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Bis so guet

​8 Tipps Wie du jedes Business Meeting überstehst

Manche Business Meetings sind ein Kampf ums nackte Überleben. Aber es gibt Möglichkeiten, das Ganze zu überstehen.

von Philipp Spillmann
15 Jänner 2015, 12:00pm

Foto von Angelo DeSantis

Es ist also soweit. Du arbeitest bei einem aufstrebenden Startup, bei einer maroden Immobilienfirma oder—der Klassiker—bei einer Werbeagentur. Und du stehst kurz davor, deine Zweihundert-Franken-Idee einem Fünfzig-Millionen-Unternehmen vorzustellen. Unter Umständen hast du monatelang in deinem Büro campiert, hast zwischen Toilette, Mikrowelle und Raucherraum genächtigt, um der Idee den nötigen Schliff zu geben. Gestern Nacht noch, als dir Polly, der Nikotin süchtige Papagei deines Chefs, den letzten Keks klaute, wolltest du alles hinschmeissen. Aber dann kam der Marschbefehl—die Terminbestätigung. Und nun stehst du vor dem siebzehnstöckigen Hauptsitz deines Kunden wie ein Gaukler vor der Burg.

Aber es gibt Hoffnung. Eine Reihe von Dingen, die unerlässlich sind, wenn du die nächsten neunzig Minuten überstehen willst.


Foto von Ludivic Bertron ı Flickr ı CC BY 2.0

1. Lass dich nicht beeindrucken. Auch wenn dir der Säulenwald aus Marmor in der Eingangshalle den Schweiss ins Gesicht treibt (oder die mit Picassos behangenen Gänge, die sprachgesteuerten Panzerglastüren und die zahlreichen Alligatorenaquarien)—bleib cool. Niemand darf merken, dass die Anzüge des Sicherheitspersonals mehr kosten, als du in einem Monat verdienst. Ihr bietet etwas an, ihr bettelt nicht.

2. Smalltalk ist die halbe Miete. Betrachte das Ganze als eine Art erstes Date. Wenn der es Kaiser will, dann bist du eben Marie-Louise von Habsburg-Lothringen. Egal. Gefragt ist Fingerspitzengefühl. Der richtige Auftritt. Such Gemeinsamkeiten, erzähl von deinem Leben. Von den unnützen Jockeys in deinen Stallungen, von den netten Leuten bei der Nasa, die das Mondgestein für deinen neuen Küchenboden geliefert haben. Und vergiss nicht: Die besten Geschichten sind immer gewürzt mit ein wenig Branchentratsch.

3. Schweige, ausser du wirst gefragt. Das Kniffligste ist die richtige Balance. Die Redezeit, die du in Anspruch nimmst, markiert 1:1 deine Ranghöhe in der Hierarchie. Sagst du zu wenig, stellt das deine ganze Anwesenheit in Frage. Sprichst du zu viel, kommt das rüber, als seist du derjenige, der das Ruder führt. Achte sorgfältig auf die Körpersprache deines Chefs. Verkrampftes Blinzeln, Tritte gegen dein Schienbein und Schaum an den Mundwinkeln signalisieren in der Regel, dass du deinen Monolog langsam zum Abschluss bringen solltest.


Foto von Alan Cleaver ı Flickr ı CC BY 2.0

4. Bitte lächeln: Niemand mag Leute, die keinen Humor haben. Aber auch hier gilt das Credo der Subtilität. Je glucksender die Laute, die du von dir gibst, umso flüssiger die Schleimspur, die du hinter dir herziehst.

5. Friss oder Stirb. Gelegentlich kommt es vor, dass du den Eindruck erhälst, du seist der Zauberei verdächtigt und dein Gegenüber die Inquisition. Das ist keine Täuschung. Deine Präsentation ist wie ein Kernkraftwerk. Jede Schwachstelle im System bedeutet den potenziellen Kollaps. Und du weisst, dass es sie gibt. Du hast das Teil entworfen. Egal was geschieht, bleib bei diesem Mantra: „We will handle it." Es gibt für alles eine Lösung.

6. Damit wären wir beim nächsten Punkt: Probiers mit Drogen. Du bist ein Kreativer. Was man von dir erwartet ist Authentizität. Q.e.d.

7. Keine neuen Ideen. Die Leute wollen Antworten, keine neuen Fragen. Und dein Chef weiss: Für Ideen gilt dasselbe wie für Energie. Sie sind Aufwand mal Innovation im Quadrat. Der Wert guter Ideen ist kaum quantifizierbar. Die Anzahl Überstunden, die du machen musst, um ein neues Projekt zu entwerfen, hingegen schon.


Foto von Hajime Nakano ı Flickr ı CC BY 2.0

8. Mach laufend Notizen. Notizen sind dein Mittel zur Suggestion. Auch wenn dir Leute, die noch nie einen Bleistift in der Hand hatten, im Dreiminutentakt Vorschläge fürs Design unterbreiten, bleib aufmerksam. Im Notfall zeichnest du kleine, lustige Smileys, die deine momentane Gefühlslage zum Ausdruck bringen.

Und falls euch das Wochenende interessiert, haben wir ein paar Ideen, die wir euch unterbreiten möchten:

Heute gehen wir entweder ins Kino Reitschule, ans Norient Filmfestival, in den Südpol, zu Tell:stoff: Draussen die Stadt, oder ins Mehrspur, ans Output Festival.

Morgen starten wir mit der Museumsnacht Basel. Wer zwischendurch ein wenig Abwechslung braucht, geht in den Ausstellungsraum Klingenthal. Dann geht es direkt weiter an die Quottom Geburtstagssause. Für Musik- und Filmnerds gibt es im Palace das Norient Musikfilm Festival, für Wunderkinder die Wunderlampe im Hive. Allen anderen bleibt Mambo Krut im Kraftfeld.

Zudem geht "To change key" in die Verlänerung.

Am Samstag gibt es Electric Superfuzz im Coq d'Or und Wale, die über Berge schwimmen, im Royal Baden. Besonders Tanzwütigen empfehlen wir Jungle Bass im Exil.

Und am Sonntag schauen wir This is not a Film—ein Film den es nicht geben darf—im Xenix.

Lede von Angelo DeSantis ı Flickr ı CC BY 2.0

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