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In Neuruppin lösen Neonazis ihre eigene Demo auf, beim ,Rock am Ring' werden 33 Menschen durch Blitzeinschläge verletzt, in Kiew machen Rechtsradikale Jagd auf Homosexuelle und in Paris starb ,Winnetou' an einer Lungenentzündung.
08 Juni 2015, 6:00am

Interne Protokolle sollen Sepp Blatter jetzt doch belasten

Foto von: Flickr | 2010 World Cup - Shine 2010 | CC

Die Ermittlungen gegen den zurückgetretenen Chef des Weltfussballverbands ziehen weitere Kreise. Offenbar wusste Blatter schon vor seiner Wiederwahl im Jahr 2011 von den Bestechungsgeldern, die aus Katar geflossen waren. Das berichtete der britische Sender Sky News unter Berufung auf interne Ermittlungsprotokolle der Fifa. Welche Auswirkungen die Untersuchungen in der Schweiz haben werden, ist derweil weiterhin unklar. Gemäss dem Compliance-Chef der Fifa, Domenico Scala, besteht durch die neuen Ermittlungen auch Gefahr für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar: „Sollten Beweise dafür vorliegen, dass die Vergabe nach Katar und Russland nur dank gekaufter Stimmen zustande kam, dann könnte die Vergabe nichtig sein", sagt Scala gegenüber der Sonntagszeitung.

Identitäre marschieren durch Wien

Am Samstag marschierten Identitäre aus ganz Europa durch Wien. Obwohl die Demonstration durch den 10. zu Beginn friedlich verlief, stießen nach der Demonstration am Praterstern Antifas und Identitäre aufeinander. Martin Sellner und Alexander Markovics vesicherten uns schnell, dass die Identitäre Bewegung friedlich sei. Trotzdem wurden aus dem Lokal, in das die Bewegung wenig später einkehrte, Gegenstände auf Antifas und Presse geworfen. Ein Fotograf hielt den Moment fest, in dem ein Identitärer mit einem Aschenbecher in der Hand ausholt. Er erstattete Anzeige, die Polizei räumte das Lokal.

Winnetou ist tot

Foto von: Blutsbrüder Old Shatterhand & Winnetou in Cinemascope-Farbfilm von 1963 am Marterpfahl | photopin | CC

Wenn ein Schauspieler in einer Rolle ,aufgeht', kann das für ihn Segen und Fluch zugleich sein. Der Ruhm wird dann so gewaltig, dass die Rolle zur Realität wird. Auf diese Weise wurde Mark Hamill von seiner Rolle assimiliert. Mark wer? Mark Hamill alias Luke Skywalker. Ähnliches Schicksal teilte Pierre Louis Baron de Bris. Vor 53 Jahren spielte er zum ersten Mal den Winnetou, seitdem ließ ihn die Rolle nicht mehr los. Am Samstag verstarben beide in einem Pariser Krankenhaus an einer Lungenentzündung. (Nein, nicht Luke Skywalker.)

Beim ,Rock am Ring' verletzen Blitzeinschläge 33 Menschen

Foto von: CIMG4006 | photopin | CC

Erneut bestätigt sich, dass der größte Feind von Festivals das Wetter ist. Zum ersten Mal fand der Rock am Ring nicht mehr auf der Rennbahn, sondern auf dem Flugplatz in Mendig statt, wo Petrus in der Nacht zum Samstag mit übelsten Gewittern auffuhr. Als wenn der Platzregen nicht genug gewesen wäre, knallte um 01:30 Uhr der erste Blitz herunter. Er schlug in den Backstage-Bereich einer Bühne ein und verletzte acht Mitarbeiter des Bühnenpersonals. Der Auftritt von Fritz Kalkbrenner wurde abgebrochen, die Zuschauer hatten das Feld zu räumen. Zwischen 03:00 und 04:00 Uhr schlugen noch zwei weitere Blitze ein—in einen Campingbereich und in der Nähe des Flugtowers. Dabei wurden insgesamt 25 Menschen verletzt. Als das Unwetter wieder abklang, nahm das Feiern seinen gewohnten Lauf.

50 Peitschenhiebe bekam Badawi, 950 warten auf den Blogger noch

Foto von: Ryan Rodrick Beiler | Shutterstock.com

Am 9. Januar wurden die ersten 50 Peitschenhiebe an Raif Badawi exekutiert. Verhaftet wurde der Blogger im Juni 2012, weil er auf seiner Webseite für liberale Verhältnisse in Saudi Arabien argumentierte. Das Gericht verurteilte ihn zu 1000 Peitschenhieben, zehn Jahren Gefängnis und einem zu zahlenden Betrag von umgerechnet 240.000 Euro. Badawis Verteidigung focht das Urteil durch alle Instanzen an, bis keine mehr übrig blieb. Das höchste Gericht in Saudi Arabien bestätigte am Wochenende das bestehende Urteil, jetzt kann nur noch die königliche Begnadigung Badawi retten.

Rechtsradikale machen Jagd auf Homosexuelle und Polizisten bei der Gay-Pride-Parade in Kiew

„Ich werde selber nicht am Marsch teilnehmen, doch ich sehe überhaupt keinen Grund, warum jemand diesen stören sollte, denn demonstrieren ist das verfassungsgemäße Recht eines jeden Bürgers der Ukraine." Das war der Kommentar des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, bevor in Kiew über 200 Demonstranten mit einem „Marsch für Gleichheit" auf die Straße gingen. Der Grund, warum jemand die Gay-Pride-Parade stören sollte, ist denkbar einfach: Homophobie. Offiziell drohten rechte Nationalisten die Demonstranten anzugreifen, wer sich tatsächlich unter den Sturmmasken befand, ist schwer zu sagen. Der Marsch dauerte 30 Minuten, so lange hielt der Polizeischutz. Als sich aber die Demonstranten auf den Weg nach Hause machten, entstanden Hetzjagden um die Häuserblocks, weil die Polizei keine Vorkehrungen für einen gesicherten Abtransport getroffen hatte. Von Chaos war die Rede.