Anzeige
Sex

Eine Studie hat herausgefunden, dass Kiffer mehr Sex haben als Nicht-Kiffer

Von wegen antriebslose Naschkatzen.

von VICE Staff
30 Oktober 2017, 12:56pm

Fotos: Pixabay | Thefreshtoast

Kiffer leiden immer noch unter einem sehr einseitigen Ruf. Für Tante Maria oder deine ehemalige Mathelehrerin gelten sie als verpeilt und antriebslos. Solche, die planlos über die Welt philosophieren statt morgens in die Vorlesung zu gehen. Typen, die sich nicht zwischen Gummibärchen und Schokolade entscheiden können und einfach beides abwechselnd in den Mund stecken. An ein ausuferndes Sexleben denkt bei Kiffern niemand – offenbar zu Unrecht, wie jetzt Wissenschaftler herausfanden.

Das Team um den Urologen Michael Eisenberg von der Universität Stanford verglich Zahlen aus einer großen US-Gesundheitsumfrage, in der 50.000 Männer und Frauen zwischen 25 und 45 Jahren ihren Cannabis-Konsum und ihre Sex-Häufigkeit im Vorjahr angegeben hatten. Heraus kam: Wer täglich kiffte, hatte etwa 20 Prozent häufiger Sex als die Leute, die nicht kifften. Frauen hatten demnach in vier Wochen 7,1 statt 6 Mal Sex, Männer 6,9 statt 5,6 Mal.


Auch bei VICE: Cannabis Cuisine – Der Koch, den Gras am Leben hält


Die Sex-Häufigkeit stieg laut den Forschern ziemlich parallel zum Cannabis-Konsum an – unabhängig davon, ob die Befragten auch andere Rauschmittel wie Alkohol oder Kokain konsumierten oder nicht. "Häufiger Marihuana-Konsum scheint die sexuelle Motivation und Leistungsfähigkeit nicht zu schmälern. Wenn überhaupt, dann steht er im Zusammenhang mit erhöhter Koitus-Frequenz", so Autor Michael Eisenberg. Über die Höhe der Dosierung lagen keine Daten vor. Dennoch mahnen die Wissenschaftler vor voreiligen Schlüssen: "Die Studie sagt aber nicht, dass man mehr Sex hat, wenn man Marihuana raucht", so Eisenberg.

Studien über Sex und Cannabiskonsum brachten bisher ziemlich widersprüchliche Ergebnisse: Einerseits wird Gras mit männlicher Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht, andererseits ließ sich bei Marihuana-Konsum eine vermehrte Spermienaktivität beobachten. Manche Forscher machen zu häufiges Kiffen für Impotenz verantwortlich, andere widersprechen, da THC anders als Alkohol die Blutgefäße erweitert und die Blutzufuhr in den Penis erleichtert. In einer anderen Studie gaben Leute an, dass Sex im bekifften Zustand intensiver sei als im Alkoholrausch.

Dass Kiffer mehr Sex haben als Nicht-Kiffer dürfte jedoch nicht nur für die USA gelten, sondern auch für die über drei Millionen Deutschen, die im vergangenen Jahr Gras geraucht haben. Prof. Michael Sommer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Männergesundheit, geht davon aus, dass sich Ergebnisse auch auf Deutschland übertragen lassen – zumindest "bei gemäßigten Konsum".

Folge VICE auf Facebook, Instagram und Snapchat.

Tagged:
Sex
Drogen
Kiffen
Wissenschaft
Studie