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Heulsuse der Woche: Hundehaufen-Schlägerinnen vs. Pfefferspray-Mutti

Zwei Frauen lösen eine Massenschlägerei wegen eines Hundehaufen aus und eine Mutter verteidigt ihren Nachwuchs auf dem Spielplatz gegen andere Kinder—mit Pfefferspray.
3.7.15

Und wieder ist es an der Zeit, sich über ein paar Menschen zu wundern, die mit der Welt nicht fertigwerden. Wen ihr gewählt habt, findet ihr unten.

Heulsuse #1: Zwei Hundehaufen-Schlägerinnen aus Bergisch Gladbach

Ein sehr verschlagen aussehender Hund, der nichts mit der ganzen Sache zu tun hat. Foto: Thomas Rousing | Flickr | CC BY 2.0

Der Vorfall: Der Hund einer anderen Frau kackt auf eine Wiese. Die Besitzerin entfernt den Haufen nicht und gerät deswegen mit einer Passantin aneinander.

Die angemessene Reaktion: Das Problem wie erwachsene Menschen aus dem Weg schaffen.

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Die tatsächliche Reaktion: Eine Massenschlägerei mit Eingreifen der Polizei anzetteln.

Ja, natürlich: Fast nichts riecht schlimmer als ein frischer Hundehaufen, den man sich so richtig schön in den Schuh eingetreten hat. Deswegen sollte absolut außer Frage stehen, dass man die Hinterlassenschaften seines Tieres augenblicklich entfernt. Als eine 32-Jährige am vergangenen Sonntagabend die Wurst ihres Vierbeiners auf einer Wiese liegen ließ, kann sie aber unmöglich geahnt haben, was sie damit lostreten würde. Die Aktion wurde nämlich von einer 33-jährigen Passantin beobachtet, die beim Thema Kacke absolut keinen Spaß versteht. Mehrfach forderte sie die Hundebesitzerin auf, den Haufen zu entfernen. Als diese sich weigerte, eskalierte die Situation.

Erst wurde der Streit richtig laut, dann warf die Passantin der Hundefreundin einen Schlüssel gegen den Kopf. Die Tierbesitzerin rief daraufhin Verstärkung. Drei Männer zwischen 32 und 38 Jahren sorgten dafür, dass das Gerangel endgültig in eine zünftige Schlägerei ausartete, irgendjemand holte dann auch noch seinen Schlagstock raus und schlussendlich musste sich sogar die Polizei einschalten. Das Ergebnis: ausgerissene Haare, Schwellungen, Beulen und Schürfwunden. Gegen die Beteiligten wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, ob der Hundehaufen dann doch noch von der Wiese entfernt wurde, können wir euch leider nicht sagen.

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Heulsuse #2: eine hysterische Mutter aus Niedersachsen

Und jetzt stellt euch vor, das wäre kein selbstzufrieden aussehender Polizist, sondern eine hysterische Mutter. Foto: Radek Czajka | Flickr | CC BY 2.0

Der Vorfall: Auf einem Spielplatz geht es beim Ballspiel etwas rauer zwischen den Kindern zu.

Die angemessene Reaktion: Als Mutter einschätzen, ob das eigene Kind wirklich in Gefahr ist. Ruhig, aber bestimmt dazwischengehen.

Die tatsächliche Reaktion: Die anderen Kinder mit Pfefferspray angreifen.

Wahrscheinlich ist es insbesondere als Frau nicht gerade einfach, seinem Kind dabei zuzusehen, wie es sich in potentiell gefährliche Situationen begibt—schließlich hat man es neun Monate lang in seinem Bauch rumgetragen. Deswegen ist es absolut nachvollziehbar, dass eine Mutter aus dem niedersächsischen Peine etwas nervös wurde, als mehrere Kinder beim etwas raueren Ballspiel nicht so richtig auf ihren erst einjährigen Nachwuchs Rücksicht nahmen. Statt die tobenden Sprösslinge allerdings ruhig und bedacht beiseite zu nehmen und ihnen zu erklären, dass es für ein Kleinkind nicht gerade gut ist, einen Ball an den Kopf zu bekommen, entschied sich die 20-Jährige für einen ungleich radikaleren Weg: Pfefferspray.

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Bei der Attacke, die für die Opfer ziemlich überraschend gekommen sein dürfte, erlitten laut der örtlichen Polizei drei Kinder zwischen elf und 15 Jahren und eine ebenfalls irgendwie involvierte Rollstuhlfahrerin leichte Reizungen im Gesicht. Die Beamten waren von Zeugen gerufen worden, nachdem die junge Mutter nach ihrem Pfefferspray-Angriff einfach den Spielplatz verlassen hatte. Mittlerweile wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. Solltet ihr nun panisch darüber nachdenken, ob ihr eure Kinder zukünftig überhaupt noch auf den Spielplatz lassen wollt—keine Angst. Bei der Pfefferspray-Attacke scheint es sich tatsächlich um einen kruden Einzelfall zu handeln. Auch in Peine. „Das ist schon ein eher ungewöhnlicher Vorfall", erklärte der Polizeisprecher.

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Ergebnis

Ihr habt abgestimmt und mit absolut überwältigenden 84,99 Prozent (so viel Genauigkeit muss sein) die Pfefferspray-Mutti zur Heulsuse der Woche gekürt! Gratulation an die verdiente Siegerin. Bleibt zu hoffen, dass sie diese Ehrung mit Fassung trägt und das Spray in der Handtasche lässt.

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Der Gewinner: Christop Drewer von Die Rechte!