Euro 2016

Die acht schlechtesten Teams der EM

Der Ball ruht wieder, jetzt können wir abrechnen. Gesucht werden die 8 größten Pfeifen von Frankreich. Für Österreichs Deppen haben wir extra noch einen schlechten Witz ausgekramt.
12.7.16
Peter Powell/EPA

Die EM 2016 ist Geschichte. Das Endspiel mag zwar nichts für Freunde unterhaltsamen Offensivspiels gewesen sein, aber das Turnier als Ganzes hatte schon seine erinnernswerten Momente: Islands Durchmarsch bis ins Viertelfinale, Wales' Husarenritt bis ins Halbfinale, Griezmanns Show gegen Deutschland, Draxlers Sahnetag gegen die Slowakei, das Ronaldo-Drama und die Motteninvasion im Finale. Die EM in Frankreich hat sich vielleicht keinen Klassikerstatus verdient, aber ein jedes Turnier hat letztendlich eine Daseinsberichtigung in den Fußball-Geschichtsbüchern.

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Und jetzt, wo der Ball ruht, ist die Zeit für Abrechnungen gekommen. Und abgerechnet soll mit den acht schlechtesten Teams der Europameisterschaft werden. Ihr habt es nicht anders verdient, Jungs.

17. TÜRKEI

Zugegeben, die Türkei wurde in eine sauschwere Gruppe gelost. Trotzdem: Was sie in den ersten beiden Spielen boten, war schon sehr mau. Mit der 0:1-Niederlage gegen Kroatien war das Team von Fatih Terim noch hervorragend bedient. Im nächsten Spiel setzte es eine glasklare 0:3-Pleite gegen Spanien. Alles sah schon nach einer sicheren vorzeitigen Heimreise aus. Doch im letzten Spiel besiegte man die Tschechen dann plötzlich mit 2:0 und behielt so die Hoffnung Achtelfinale als einer der vier besten Gruppendritten am Leben. Wäre da nicht Robbie Bradys spätes Tor für Irland gegen Italien gefallen, was die Türken dann doch nach Hause schickte. Nicht dass sie die K.O.-Phase verdient hätten.

Für Arda Turan gab's nach der Vorrunde leider kein Foto. Foto (aber nicht für Arda): Peter Powell/EPA

18. ENGLAND

Englands Pleite gegen Island im Achtelfinale wird noch lange für Hohn und Spott auf der Insel sorgen. Das Team aus millionenschweren Premier-League-Stars ging völlig hilflos gegen eine Gruppe von No-Name-Spielern unter.

Auch in der Gruppenphase sah es nicht viel besser aus. Gegen Russland und die Slowakei reichte es jeweils nur zu einem Unentschieden. Vor allem im Spiel gegen die Sbornaja verballerte man eine Riesenchance nach der nächsten, um sich dann kurz vor Schluss fast schon folgerichtig den Ausgleich zu fangen. Zumindest Wales konnte man trotz Rückstand noch mit 2:1 besiegen. Bis eben Island kam. Alles in allem war der Auftritt der englischen Mannschaft einer der schlimmsten der Geschichte. Und die ist eh schon gespickt mit zahlreichen Pleiten und Pannen. Das Schlimmste aber war wohl, sich wochenlang die Ecken von Harry Kane geben zu müssen. Nur Boatengs Handtuch-über-dem-Kopf-Gesicht war ein noch traurigerer Anblick.

Enger-land, Enger-land, na na! // EPA Images/Mohamed Messara

19. SCHWEDEN

Im Gegensatz zu anderen One-Man-Teams, die bei der EM gute Leistungen gezeigt haben, war das Turnier für Blågulteine ziemliche Katastrophe. Zlatan war ein Schatten seiner Selbst, auch wenn es natürlich für ihn nicht leicht war, umringt von mittelmäßigen Mitspielern Gegnern Italien oder Belgien die Stirn zu bieten. Aber dass man nicht mal gegen Irland eine wirkliche Siegchance hatte, war selbst für erfolgsentwöhnte Schweden eine Enttäuschung. Einziger Lichtblick war Flügelflitzer Martin Olsson, der für mehr Schwung nach vorne gesorgt hat als seine gesamte restliche Mannschaft.

Neben Zlatan hören auch die Urgesteine Kim Källström und Andreas Isaksson auf. Aufbruchstimmung in Sverige. Es kann nur besser werden. Auch weil die Schweden ihren verhassten Coach Erik Hamrén los sind und Janne Andersson das Ruder übernimmt.

