Fotos: Beim Öl-Wrestling wird Sexarbeit zu Kunst

Bunter Glitzer, nackte Haut und Body Slams – Bei den Stripperwars geht es zuerst um Geborgenheit.

Wo die Sexarbeit aufhört und wo die Kunstperformance beginnt, ist nicht ganz klar, wenn man die Fotos von Nikolas-Petros Androbik sieht. Und vielleicht ist das auch die falsche Frage. Denn bei Stripper Wars, einer Veranstaltungsreihe der Gruppe Playgirl Mansion Presents, gegründet von Mercy, steht der Spaß der Wrestlerinnen und Wrestler im Mittelpunkt, ihre Kunst und ihr Gefühl von Sicherheit.


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Anfangs waren es nur Frauen, die sich in Berlin vor Publikum online oder im Real Life in Pools voller Öl und Glitter warfen, einander gewürgt, durch die Luft gewirbelt und die Gegend geschmissen haben. "Diese Girls werden dir zeigen, woraus sie gemacht sind!" hieß es damals in der Selbstbeschreibung. Mittlerweile sprechen die Veranstaltenden nicht mehr von Girls, sondern von Babes – weil auch Männer und ein nicht-binärer Mensch mitmachen.

Die nicht-binäre Person gewinnt an dem Abend am 14. Mai auch, den Nikolas-Petros Androbik im Berliner Veranstaltungsraum 800A dokumentiert. Gami nimmt den Sieg mit nach Hause.

Die Moderatorin Frau Dark setzt Gami eine Krone auf, am 3. Juni wird die nächste Performance sein. Das Publikum bittet Gami noch, eine kleine Rede zu halten, "Gami hat einfach eine krass schöne Porno-Stimme, so tief und männlich. Da hört man gerne zu", sagt Nikolas, der von dem Abend erzählt. Doch Gami will nicht mehr reden, die Krone reicht Gami.

Vier Kämpfe gibt es pro Abend, jeder dauert etwa zehn Minuten, am Ende kürt Frau Dark den Gewinner. Im Anschluss bleiben einige Babes oft noch da. Manche haben Freunde dabei, gemeinsam sitzen sie in der Bar und trinken noch etwas.

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Denn eigentlich geht es ja nicht um den Sieg. "Es war auch nicht so sau sexy", sagt Nikolas. Klar gebe es Lapdances, auch private, hinten im Backstage, aber die Stimmung sei der Grund, warum Künstler und Zuschauerinnen kommen – darunter auch queere Pärchen, "keine Creeps, die hinten in der Ecke sitzen".

Es werde viel gelacht, auch weil die Moderatorin voller Energie steckt und das Publikum mitnimmt, erzählt Nikolas: Nach den Kämpfen erhalten sie noch das Angebot, ganz exklusiv von den Performerinnen den Hintern verhauen zu bekommen. Und einige strecken tatsächlich die blanken Pos in den Raum.

Das Geld, das sie an diesem Abend einnehmen, teilen sich die Performer. Auch wenn die Body Slams manchmal hart wirken – am Ende geht es auch darum, dass sich alle geborgen fühlen und auch hinterher noch miteinander feiern und lachen können.


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