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Dieser Mann nervt seine Nachbarn mit Outdoor-Fetisch-Treffs auf dem Land

Wir haben uns mit Guy Masterleigh über seine Kink-Partys unterhalten, über die seine Nachbarn alles andere als erfreut sind.

von Becky Lamming
25 August 2015, 4:00am

Guy Masterleigh hat uns diese Bilder geschickt. Sieht nach Spaß aus.

Eine Fetisch-Gruppe, die sich Tawsingham Society nennt und britische Geschichte als Motiv gewählt hat, hat letzte Woche Schlagzeilen gemacht, weil sie in ihrer Nachbarschaft ganz schön unangenehm auffällt. „Es sind Schulferien, und wir wollen gerne, dass unsere Kinder weg vom Computer und raus in unsere wundervolle Umwelt kommen", sagte eine Anwohnerin im walisischen Bancyffordd. „Bitte lasst nicht zu, dass Fremde ihre widerlichen Aktivitäten hierher bringen und unsere jungen Leute in Versuchung führen:"

Außerhalb von Bancyffordd waren die Reaktionen weniger negativ. Viele Online-Kommentatoren wollten die Postleitzahl wissen und der Vorfall hat der Tawsingham Society 50 neue Facebook-Follower eingebracht.

Der Anführer des Vereins ist Guy Masterleigh, der seit sechs Jahren in der walisischen Ortschaft die Fetisch-Aktivitäten ausrichtet. Der Slogan der Gruppe ist „Bringing fantasy into reality" und an den Kink-Spielen darf teilnehmen, wer über 18 ist. Für nur 10 Pfund pro Tag können sich Gäste auf dem privaten Grundstück im ländlichen Wales zu Guy und seiner Truppe von „Ponys, Hündchen und Schweinchen" gesellen. Obwohl der Veranstaltungsort so entlegen ist, locken diese Events Dutzende Kink-Fans an und die Online-Profile der Tawsingham Society sind in der Szene relativ beliebt.

Ich habe mich mit Guy über die Spiele, die Tawsingham bietet, und die kürzliche Kontroverse unterhalten.

VICE: Hi, Guy. Warum hast du angefangen, Kink-Events zu organisieren?
Guy Masterleigh: Weil es mit Freunden mehr Spaß macht als alleine!

OK, und was hat es mit der ländlichen Umgebung auf sich? Was bietet das?
Platz, Privatsphäre und die Möglichkeit, die Sterne am Himmel zu sehen. Es bedeutet auch, dass wir zelten können, was viel billiger ist als ein Hotel.

Tawsingham kombiniert die britische Geschichte mit extremem Kink—ist das ein verbreiteter Fetisch? Es klingt nicht so.
Ich denke, es ist einzigartig—auch wenn es anderswo ein paar Parallelen gibt. Der Reiz liegt für uns darin, in eine neue Rolle zu schlüpfen, ob das nun bedeutet, eine andere soziale Schicht, ein anderes Geschlecht oder eine andere Rolle zu spielen.

Verstehe. Kannst du den Tier-Rollenspiel-Aspekt erklären?
„Ein Urlaub vom Menschsein". Die Leute haben unterschiedliche Gründe, die sich selten ähneln. Doch es gibt einige Hinweise darauf, für welches Tier sich jemand entscheiden wird. „Ponys" sind meist Leute, die gerne dienen, sich kontrollieren und versorgen lassen, und sich präsentieren. „Hündchen" wollen die Freiheit, einfach nur dazu da zu sein, ihrem Herren oder ihrer Herrin zu dienen, nackt und ohne Scham. „Schweinchen" wollen einfach nur sein.

Ich habe gehört, dass du denkst, Larissa Lewis, die als verärgerte Dorfbewohnerin auf Wales Online zitiert wurde, sei eine „Saboteurin". Warum?
Weil es eine lange Geschichte der Antipathie sowohl gegen mich als auch gegen den Grundstücksbesitzer gibt, von einem Querulanten, der mit der Seite in Verbindung steht. Diese Story passt zu deren Vorgehensweise. Sie würden alles tun, um uns zu schaden. Haters gonna hate. Wir tun überhaupt nichts Unmoralisches. Ich will nicht ins Detail gehen, denn das wäre verleumderisch.

Fetischisten an einer Führmaschine für Pferde

OK. Jemand hat neulich vor Ort Vandalismus begangen, Sachen angezündet und so, stimmt's?
Ja. Wäre das nicht passiert, hätte das Event, das auf Wales Online beschrieben war, ganz anders ausgesehen. Wir hätten einen fest platzierten Wohnwagen dort als mein Hauptquartier gehabt, Werkzeugschuppen, eine Garage für unsere Sachen, eine Scheune für unseren Bagger und Materialien, einen Stall, Zwinger und einen Schweinestall für menschliche Tierchen, richtige Duschen und Toiletten—eigentlich eine sehr ordentliche Einrichtung.

VIDEO: Auf der Suche nach Spitman

Was war wohl das Motiv des Vandalen? Du hast gesagt, es sei ein „Gangbang im Drogenrausch" gewesen?
Ja, es gab eine Gangbang-Party. Ich denke, die Organisatoren waren entweder böswillig oder wollten Profit machen. Überall lagen Bier-, Wein- und Ciderflaschen, Nadeln auf dem Boden, Crack-Zubehör auf dem Tisch ... Ich kann nicht wissen, ob die Brandstiftung und die Sachbeschädigung geplant oder spontan waren, also spekuliere ich nicht darüber.

Ich bin nicht ganz sicher, was das für eine Vorrichtung ist.

Was halten deine Kinder von Kink? Wissen sie, was du tust?
Es wurde ihnen schon in einem sehr jungen Alter gesagt, denn wir mussten uns einen Erpresser vom Hals schaffen. Dann sind unsere Aktivitäten in einer Boulevardzeitung beschrieben worden, ähnlich wie in dieser kürzlich erschienenen Geschichte. Die Kinder sind heute erwachsen und hatten nie ein Problem damit, denn sie haben mit eigenen Augen gesehen, dass sich alles unter Erwachsenen abspielt, mit voll informierter und freiwilliger Zustimmung.

Danke, Guy.

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