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Durian

Deshalb riecht Durian so widerwärtig

Dank einer neuen Studie von Forschern der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie wissen wir jetzt, dass zwei Hauptverbindungen für diesen abartigen Geruch verantwortlich sind.

von Nick Rose
20 Januar 2017, 11:00am

Foto von Hafiz Issadeen via Flickr

„Als würde ich meiner toten Oma einen Zungenkuss verpassen." „Riecht wie ein Haufen Scheiße und schmeckt wie ein feuchter Furz." Das sind nicht unbedingt Sätze, die man im Zusammenhang mit Obst (oder Essen im Allgemeinen) hören möchte. Schon gar nicht beim vermeintlichen König der Früchte.

Und trotzdem können die Leute nicht die Finger von der Durian lassen – Pizza Hut und Kondomherstellern schlagen Kapital aus einem Gestank, den Millionen von Menschen in Südostasien nur allzu gut kennen. Und die Ausdünstungen der Frucht ziehen auch westliche Touristen magisch an, die auf der Suche nach einer außergewöhnlichen und super authentischen Geschmackserfahrung sind, mit der sie dann zu Hause bei Dates und vor ihnen Freundenprahlen können.

Doch eine grundlegende Frage bleibt oder blieb zumindest: Warum stinkt sie so fürchterlich? Nun, genau dafür gibt es Wissenschaftler und dank einer neuen Studie von Forschern der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie wissen wir jetzt, dass zwei Hauptverbindungen für diesen abartigen Geruch verantwortlich sind.

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Für ihre Untersuchung schauten sich die Forscher 19 Geruchsverbindungen genauer an, um herausfinden, welche davon am potentesten waren. Die stärksten Aromawerte hatten Verbindungen, die „nach Früchten, verfaulten Zwiebeln und gerösteten Zwiebeln rochen", gefolgt von „chemischen Verbindungen mit starken Kohl- und Schwefelnoten", heißt es in einer Presseerklärung zur Studie. Lecker. Kohl, Schwefel und verfaulte Zwiebeln. Kein Wunder, dass der Durian-Geruch so berüchtigt und so schwer eindeutig zu definieren war.

Die Ergebnisse, die in der nächsten Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlicht werden sollen, legen außerdem nahe, dass man den Geruch schon durch zwei der 19 Verbindungen nachbilden kann.

„Weitere Versuche haben gezeigt, dass allein die Kombination zweier Verbindungen – fruchtiges Ethyl-2-methylbutanoat und zwiebeliges 1-(Ethylsulfanyl)ethanthiol – den gesamten Geruchsverbindungen der Frucht ähnelte",heißt es in der Presseerklärung.

Damit wäre also ein Geheimnis geklärt. Jetzt müssen Wissenschaftler nur noch herausfinden, warum überhaupt jemand diese Stinkfrucht essen wollen würde.