Abstraktes Kunstwerk von Nick Scott

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Der VICE Guide to Geistige Gesundheit

Psychische Gesundheit und Freizeitdrogen – machen wir uns kaputt, wenn wir uns dicht machen?

Millionen Menschen nehmen Drogen. Bei den Konsumenten, die sich in ihrem Körper nicht wohlfühlen, ist dieses Fluchtbedürfnis möglicherweise stärker ausgeprägt, was fatale Folgen für die psychische Gesundheit haben kann.
Max Daly
London, GB
1.5.15

Illustration: Nick Scott

Drogen machen komische Sachen mit dem Gehirn. Deshalb nehmen die Leute sie. Sie holen dich runter, sie bringen dich hoch, und sie schaukeln dich hin und her. Egal, ob es eine Tüte zur Entspannung nach der Arbeit ist, eine Sauftour am Freitagabend, eine Pille, die einer Nacht im Club das I-Tüpfelchen aufsetzt, oder eine Line, die dich in ein krasses Paralleluniversum beamt—psychoaktive Substanzen bieten den Bewohnern der Erde eine Möglichkeit, eine kurze Zeit aus ihrem Alltag zu entfliehen.

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Millionen von Menschen tun es. Aber für diejenigen, die sich nicht so wohl in ihrer Haut fühlen, kann das Bedürfnis nach einer narkotisierenden Kuscheldecke, der Wunsch, zu fliehen, oder high zu werden, oder sich komplett abzuschießen, noch ein Stück stärker sein. Leider kann dieser chemisch ermöglichte Zufluchtsort die mentale Gesundheit dieser Leute noch weiter verschlechtern.

Die Beweise für die in beide Richtungen funktionierende Verbindung zwischen Drogen und psychischen Erkrankungen kann man in wissenschaftlichen Publikationen nachlesen. Man kann sie aber auch mit eigenen Augen beobachten. Viele von uns haben Freunde, die von legalen wie illegalen Drogen psychische Schäden davongetragen haben. Dennoch muss man, wenn man die Wahrheit über die Beziehung zwischen Drogen und der psychischen Gesundheit wissen will, aufpassen, dass man nicht von den umherfliegenden Brocken groben Blödsinns, der zu diesem Thema verbreitet wird, erschlagen wird.

Der Großvater der Drogen-machen-verrückt-Hysterie ist Harry J. Anslinger, der in den 1930ern Amerikas Commissioner of Narcotics und ein vehementer Cannabis-Gegner war. Er warnte die Leute: „Rauchen Sie einen Monat lang Marihuana-Zigaretten und Sie haben anstelle ihres Hirns nichts mehr als einen Haufen schrecklicher Gespenster." Das klingt nach einem schlechten Witz, aber diese Art himmelschreienden Schwachsinns hat die Vorlage für viel von dem gebildet, was die am meisten gelesenen britischen Zeitungen in den letzten zehn Jahren zu dem Thema von sich gegen haben. Allerdings sind ein paar der Fanatiker, die sich der Pro-Cannabis-Lobby verschrieben haben und die behaupten, Gras wäre völlig harmlos in genauso realitätsfernen Gefilden unterwegs.

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Aber die Verbindung existiert. Von der britischen Regierung veröffentlichte Zahlen zeigen, dass rund ein Drittel der Personen, bei denen psychische Erkrankungen diagnostiziert wurden, im vorrangegangenen Jahr Drogen konsumiert haben—dreimal so viele wie der nationale Durchschnitt. Drei Viertel derer, die drogentherapeutische Dienste in Anspruch genommen haben, haben im Jahr zuvor eine psychiatrische Störung erlebt.

Drogen und psychische Krankheiten sind in einem komplexen Tanz gefangen, den die Wissenschaftler gerade erst zu entschlüsseln beginnen. Beide Themen sind so lange stigmatisiert worden, dass die Erforschung ihrer Wechselwirkungen und gegenseitigen Bedingtheit noch in den Kinderschuhen steckt.

