Vegetarier

Ein bisschen weniger Hysterie, bitte: So viele Vegetarier leben in Deutschland

So viel Häme für so wenige Menschen.
3.1.17
Bild via Imago.

Bisher gab es keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele Menschen sich hierzulande tatsächlich vegetarisch ernähren. Die Zahlen, die am meisten zitiert worden sind, sind die von vegetarischen Interessengruppen. So gibt der Vegetarierbund an, dass sich etwa 10 Prozent der Deutschen vegetarisch ernähren. Das scheint ein sehr optimistischer Wert zu sein, wenn man nach der Erhebung des Robert Koch Instituts geht.

Die weisen für Deutschland 4,3 Prozent Vegetarier aus, dabei sind es prozentual mehr Frauen als Männer, 6,1 Prozent gegen 2,5 Prozent. Dabei gilt: Je höher die Bildung, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich jemand fleischfrei ernährt. Auch wer in Großstädten wohnt und viel Sport treibt, ist mit größerer Wahrscheinlichkeit ein Vegetarier. Dazu gilt: Es ist eine Bewegung für junge Menschen: Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 9,2 Prozent der Frauen und 5 Prozent der Männer. Insgesamt ist das nicht einmal jeder Zwanzigste, der damit vegetarisch (nicht einmal vegan) lebt.

Im Land gibt es damit vermutlich weniger Vegetarier, als es Witze über sie gibt. Da sieht eine große Mehrheit ihre carnivore Lebensweise von einigen wenigen bedroht, Debatten um Fleischverzicht werden mit großer Härte geführt, die „politisch korrekten" Verzichtler dafür gescholten, dass sie den anderen etwas verbieten wollen („Veggieday"). Und der Landwirtschaftminister will die Zukunft des Fleisches beschützen, will die Schweinefleischpflicht. Ein bisschen mehr Ruhe, bitte. Und ein bisschen mehr Argumente. Zitat aus der Studie: „Gesellschaftspolitisch werden einer vegetarischen Lebensweise häufig positive Auswirkungen zugeschrieben. Sie kann unter anderem über die Reduzierung der Massentierhaltung dazu beitragen die Umwelt zu schonen."

Das wäre doch eine Debatte wert.