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Wie Dieselabgase zum Bienensterben beitragen

Neben Pestiziden, Milben und mangelhafter Ernährung haben Bienen noch ein weiteres Problem: Dieselabgase können den Geruchssinn von Bienen beeinträchtigen, was ihnen die Nahrungssuche enorm erschwert.
26.10.15
Photo via Flickr user Psycho Delia

Bienen haben ein paar schlechte Jahre hinter sich.

Der Völkerkollaps, auf Englisch colony collapse disorder, bei dem eine Kolonie oder der Arbeiterbienenbestand einer Kolonie abstirbt, bekümmert Forscher weiterhin und fordert immer mehr Bienen. Ein Drittel aller kontrollierten Bienen sterben jedes Jahr und die Zahl der Bienenstöcke ist seit den 1940er-Jahren von sechs Millionen auf 2,5 Millionen gesunken. Das ist nicht nur wegen des Verlustes der Bienen traurig, sondern auch, weil wir einen unserer fähigsten Pollenspender verlieren: Bienen spielen eine wichtige Rolle in der Erhaltung von Nutzpflanzen und in der Nahrungsmittelproduktion. Während immer mehr Bienen sterben, müssen die übrigen weitere Wege zurücklegen und mehr Nutzpflanzen bestäuben, wodurch sich ihr Risiko, Chemikalien, Pestiziden und anderen möglicherweise gefährlichen Reizstoffen ausgesetzt zu sein, erhöht. Es ist ein Teufelskreis.

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Neben Pestiziden, Milben und mangelhafter Ernährung gibt es noch ein weiteres Problem: Dieselabgase stören den Geruchssinn der Bienen, was ihnen die Futtersuche erschwert. Ein Team britischer Forscher ist der Meinung, Bienen könnten unter anderem aufgrund von Diesel verhungern, ein Treibstoff, der momentan ein ziemliches Imageproblem hat.

Bienen verlassen sich bei der Nahrungssuche hauptsächlich auf ihre Nase. Forscher der University of Reading und der University of Southampton fanden heraus, dass das Distickstoffoxid in Dieselabgasen, die für Menschen giftig sind, fünf der elf am häufigsten vorkommenden Verbindungen in Blumen verändern kann. Wenn sich ihr Geruch verändert, wird es für die Bienen schwieriger, sie zu finden.

Forscher sind der Meinung, es liege nicht nur an Diesel allein, dass unzählige Beinen sterben, sondern dass er Teil eines giftigen Cocktails aus Pestiziden, Milben, Lebensraumzerstörung, Klimawandel und anderen Problemen ist, die zusammen zum colony collapse disorder führen.

„Unsere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die steigende Zahl von Emissionen von Fahrzeugen, die die Luftqualität beeinflussen, ein weiterer Belastungsfaktor sind", sagte Guy Poppy, Co-Autor der neuen Studie, die in der Fachzeitschrift Journal of Chemical Ecology veröffentlicht wurde. „Es ist zwar unwahrscheinlich, dass diese Emissionen selbst die Bienenbestände beeinflussen, in Kombination mit anderen belastenden Faktoren könnten sie jedoch das Zünglein an der Waage sein."

Die Autoren fordern auf, für bessere Luftqualität zu sorgen—nicht nur für die Bienen, sondern auch der Gesundheit der Menschen und der Wirtschaft zuliebe. In China soll die schlechte Luftqualität 500 Millionen Menschen um insgesamt 2,5 Milliarden Lebensjahre berauben. Die Kosten für schlechte Luftqualität wären immens, wenn auch schwierig zu berechnen. Der Schaden für die Weltwirtschaft wird mit 300 Milliarden Euro beziffert, außerdem müssen mit steigenden Lebensmittelpreisen sowie mit dem Verzicht auf gewisse Produkte gerechnet werden.

Angesichts der dahinschwindenden Bienenbestände versuchen Forscher der Ursache für das Massensterben auf den Grund zu gehen. Ein unerwarteter Hoffnungsschimmer: ein natürlich vorkommendes Pestizid in Hopfen wirkt effektiv gegen Varroamilben, den größten Feind der Bienen.