Zlatan sagt „Hej då" ni Richtung Fans. Foto: EPA Images/Tolga Bozoglu

20. RUMÄNIEN

Bevor wir jetzt mit Rumänien abrechnen, sei gesagt: Die Tricolorii sind mit bescheidenen Erwartungen ins Turnier gegangen. Und genau die haben sie dann auch erfüllt. Gegen Frankreich gab's eine (späte) Niederlage, gegen die Schweiz konnte man ein Unentschieden rauskratzen. Gegen Fußballzwerg Albanien verlor man dann aber im letzten Spiel erneut—die wirkliche Enttäuschung für das Team vom Schwarzen Meer.

Rumänien kam, sah zu und siegte nicht. Foto: EPA Images/Sergey Dolzhenko

21. TSCHECHISCHE REPUBLIK

Die Tschechen sind echte EM-Experten. Sie haben das Turnier (als Tschechoslowakei) 1976 gewonnen, kamen 1996 bis ins Finale und haben zudem drei Halbfinaleinzüge (1960, 1980, 2004) auf der Habenseite. Doch von solchen Ergebnissen konnte Tschechien bei dieser EM nur träumen: Einen einzigen Punkt konnten sie aus drei Spielen sammeln, und der war auch noch glücklich. Gegen Spanien verlor man nur mit einem Tor, gegen Kroatien hätte es eine Klatsche geben können (lies: müssen), wären die kroatischen Fans nicht durchgedreht—auf Kosten der Konzentration ihres Teams. Wie viel die Mannschaft um Altstar Petr Cech wirklich wert ist, wurde bei der 0:2-Pleite gegen die Türkei deutlich. Eine Mannschaft, die zuvor zweimal chancenlos war und verloren hatte.

Ein trauriges Ende für Torwart-Superstar Cech. Foto: EPA Images/Mohamed Messara

22. ÖSTERREICH

Obwohl die Österreicher nicht zwingend schlechter als die Tschechen oder Rumänen waren, was ihre Leistung auf dem Platz betrifft, verdienen sie eine schlechtere Platzierung in unserer Worst 8, weil sie einfach so viel mehr Talent haben. Nachdem sie die EM-Quali mit Leichtigkeit in der Tasche hatten (nach neun Siegen in zehn Spielen und einem Unentschieden), kam dann in Frankreich das große Erwachen (Copy-Paste für England, bitte). Ein Punkt aus drei Spielen, darunter die beiden Pleiten gegen Island und Fußballgroßmacht Ungarn. Aber hey, immerhin können sie sagen, sie haben dem späteren Europameister Portugal einen Punkt abgeknöpft. Ohne ein Tor zu schießen, versteht sich. Passend zur Leistung in diesem Turnier. Aber alte Kamellen auf Kosten der Österreicher würden wir jetzt trotzdem nicht machen (sondern überlassen das einfach anderen)…

Österreich war mal wieder Österreich bei einem Turnier. Foto: EPA Images/Abedin Taherkenareh

23. RUSSLAND

Es wird noch Jahre der Analyse dauern, um herauszufinden, wie zur Hölle Russland im ersten Spiel gegen England einen Punkt rausholen konnte. Mit eigenem Verdienst hatte das auf jeden Fall nichts zu tun, sondern nur mit Unvermögen der Engländer, aus 100 Chancen mehr als ein Tor zu machen. Doch auch mit dem gewonnenen Punkt gegen die Three Lions war das Turnier der Sbornaja eine einzige Horrorshow: erschreckend schwach auf jeder einzelnen Position, taktisch überfordert und ohne die nötige körperliche und mentale Kraft. Auch wenn das nicht ihre Schuld ist, wurde der Ruf des russischen Fußballs außerdem noch durch die marodierenden Hools in Marseille beschmutzt.

Der Trainer meinte in einem Interview, dass man nach dem letzten Spiel bis neun Uhr morgens wachgeblieben sei, um einige Szenen zu besprechen. „Wir sind scheiße", war die einhellige Analyse. Wenigstens das haben sie richtig gemacht.

Die Leistung der Sbornaja auf den Punkt gebracht. Foto: Rungroj Yongrit/EPA

24. UKRAINE

Als ob er grad erfahren hätte, dass wir die Ukraine noch schlechter als Russland fanden… Foto: EPA Images/Guillaume Horcajuelo

Auch wenn die eigenen Erwartungen schon echt bescheiden waren, war die Ukraine zweifelsohne das schlechteste Team im Turnier. Sie haben alle drei Spiele verloren, darunter auch 0:2 gegen Nobody Nordirland, und waren schon vor dem letzten Gruppenspiel ausgeschieden.

Wir tun uns eigentlich schwer, ein Team noch schlechter als die russische Nationalmannschaft einzuschätzen, aber bei der Ukraine haben wir leider keine andere Wahl. Sorry, Djungz.