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Alkohol

Die Reichen und Gebildeten sind die größten Säufer unter uns

Du hast zwar vielleicht das Gefühl, dass die größten Saufköpfe Versager wie deine gammligen, ungebildeten Nachbarn sind, die zu jeder Tages- und Nachzeit mit einem Bier vor der Tür sitzen, aber im Durchschnitt sind die Reichsten und Gebildetsten unter...
Hilary Pollack
Los Angeles, US
10.8.15
Foto von Matt Weibo via Flickr

Man kann sich auf so viele verschiedene Arten betrinken.

Man trinkt beim hoffnungslosen Versuch, bei einem Tinder-Date „mit Klasse" rüberzukommen, ein oder zwei Gläser zu viel. Man kippt sich beim Grillen am See ein Bier nach dem anderen runter, bis man bemerkt, dass die beiden 6-Packs plötzlich weg sind. Und dann gibt es noch ein paar wenige Elitäre, die den ganzen Abend einen 15 Euro teuren Moskow Mule und Gin Basil Smash nach dem anderen bestellen, ohne auch nur zwei Mal über die Rechnung nachzudenken.

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Und die letzte Gruppe betrinkt sich mehr als alle anderen.

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Wenn man sich den Stammtisch in der Eckkneipe seiner Wahl ansieht, könnte man davon ausgehen, dass die größten Säufer die Typen sind, die keinen Job länger als vier Monate haben, bevor sie wieder gekündigt werden. Stimmt aber nicht. Laut einer aktuellen Umfrage von Gallup sind es die mit den Eliteuni-Abschlüssen, die alles über Pferderennen wissen und Socken aus Seide tragen.

Die Studie, basierend auf Daten von 1.009 Amerikanern, fand heraus, dass unter der Gruppe der Reichsten und Gebildetsten die meisten Trinker sind. Genauer gesagt, wenn du mehr als etwa 70.000 Euro pro Jahr verdienst, besteht eine 78-prozentige Chance, dass du öfter mit Jack und Johnnie liebäugelst. 80-prozentig, wenn du einen Uniabschluss hast. Wenn du aber weniger als ca. 28.000 Euro pro Jahr verdienst oder es immer noch nicht über die Realschule hinaus geschafft hast, stehen die Chancen nur bei 45 Prozent bzw. 52 Prozent, dass du Alkohol trinkst. Diese beiden Faktoren haben mehr Einfluss darauf, ob wir Alkohol trinken oder abstinent leben, als Geschlecht, Alter, Herkunft, Wohnort oder Religionsbekenntnis.

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Das hat wahrscheinlich einen offensichtlichen Grund: Wer stinkreich ist, bestellt viel schneller eine Flasche Champagner zum Brunch oder ein paar Martinis zum Business-Lunch, ohne dabei fürchten zu müssen, seinen Job an der Tankstelle zu verlieren. Die Wohlhabenderen unter uns gehen öfter essen, gehen öfter in den Urlaub und sind im Umgang mit ihren Mitarbeitern geselliger. Ha! Ist das Leben nicht toll?

Anders als man möglicherweise vermuten würde, sind die größten Säufer nicht die 20-jährigen Rich Kids, sondern die 30- bis 49 Jährigen. Männer trinken außerdem häufiger als Frauen—was natürlich Sinn ergibt, denn Männer sind ja so reich, reich reich! Wer gönnt sich nicht gerne einen eiskalten Martini nach ein paar Lägen im privaten Innenpool, der à la Dagobert Duck mit Goldmünzen gefüllt ist?

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Fast die Hälfte aller Trinker mit höherem Einkommen und hohem Bildungsgrad gaben an, dass sie innerhalb der vergangenen 24 Stunden ein alkoholisches Getränk zu sich genommen hatten. Von den geringer Verdienenden waren es nur 18 Prozent.

Das bedeutet also, dass Reiche öfter trinken, was aber nicht unbedingt heißt, dass sie auch mehr trinken. Das Einkommen hatte bei der Studie keine starke Auswirkung auf die Tendenz zum übermäßigen Alkoholkonsum—obwohl Hochschulabsolventen weniger dazu neigen, zu tief ins Glas zu schauen als jene ohne Hochschulabschluss. Aber, hmm.

Das Lieblingsgetränk der Amerikaner ist, wenig überraschend, das gute alte Bier. 42 Prozent der Studienteilnehmer tranken am häufigsten Bier, während 34 Prozent Wein vorzogen und sich nur 21 Prozent für harten Alkohol entschieden. Da gab es keine Unterschiede bei Bildungsgrad oder Reichtum.

Nur die, die am meisten verdienen, trinken eher Wein als Bier. Auch keine Überraschung.

Schön, das hat Spaß gemacht. Und jetzt sag doch bitte mal dem Butler, er soll noch eine Flasche Schampus bringen.