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Pipi in meinem Mund

Der Schlüssel zu so strahlend weißen Zähnen wie denen von Ryan Gosling liegt in einem guten Schluck eurer eigenen Pisse.
27.3.12

Der American Academy of Cosmetics Dentistry zufolge ist das Bleichen von Zähnen heute die gefragteste kosmetische Behandlung überhaupt. Allein letztes Jahr gaben Amerikaner 1,4 Milliarden Dollar für nicht-verschreibungspflichtige Bleeching-Produkte aus, mit dem Ziel, sich das klassische Hollywood-Lächeln zu verschaffen.

Was den Leuten nicht bewusst ist, ist, dass die meisten grinsenden Berühmtheiten, von Ryan Gosling bis Ryan Seacrest, nicht einmal echte Zähne haben, das sind alles Porzellan-Verkleidungen und diese Kosten ein Vermögen. Was den Leuten auch nicht bewusst ist, ist, dass das Geheimnis des perfekten Lächelns schon die ganze Zeit in ihnen geschlummert hat, und zwar mitten in ihrer Blase Ja, es ist wahr, Urin ist das beste Zahn-Bleich-Produkt, das man überhaupt auftreiben kann. Es ist chemiefrei, effektiv und kostet rein gar nichts. Seit der römischen Antike haben Menschen Urin verwendet, um ihre Zähne aufzuhellen. Die Römer verwendeten es auch um Geschirr und Wäsche zu waschen, schließlich ist der Ammoniak aus der Harnblase ein natürlicher Allzweckreiniger. Ganz genau, die Römer pissten einfach überall hin und wurden so zu einer Weltmacht! Also gurgelte ich während eines Familien-Urlaubes in einem All-You-Can-Drink-Resort zwei Wochen lang meine Pisse, in der Hoffnung auf ein strahlenderes Lächeln. Ich bereue nichts.

Während meiner Reisevorbereitungen packte ich ein kleines Buch mit ein, mit dem Titel Urine Therapy und jedesmal, wenn ich etwas verschüchtert war oder zweifelte, berief ich mich auf das Buch, als wäre es meine Bibel. Und irgendwie ist es jetzt auch meine Bibel. Und das lernte ich daraus: Es ist überhaupt nichts Seltsames oder Widerliches daran, mehr mit seiner Pisse anzufangen, als sie im Klo runterzuspülen, oder einen japanischen Geschäftsmann via Skype damit zum Orgasmus zu bringen. Und vor allem ist es auch nicht seltsam, in einen Becher zu pissen, ihn dann an seine Lippen zu führen, und seine eigenen warmen Körperflüssigkeiten im Mund zu schwenken und zu gurgeln, sie zu verkosten und auf der Zunge zergehen zu lassen wie einen feinen Wein. Das ist überhaupt nicht seltsam.

Die ersten paar Male, als ich sie trank, war meine Pisse nahezu orange. Sie war super salzig und schmeckte, als ob sie im Badezimmer eines mexikanischen Supermarkts produziert worden wäre. Nur ein Mal habe ich gewürgt und angefangen zu weinen, aber andererseits heilte sie auch meine Halsschmerzen.

Allmählich verstand ich, dass das größte Problem an meinen Pipi-Verkostungen nicht nur das Essen war, was ich vorher hatte, sowas wie riesige Mengen an Salz und Krautsalat, sondern auch, dass ich zu nüchtern gewesen bin. Alkohol macht Pisse viel erträglicher, auf der psychologischen und der physischen Ebene. Kaffe, andererseits, nicht. Einmal habe ich einen Becher Pisse runtergekippt, der den Geschmack eines bitteren Espresso hatte. Manche Substanzen werden vom Körper einfach nicht gänzlich verarbeitet—ein berüchtigtes Beispiel dafür ist Asparagin. Es hat nicht lange gedauert und schon regulierte ich mein Essen und meine Getränke danach, wie meine Pisse schmecken sollte.

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Im Laufe des Urlaubs schlich ich mich ständig ins Badezimmer um Urine Therapy zu lesen und schon bald wurde Pisse meine Antwort auf jede Frage. Meinem Vater war total schlecht, also erklärte ich ihm, wie Pisse-Trinken von Übelkeit befreit. Meine Mutter sagte, sie fühle sich fett, also erzählte ich ihr von einem Heilmittel gegen Fettleibigkeit. Man muss sich dafür nur für zwei Stunden am Tag in Urin und Plastik einwickeln. Mein Bruder beschwerte sich über Schmerzen im Ohr, also drängte ich ihn dazu, „ein bisschen Pipi rein zu tun“. Alles geriet dann jedoch sehr schnell außer Kontrolle und am Ende der Ferien wussten alle, dass ich mit meiner Pisse rumspiele, was zumindest erklärte, warum ich ständig für so lange Zeit im Bad verschwinde. Meine Mutter sprach mich darauf an. Ich versicherte ihr, dass es natürlich, gesund, nachhaltig und nicht-toxisch sei. Seit dem redet sie nicht mehr mit mir.