Rachel erinnert sich, dass sie sehr unglücklich war, nachdem ihre Familie, als sie drei Jahre alt war, auseinanderbrach. Als sie mit 14 ihre erste Erfahrung mit Ketamin machte, schrieb sie Folgendes in ihr Tagebuch: „Ich habe in mir selbst eine ganz neue Intelligenz entdeckt, ich wurde von einem einsamen Schulkind zu einer Märchenprinzessin." Die inzwischen Dreißigjährige sagt heute, dass Drogen zwar ihre Depression gelindert, aber gleichzeitig ihr Leben fundamental verändert haben. „Mein Kopf war von sich aus nicht ruhig genug und die Drogen brachten mich runter. Ich war weniger traurig und wütend. Ich ging aus, arbeitete, hatte Spaß, lebte und war glücklich. Aber mein Gehirn befand sich noch in der Entwicklung. Für mich ist die Welt ohne Drogen sehr langweilig—nichts kommt an die Höhepunkte der Drogenerfahrungen heran, die ich hatte, als ich von einem Kind zu einer Erwachsenen wurde."

Von der britischen Regierung veröffentlichte Zahlen zeigen, dass rund ein Drittel der Personen, bei denen psychische Erkrankungen diagnostiziert wurden, im vorrangegangenen Jahr Drogen konsumiert haben—dreimal so viele wie der nationale Durchschnitt.

Ein Großteil der Forschung zu Drogen als Grund oder Beschleuniger psychischer Krankheiten hat sich vor allem auf Cannabis konzentriert, weil es die am weitesten verbreitete illegale Droge ist. Während Millionen Drogenkonsumenten keine negativen Auswirkungen erleben, hat man herausgefunden, dass es Personengruppen gibt, die stärker zu psychischen Problemen neigen als andere.

Manche Leute sind schon verloren, bevor sie noch den ersten Zug genommen haben. Cannabiskonsumenten, in deren Familie es Fälle von Depression oder Schizophrenie gab, haben ein höheres Risiko, dass die Drogen diese Krankheiten bei ihnen auslösen werden, als die, die dies nicht haben. Wissenschaftler glauben, dass es ein Gen, das Enzym AKT1, gibt, dass Betroffene, die Cannabis rauchen, empfänglicher für die Entwicklung von Psychosen macht, als Konsumenten ohne das Gen.

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Studien haben gezeigt, dass junge Leute, die im Alter von weniger als 15 Jahren angefangen haben Cannabis zu rauchen, mit vier mal größerer Wahrscheinlichkeit eine psychotische Erkrankung ausbilden können als Nichtkonsumenten. Das kommt daher, dass sich das Gehirn in den Teenagerjahren noch entwickelt. Wie das britische Royal College of Psychiatrists es ausdrückt: „Es laufen umfangreiche Prozesse der neuralen Reduktion ab, bei denen ein wirrer Haufen von Kabeln ausgedünnt und so neu verknüpft wird, dass sie effektiver arbeiten können. Eine Erfahrung, oder eine Substanz, die diesen Prozess beeinflusst, hat das Potential, langfristige psychologische Effekte zu erzeugen."

Ein mögliche Folge sind Depressionen. Eine Studie, die über einen Zeitraum von sieben Jahren hinweg unter 1600 australischen Kindern im Alter von 14 bis 15 durchgeführt wurde, ergab, dass diejenigen, die täglich Cannabis konsumierten, bis zum Ende des Untersuchungszeitrums fünf mal häufiger depressiv geworden waren oder unter Angststörungen litten. Obwohl es keine ausreichenden Daten gibt, um zu zeigen, dass mit Depressionen diagnostizierte Teenager mit höherer Wahrscheinlichkeit Cannabis konsumieren, gibt es zahllose Untersuchungen, die beweisen, dass Teenager, die unter einem hohen Stresslevel leiden, häufiger Cannabis in problematischem Ausmaß konsumieren.

