Eigenwillige Ästhetik im Doppelpack: Lena C. Emery und Juergen Teller

Lena C. Emery ist ein aufsteigender Stern am Fotohimmel, von dem Juergen Teller schon lange herabscheint. Unsere Fotoausgabe vereint die beiden in einem Feature.

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Okt. 7 2017, 4:30am

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Unsere diesjährige Fotoausgabe beschäftigt sich mit Vorbildern. Wir haben Nachwuchsfotografen und –fotografinnen gefragt, wer sie inspiriert hat, diesen Beruf zu ergreifen. Wir haben ihre Idole kontaktiert und dazu eingeladen, ihre Arbeit ebenfalls bei uns zu veröffentlichen. Das Ergebnis ist ein Dialog darüber, wie sich ältere und jüngere Künstler gegenseitig beeinflussen.

Nachdem Lena C. Emery 2016 ihr Erstlingswerk Rie (Kominek Books) veröffentlicht hatte, kehrte sie nach Japan zurück. Dort fand sie Inspiration im Gedränge Tokios und in der Ruhe der Präfektur Gunma. "Einerseits breiten sich Städte immer weiter aus und sind als Wohnort immer gefragter, andererseits haben wir ein tiefes Verlangen, bei jeder Gelegenheit in die Natur zu entkommen. Diesen Widerspruch wollte ich aufzeigen", sagt sie. "Warum lassen wir ihn zu und wie beeinflusst er uns? Ich bin schon lange fasziniert von der animistischen Weltsicht, die einen so wichtigen Teil der japanischen Tradition ausmacht – aber ich kann mir für sie nur schwer eine Zukunft vorstellen."


Bilder von Frauen, die sich geradezu meditativ auf Laub ausruhen, stehen im Kontrast zu monochromen, schroffen Eindrücken von der Stadt und ihren geschäftigen Bewohnern. Emery dokumentiert Schulkinder, die durch die U-Bahn der Metropole eilen, aber auch eine junge Frau, die lasziv auf einem Hotelbett posiert. Kleine Ausschnitte menschlicher Körper spielen auf die Anonymität der Großstadt an. Emerys zweite Monografie erscheint im Frühjahr 2018.

Foto von Lena C. Emery
Foto von Lena C. Emery
Foto von Lena C. Emery
Foto von Lena C. Emery
Foto von Lena C. Emery
Foto von Lena C. Emera

Emery hat uns gesagt, dass Juergen Teller sie inspiriert. Teller ist ein wahrhafter Starfotograf und gehört schon seit Jahren zu unseren Lieblingen. Er hat ikonische Aufnahmen von Kurt Cobain, Kate Moss und Björk erschaffen, zahlreiche Fotobände veröffentlicht, Kampagnen für hochkarätige Designer geschossen und lehrt als Professor für Fotografie an der Akademie der Schönen Künste in Nürnberg. Seine Arbeit wurde bereits unzählige Male ausgestellt, zum Beispiel bei Lehmann Maupin in New York, Fondation Cartier in Paris und im Tate Modern in London.

Juergen Teller, Octopussy, Rom 2008
Juergen Teller, Roy's nipples No. 1, Latimer Road, London 2017
Juergen Teller, The Keys to the House No. 119, Suffolk 2011
Juergen Teller, Lola in Pond, Suffolk 2010
Juergen Teller, Feet with cigarette and grass, Kiev Vitrine No. 6, 2007
Juergen Teller, PJ Harvey No. 5, Yeovil, England 1995

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