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Popkultur

In dieser Reihenfolge solltest du Staffel 4 von 'Black Mirror' schauen

Mit dieser spoilerfreien Episodenreihenfolge holst du das meiste aus den neuen Folgen.

von Noel Ransome
04 Januar 2018, 4:00am

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Netflix

Kaum eine Serie sorgt dafür, dass wir die gute, alte Realität so sehr schätzen wie Black Mirror. Gleichzeitig lehrt sie uns aber, die Realität zu fürchten, denn der Name ist Programm: Black Mirror lässt uns in einen düsteren Spiegel blicken, in dem alle bedenklichen Aspekte unserer Hightech-Welt zum Albtraum gewuchert sind. Die Serie aus der Feder von Charlie Brooker lässt den technischen Rückschritt einer postapokalyptischen Walking Dead-Welt aussehen wie eine Erholungskur.

Inzwischen ist die vierte Staffel der Erfolgsserie auf Netflix zu sehen. Nach der dritten Staffel lassen viele Serien nach, doch Black Mirror hat nichts von seiner dystopischen Spannung verloren. Um die sechs Folgen der neuen Staffel – und die Gefühlslawinen, die sie lostreten – optimal auszukosten, solltest du sie allerdings nicht einfach in einem Rutsch durchsuchten. Staffel vier vereint diverse Untergenres, und jede Folge hat eine ganz eigene Atmosphäre. Wenn du dir gleich eine Überdosis Black Mirror gibst, könntest du am Ende außerdem solche Angst vor Technik haben, dass du dein Smartphone wegwirfst und all deine Nutzerprofile löschst.


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Du solltest dir nicht nur ein bisschen Zeit lassen mit den Folgen – wir haben dir außerdem eine Reihenfolge zum Anschauen erstellt, die das meiste aus der Staffel herausholt. Weil jede Episode eine in sich geschlossene Handlung hat, durchkreuzt du damit auch keine Pläne der Macher.

Episode 1: USS Callister

Star Trek-Parodien gibt es wie Sand am Meer, aber diese Episode geht trotzdem runter wie frisch repliziertes Öl. Manche Black Mirror-Folgen willst du hinterher sofort aus deinem Gedächtnis löschen, aber nicht diese hier. Die moralischen Kernfragen, die Virtual Reality aufwirft, werden augenzwinkernd klischeereich in den Fokus gestellt. Eines der vielen Highlights ist, wie unfassbar akkurat Jesse Plemons (Friday Night Lights, Breaking Bad) Captain Kirk imitiert. Insgesamt ist USS Callister der perfekte, vorsichtige Einstieg in den gestörten Clusterfuck der restlichen Staffel.

Episode 3: Krokodil

Eine gute Lüge ist eine, die glaubhaft klingt. Aber was, wenn das nicht mehr reicht? Was, wenn jemand deine Gedanken sehen kann, während du versuchst zu lügen? Das ist das Szenario, das Krokodil uns bietet, denn im Black Mirror-Universum gibt es ein spezielles Gerät, das Gedanken bildlich auf einem Monitor erscheinen lässt. Was würdest du in einer solchen Welt tun, um deine Geheimnisse zu wahren? Die Frau in dieser Folge geht jedenfalls so weit, dass du dir einen starken Drink bereitstellen solltest.

Episode 4: Hang the DJ

Eine willkommene Verschnaufpause nach dem Brett, das Folge 3 dir um die Ohren geklatscht hat. Die Prämisse: Stell dir eine Welt vor, in der Tinder-Matches bindend sind – nicht einmal wie ein Vertrag, sondern eher wie ein Gesetz. Der Match-Zirkus muss weitergehen, bis wir den Einen oder die Eine finden. Hang the DJ ist ein klassisches Hoch auf die Liebe im Social-Media-Zeitalter, allerdings mit einem reichhaltigen Plot-Twist und einer Prise WTF. Das ist die einzige Liebesgeschichte, die Black Mirror uns diese Staffel gönnt, also solltest du diese kleine emotionale Zuflucht schätzen.

Episode 5: Metallkopf

Eine Terminator-Geschichte – nur dass der Terminator (oder T-1000) hier ein Metallhund ohne Hintergrundstory ist. Falls diese Folge bei dir weniger Angstschweiß fließen lässt als andere, dann wohl nur, weil wir von diesem Skynet-Szenario noch weiter entfernt scheinen als von den Tech-Schrecken anderer Episoden. In jeder anderen Hinsicht dreht Metallkopf aber gewaltig an der Spannungsschraube. Die Kombination aus einer im Prinzip recht niedlichen Figur – ein kleiner Hund, der beste Freund des Menschen – und dem gnadenlosen Grauen einer unaufhaltsamen Hinrichtungsmaschine verstört zutiefst.

Episode 2: Arkangel

Manchmal lieben wir einen Menschen so sehr, dass diese Liebe sich anfühlt wie eine Art Krankheit, die uns von innen auffrisst – nichts darf diesem geliebten Menschen passieren, denn seinen Schmerz ertragen wir viel schlechter als den eigenen. Viele Eltern kennen dieses Gefühl bestimmt. Arkangel erforscht anhand einer fiktiven Technologie Überfürsorglichkeit und die egoistischen Aspekte guter Absichten. Bereits heute injizieren viele Eltern ihren Kindern Ortungschips, und bei Haustieren ist es natürlich ohnehin schon gang und gäbe. Arkangel erweitert dieses Prinzip noch um weitere Formen der Überwachung, die ethische Fragen zur Privatsphäre aufwerfen. Diesmal gibt es keine Killer-Roboter und keine sadistischen VR-Lords – aber dafür jede Menge Stoff zum Grübeln.

Episode 6: Black Museum

Die geeignete Folge, um dich wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen. Black Museum ist im Grunde eine Black Mirror-Folge innerhalb einer Black Mirror-Folge. Eine Frau sieht sich ein Museum der Verbrechen an und der Kurator erzählt ihr von den Übeln und Gefahren der diversen Technik-Exponate. Leider wirkt die Episode ein bisschen wie ein erhobener Zeigefinger im Stil einer wohlmeinenden Anti-Drogen-Warnung. Sie ist kurzweilig, aber brennt sich nicht ins Gedächtnis ein. Damit bildet der eigentliche Abschluss der Staffel auch für uns das beste Schlusslicht. Von wegen, man soll aufhören, wenn es am besten ist – schlimm genug, dass es nur sechs Episoden gibt, und so tut das Scheiden ein bisschen weniger weh.

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