Australische Meth-Junkies dealen mit toten Hirschen

Tausche Geweih gegen Crystal.

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03 April 2015, 4:00am

Illustration von Ole Tillmann

Bei Jägern im Meth-Rausch, die Hirschköpfe gegen Drogen tauschen, denkt man vielleicht an eine düstere Fortsetzung des Electric Kool-Aid Acid Tests. Doch im ländlichen Australien stellen diese ein reales Problem dar.

Bauern in Victoria, die dem unverkennbaren Geruch verwesender Kadaver folgten, haben in letzter Zeit vermehrt Haufen kopfloser Hirsche entdeckt. Nun ermittelt die Polizei gegen einen Wildererring von Crystal-abhängigen Hinterwäldlern.

Sergeant Kris Hamilton vom Polizeidezernat Victoria sagte: „Die kleine Gruppe von Kriminellen, die diese Vergehen verübt, hat begrenzte Mittel, um ihre Sucht zu finanzieren. Sie leben in bergigen Regionen. Sie sind häufig arbeitslos, aber in Bezug auf die Jagd interessiert und erfahren. Viele von ihnen wurden zu fähigen Jägern ausgebildet. Diese Fähigkeiten sind oft ihre einzige Möglichkeit, ihren Unterhalt zu verdienen."

Die Banden arbeiten mit Walkie-Talkies, Straßensperren und Jagdkameras. Unter anderem nutzen sie grelles Licht, um das Wild zu blenden, und die besten Exemplare auswählen zu können.

Ein Hirschkopf mit Geweih kann bis zu 240 Euro einbringen. Dafür kriegt man eine Menge Meth—sogar in Australien, wo Drogen zu Rekordpreisen gehandelt werden.

Da Australier gewillt sind, kräftig für ihre Drogen zu blechen, haben internationale Banden das Land mit Crystal Meth überflutet. Meth ist hier nach Ecstasy und Gras die beliebteste Droge. Australien hat einen der größten Meth-Märkte.

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