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Waldbrand

So cool reagiert Gottschalk darauf, dass seine Villa abgefackelt ist

"Es gibt größeres Elend auf der Welt."

von VICE Staff
13 November 2018, 11:02am

Gottschalks: imago | Future Image | Flammen: pixabay | maciej326 | American Gothic: Wikipedia  

Manchmal geschehen Katastrophen, die weltweit Anteilnahme wecken. Und was im Moment im Westen der USA passiert, gehört dazu. Kalifornien brennt. Die Waldbrände, die dort seit mehreren Tagen wüten, sind die schlimmsten der US-Geschichte. Mehr als 40 Menschen sind bereits gestorben, über 6.000 Häuser abgebrannt. Darunter auch das von Thomas Gottschalk, eine Holzvilla in Malibu westlich von Los Angeles.

Am Dienstagmorgen hat der Entertainer seinem Radiosender Bayern1, in dem er seit letztem Jahr selbst eine Show moderiert, ein Interview gegeben. Es ist ein außergewöhnliches Interview, denn Gottschalk bleibt trotz des Verlusts seines Hauses ziemlich cool. "Man hat im Leben manchmal Glück, manchmal hat man Pech", sagt er. Und mehr noch: Er weist darauf hin, dass es vielen Menschen schlechter geht als ihm.

Gottschalk war zu dem Zeitpunkt, als das Feuer auf seine Villa übergriff, glücklicherweise nicht zu Hause. Er moderierte eine Benefizveranstaltung in Deutschland. Seine Frau Thea sei aber in den USA gewesen, sagt er Bayern1. Sie habe sich die Katzen geschnappt, das Katzenklo und das Katzenfutter, sei ins Auto gesprungen und abgehauen. "Alles andere ist verglüht." Dazu gehörte auch eine Originalhandschrift des Dichters Rainer Maria Rilke. Im Interview danach gefragt, meint Gottschalk nur: "Die Katzenklos sind gerettet und mein Rilke ist verbrannt." Alles in allem: Der Entertainer nimmt es extrem entspannt, dass gerade seine ganze Bude abgefackelt ist.

Gottschalk und seine Frau sind also unverletzt, die Katzen gerettet – alles gut, könnte man meinen. Und trotzdem berichten fast alle Zeitungen über den Fall, die Bild-Zeitung schickt einen Reporter mit Atemschutz-Maske in die Trümmer der Gottschalk-Villa ("Es fällt schwer, hier zu atmen") und zählt auf, was alles verbrannt ist: Fernseh-Preise, Kunstwerke, "legendäre Wetten Dass-Outfits". Das ist verständlich, Gottschalk ist immerhin fast jedem in Deutschland ein Begriff und so eine Katastrophe wird nahbarer, wenn man eins der Opfer kennt. Gleichzeitig muss man aber betonen, dass es eine Menge Menschen schlimmer erwischt hat als die Gottschalks, die ihre wertvolle Handschrift nicht retten konnten.

Thomas Gottschalk sieht das – genau so. "Ich will vermeiden, auf eine Mitleidstour zu gehen", sagt er. "Es gibt größeres Elend auf der Welt." Außerdem hätte er gerade ohnehin genug zu tun, Veranstaltungen zu moderieren und Verträge einzuhalten. Zurück nach Kalifornien wolle er auch nicht gleich. "Ich habe kein Interesse daran, mir die Asche meines Besitzes anzugucken." Klar, sagt er Bayern1, es gäbe genug Leute, die auf das Unglück hämisch reagieren würden. "Die sagen jetzt: Hätt' sich der Depp ein Haus in Fürstenfeldbruck gebaut, am Wasser, dann wär er nicht abgefackelt." Aber auch das höre er sich mit stoischer Ruhe an. Die scheint irgendwie sein Markenzeichen zu sein. Dafür unseren vollen Respekt.

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