5 News vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest

Ein Dieb klaut einen Leichenwagen inklusive einer Toten, gegen bayerische Polizisten wird wegen Hitlergrüßen ermittelt, und: Wie es in Chemnitz nun weitergeht.

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03 September 2018, 6:59am

Der gestohlene Leichenwagen: Comisaría Preventiva Municipal de San Pedro Tlaquepaque

Vor ein paar Jahren wäre so ein Unfall noch unmöglich gewesen, aber heutzutage kann sich vermutlich niemand komplett vom folgenden Szenario freimachen: Da willst du wohin fahren, das Navi zeigt dir den Weg und du bist dir vielleicht nicht hundertprozentig sicher, ob es stimmt. Aber hey, das Ding wird schon recht haben, oder ist das hier vielleicht …?

Am Samstagmorgen folgte eine 21-jährige Autofahrerin in Gladbeck den Anweisungen ihres Navi – und fuhr eine Treppe runter in einen Fußgängertunnel, berichtet die WAZ. Fußgänger oder Fahrerin wurden nicht verletzt.

Auch sonst geht es bei uns heute um einige Irrlichter: Wir schauen, wie die Chancen stehen, dass nach den rechten Demos am Wochenende nun wieder Ruhe in Chemnitz einkehrt. Außerdem: In Rosenheim sollen mehrere Polizisten den Hitlergruß gezeigt haben. In Berlin hat wohl ein Zehnjähriger einen Gleichaltrigen vergewaltigt und in Mexiko hat ein Mann einen Leichenwagen gestohlen – inklusive Leiche. Nur in Schweden sind die Menschen ihrem Klischee entsprechend gut drauf gewesen: bei einem Musikfestival komplett ohne Männer. Willkommen bei den Hangover News.

Wie es in Chemnitz weiter geht

Auf dem Karl-Marx-Monument in Chemnitz klebt ein Plakat, davor versammeln sich Menschen
Deutschlandfahne vor linkem Plakat: Pro Chemnitz und andere demonstrierten am Samstag unter anderem auch vor dem Schriftzug "Chemnitz ist weder grau noch braun"

Eine rechte Demo mit 6.000 Teilnehmern, 18 Verletzten und 37 Straftaten: Das ist die Bilanz des Samstags in Chemnitz. Seit Tagen kommt nach einem mutmaßlichen Totschlag vergangene Woche die Stadt nicht zu Ruhe, die Rechten peitschen die Stimmung auf und attackieren unter anderem Ausländer, Gegendemonstranten und Journalisten.

Die möglichen Straftaten der Demos der letzten Tage setzen sich fort, gleichzeitig wird weiter zu dem Todesfall ermittelt. Leider scheint dem sächsischen Ministerpräsident, Michael Kretschmer (CDU), noch immer nicht klar zu sein, wie gravierend das Problem des Rechtsextremismus in seinem Bundesland ist, das zeigte die gestrige Sendung von Anne Will.

Diskutiert über Rechte wird zwar durchaus, vor allem aber darüber, welche Folgen es für die AfD haben sollte, dass sie gemeinsam mit Neonazis durch die Straßen marschiert, wie am Samstag mit den Extremisten von Pegida und Pro Chemnitz.

Drei Männer stehen in vorderster Front einer Demonstration, der Mittlere trägt eine weiße Rose
Zwei ostdeutsche AfD-Landesvorsitzende und ein PEGIDA-Vize: Jörg Urban, Björn Höcke und Siegfried Däbritz (v.l.)

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock fordert, dass der Verfassungsschutz die Partei künftig beobachten soll, die SPD kann es sich vorstellen, falls es noch mehr Anzeichen für eine stärkere Zusammenarbeit gibt und die Linke, allen voran Sahra Wagenknecht lehnt es ab. Die Union ist gespalten, Horst Seehofer lehnt es ab, andere sprechen sich dafür aus, schreibt die FAZ.


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Am Montag aber – und das ist mal eine gute Nachricht – ist in der drittgrößten Stadt Sachsens erst einmal ein Konzert gegen Rechts mit Kraftklub, K.I.Z., Marteria und Casper angesetzt. Es musste laut Rolling Stone auf einen größeren Platz als zunächst geplant umziehen.

Ermittlungen gegen Polizisten in Rosenheim wegen Hitlergruß

In Sachsen gab es in den vergangen Wochen eine Menge Schlagzeilen über Staatsbedienstete mit zu großer Nähe zu rechten, nun gibt es auch welche aus Bayern. In Rosenheim wurde am Samstag öffentlich, dass Ermittlungen gegen zwei Bundespolizisten und einen Beamten der Sicherheitswacht laufen, nachdem diese in einem Lokal fremdenfeindliche Parolen geäußert und den Hitlergruß gezeigt haben sollen. Die Polizei bezeichnete die Vorfälle gegenüber der Welt als "Tischgespräche", die unter Alkoholeinfluss stattgefunden haben. Das erinnert ein bisschen an Donald Trumps Ausrede von "Locker room talk".

Missbrauch in Berlin: Zehnjähriger soll Gleichaltrigen vergewaltigt haben

Ein grausamer Missbrauchsfall beschäftigt Berlin. Bei einer Schulfahrt in die Uckermark soll ein zehnjähriger Junge einen Klassenkameraden vergewaltigt haben. Zwei Elfjährige sollen dabei das Opfer festgehalten haben. Der Fall soll sich vor den Sommerferien ereignet haben.

Das Opfer und seine Familie werden therapeutisch betreut. Der mutmaßliche Täter ist von der Schule derzeit freigestellt. Die beiden mutmaßlichen Helfer werden auf unterschiedliche Schulen versetzt. Alle drei mutmaßlichen Tätern sollen laut Informationen der Berliner Morgenpost aus Geflüchtetenfamilien stammen. Keiner der vier wurde bisher vernommen, die möglichen Täter sind strafunmündig, es muss aber noch geklärt werden, ob Lehrer und Erzieher auf der Klassenfahrt, auf der die Tat geschehen sein soll, ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Schwedinnen feiern "Statement"-Musikfestival komplett ohne Männer

Eine ungewöhnliche Anti-Missbrauchsidee kommt aus Schweden: Bei Göteborg ist am Freitag und Samstag das "Statement"-Festival über die Bühnen gegangen – ganz ohne Männer im Publikum. Auch unter den Sicherheitskräften, Berichtenden und Auftretenden waren keine Männer. Die Idee entstand, nachdem es vor einigen Wochen bei einem ähnlichen Festival in Norköpping Anzeigen zu vier Vergewaltigungen und 23 sexuellen Übergriffen gab.

Einige Männer haben sich laut BR24 bei der Antidiskriminierungsstelle in Schweden beschwert, die nun überprüft, ob das Festival mit den Gleichberechtigungsgesetzen des Landes vereinbar war.

Mexikanischer Dieb stiehlt Leichenwagen mit 80-jähriger Toter

Ein Dieb in Mexiko hat mehr Beute gemacht als er eigentlich wollte: Der 40-Jährige hat sich mit einem Leichenwagen aus dem Staub gemacht, der eine 80-jährige Tote geladen hatte. Die Polizei konnte das verlängerte weißen Chevrolet-SUV aber kurz darauf ausfindig machen und den Mann festnehmen, erklärten die Ermittler aus Tlaquepaque im Westen Mexikos am Samstag auf Facebook.

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