Am Ende der Ferien entsprach die Weißheit meiner Zähne zwar immer noch nicht ganz meinen Erwartungen, aber ich fühlte mich, als hätte ich einen recht guten Anfang gemacht. Ich hab auch wieder zu rauchen angefangen und bin mir ziemlich sicher, dass der Urin dem negativen Effekt von Nikotin auf meine Zähne entgegenwirkt. Als besonderer Bonus kann man Urin auch inhalieren, was wohl Asthma lindern kann.

Die eigentliche Lehre aus all dem ist, dass Pisse magisch ist und beinah alles kann. Also nicht nur, dass normale Menschen vom Urin-Gurgeln profitieren können, um ein Hollywood-Lächeln zu bekommen, sondern auch Hollywood könnte einen Vorteil daraus ziehen, wenn ein gigantischer Tsunami aus Urin jedes Celebrity-Problem in einer gelben Flut wegspülen würde: Michael J. Fox’ Parkinson, Nick Cannons seltene Form von Lupus, Roger Eberts Gesicht, John Travoltas Scientology … alles würde durch die magische Kraft von Pisse geheilt.

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Wenn ihr also daran interessiert seid, euch eure eigene Pisse in den Mund zu schütten (und wenn du irgendwas, was oben steht, gelesen hast, dann solltest du das sein), habe ich eine praktische Anleitung angefertigt, basierend auf dem, was ich in Urine Therapy gelernt habe. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss aufs Klo.

Wie trinke ich meine eigene Pisse:

1) Stell sicher, dass du keine dreckige Harnröhre hast … Es sei denn, du willst dich umbringen, könnte ja sein. Weiß ich nicht, ich bin nicht du.

2) Finde einen ordentlichen Becher, aus dem es dir Spaß macht zu trinken. Das wird ein wenig den emotionalen Stress lindern. Vielleicht einen Kaffeebecher mit deinem Grundschulabschlussfoto drauf? Ich hab mich für einen Messbecher entschieden.

3) Zeit zum Pinkeln. Stell sicher, dass du nicht die ersten Tropfen erwischst, die aus deiner Penis und/oder deinem Frauending, kommen. Diese Pisse ist voll von Bakterien und sollte nicht konsumiert werden. (Im Gegenteil zum Mittelstrahl, der immer konsumiert werden sollte. Immer.)

4) Kannst du dich noch daran erinnern, als du jung warst und es cool war zu versuchen, deinen Pipi-Fluss zu stoppen, damit du dann „länger durchhalten“ könntest oder eine engere Muschi hättest? (Das haben doch alle gemacht, oder?) So etwas in der Art sollte man machen, damit man den sauberen Strahl abfängt, ohne sich auf die Hände zu pissen.

5) Wenn du mit deiner Pipi-Ausbeute zufrieden bist, dann nimm den Becher beiseite und runter damit. Herzlichen Glückwunsch, das war ein schöner Becher Urin.

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6) Jetzt wirst du wohl deine Pisse so schnell wie möglich gurgeln wollen. Je länger man wartet desto mehr Ammoniak entwickelt sich im Urin und Ammoniak ist das, was deinen Urin zum Stinken bringt, also auch den Geschmack versaut. Ammoniak ist eigentlich auch giftig, aber es ist auch das Zeug, dass deine Zähne weiß macht und zum Strahlen bringt.

7) Schwenk die heiße Pisse in deinem Mund umher. Sei nicht schüchtern. Versuche, sie so lange wie möglich in deinem Mund zu behalten. Schluck ein wenig, wenn du willst.

8) Ausspülen?

9) Sammele dich und kehr zurück in die Gesellschaft. Erzähl niemandem, was du gerade getan hast. Behalt dein Geheimnis und leb dein normales Leben weiter, als hättest du nicht gerade tatsächlich in deinen eigenen Mund gepisst.

10) Wiederhol das mehr als 1000 Mal und voilà, im Handumdrehen hast du ein paar schöne schimmernd weiße Beißer. Und vielleicht einen neu entdeckten Urin-Fetisch. Ihr habt doch nicht gedacht, dass ihr aus der Nummer rauskommt, ohne euch noch ein Video-Tagebuch von Karas kleinem Zähne-Bleich-Experiment anzusehen, oder?

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