Gender-Mainstream. Laut dieser Ideologie kann der Mensch je nach eigenem Belieben definieren, ob er nun Mann oder Frau ist, und er kann auch in der Folge dessen seine sexuelle Ausrichtung frei wählen. Bis vor ein, zwei Jahren habe ich noch gedacht, ein solch absurder Ansatz würde sich selbst überholen (...). Aber die Gender-Strategen unter den Politkern lassen einfach nicht locker." So begann der Gottesdienst von Bischof Algermissen, der die Eröffnung des dreitägigen Kongresses „Freude am Glauben" in Fulda bildete. Bis Sonntag fand sich dort die katholische Bundesprominenz ein, um zum diesjährigen Motto „Ehe und Familie" ihren Standpunkt kundzutun. Wer nun glaubt, dass diese Rede alttestamentarisch nicht mehr zu toppen sei, hat die Rechnung ohne Bischof Huonder gemacht. In seiner mit Bibelzitaten gespickten Rede berief er sich auf das Buch Levitikus (Lev 18, 22): „Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen." Holunder ergänzt: „Die Aussage hat daher auch Bedeutung für die Definition der Ehe und der Familie, da gibt es keine Vielfalt der Ehen- und Familienmodelle." Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

Osama bin Ladens Schwester stirbt bei einem Flugzeugabsturz

In Hampshire (England) stürzte am Freitagnachmittag ein Privatjet auf den Parkplatz eines Autohauses, nachdem die Landung kurz zuvor fehlgeschlagen war. Britischen Medien zufolge soll es sich bei den drei Passagieren an Board um Osama bin Ladens Halbschwester, Sana bin Laden, sowie ihren Ehemann und ihre Mutter handeln. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Flugzeug zu schnell die Landung ansteuerte. Keiner der Insassen hat überlebt.

Es regnet Konfetti beim ungewollten Spendenlauf der Nazis in Bad Nenndorf

Zum 10. Jubiläum sollte der Trauermarsch in Bad Nenndorf ein stiller Triumphzug der rechten Szene werden. Ziel war das Wincklerbad, wo im 2. Weltkrieg der britische Geheimdienst Nazis inhaftiert hatte. Doch anstatt die Rechtsextremen am Samstagmittag so schnell wie möglich aus der Stadt zu schmeißen, setzte die Initiative Rechts gegen Rechts alles daran, sie so lange wie möglich zu halten. Grund: Sie funktionierten den Trauermarsch zu einem Spendenlauf um, bei dem Privatleute und Unternehmen aufgerufen wurden, pro abgehaltener Marschminute 10 Euro zu spenden. Die Neonazis wurden von den Gegendemonstranten mit Konfetti umjubelt, mit Musik angefeuert und mit Bananen bei Kräften gehalten.

Flüchtlingsunruhen eskalieren in Bonn und Dresden, und Til Schweiger baut ein Flüchtlingsheim in Osterode

Foto: Imago | Future Image

In der Dresdner Asyl-Zeltstadt an der Bremer Straße kam es am Samstag zu einer Massenschlägerei unter Flüchtlingen. Rund 50 syrische und 50 afghanische „Männer und Frauen gingen mit allem, was greifbar war, aufeinander los—von der Zaunlatte bis zum Bettgestell", so ein Polizeisprecher. Die Gründe für die Eskalation sind bislang nicht bekannt. Fast zeitgleich wurde ein 23-jähriger Mann aus Guinea in einem Bonner Flüchtlingsheim vom SEK mehrfach angeschossen. Er soll mit zwei Messern bewaffnet die Beamten attackiert haben, kurz zuvor verletzte er bei einem Streit seinen Mitbewohner. Während die Staatsanwaltschaft die Schüsse prüft, wurde am Wochenende bekannt, dass Til Schweiger zusammen mit Freunden wie etwa Jan Josef Liefers ein vorbildhaftes Flüchtlingsheim in Osterode am Harz aufbauen möchte. Eine alte Kaserne ist bereits gekauft.

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