Unter der dicken Wolke aufgeregten Gezeters, mit dem die Medien die Stärke und die Gefahren des hochpotenten, Skunk-artigen Cannabis beschreien, das den aktuellen britischen Markt dominiert (eine Zeitung behauptete sogar, dass „ein einziger Zug zu Schizophrenie führen kann"), macht die Droge in der Tat Probleme. Eine vom Kings College in London unter 780 Personen durchgeführte Untersuchung am Maudsley Hospital in Südlondon fand heraus, dass tägliche Konsumenten des Skunk-ähnlichen Cannabis im Vergleich zu Nicht-Konsumenten ein fünf mal so hohes Psychoserisiko hatten.

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Insight, eine Hilfsorganisation für 11- bis 24-Jährige mit Drogenproblemen, hat seine Büros wenige Kilometer vom Maudsley Hospital entfernt. Der Projektmitarbeiter Anthony Stewart beobachtet, dass eine zunehmende Anzahl von Teenagern, vor allem jungen Straftätern, Hilfe wegen Symptomen wie Paranoia und Angstattacken suchen, weil sie „auf extrastarke Cannabissorten fixiert sind."

Studien haben gezeigt, dass junge Leute, die im Alter von weniger als 15 Jahren angefangen haben Cannabis zu rauchen, mit vier mal größerer Wahrscheinlichkeit eine psychotische Erkrankung ausbilden können als Nichtkonsumenten.

„Sie verwenden Sorten wie Amnesia, LSD und Sour Diesel, und rauchen den ganzen Tag. Sogar in der Musik, die sie hören, geht es die ganze Zeit darum, von Skunk high zu werden. Ein Junge denkt, dass er über die Fernsehreklame unterschwellige Befehle eingeflüstert bekommt. Uns steht wegen des Skunks ein starker Anstieg psychischer Erkrankungen unter jungen Leuten bevor."

Die kurzfristigen psychologischen Effekte der Drogen können sehr stark sein und sich gegenseitig verstärken. Ein heftiges Besäufnis kann das Nervensystem belasten, so dass die Leute sich depressiv fühlen. Je mehr man trinkt, um so depressiver wird man. Für Wochenendnutzer von Stimulanzien wie Ecstasy und Kokain folgt in der Wochenmitte meist das Tief, ein Absacken der Stimmung, die daher rührt, dass die Rezeptoren im Gehirn überstimuliert oder „überhitzt" worden sind. Je mehr man konsumiert, um sehr mehr wird das Hirn überstimuliert und um so zerbrechlicher wird dein mentaler Zustand. Das führt dazu, dass die Leute zu viel nachdenken und Dingen eine Bedeutung zuschreiben, die nicht existiert, und sie unnötig argwöhnisch macht. Um damit klar zu kommen, nehmen die Leute noch mehr Drogen und das Netz der gegenseitigen Wechselwirkungen wird noch dichter.

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Es ist kaum verwunderlich, dass die Organisatoren des Glastonbury Festival seit über drei Jahrzehnten psychiatrisches Fachpersonal im Einsatz haben. Jedes Jahr gibt es Besucher des Musikfestivals, die psychisch abstürzen und sich zwei oder drei Tage auf einer psychiatrischen Station erholen müssen. Gelegentlich müssen Leute auch eingewiesen werden.

Dr. Niall Campbell, ein psychiatrischer Facharzt am Priory Hospital in Roehampton im Südwesten Londons, hat viele Menschen durch seine Tür spazieren sehen, die von ihrem Drogenkonsum psychische Narben davongetragen haben. Manchmal kann diese Wirkung vorrübergehend sein, was sie aber nicht weniger gruselig macht. Ein Teenager, den Dr. Campbell betreute, wurde (nachdem er an ein paar Magic-Mushroom-Wurzeln geknabbert hatte) von permanenten Visionen von Edvard Munchs Gemälde Der Schrei geplagt, und war davon so fertig, dass er an einem post-traumatischen Stresssyndrom litt. Der Junge musste deswegen fast sein Studium verschieben, aber irgendwann hörten die Visionen auf. Die schlechte Nachricht für viele andere ist aber, dass diese Effekte, wie Dr. Campbell sagt, auch dauerhaft „angeschaltet" bleiben können.

„Ich behandle seit 12 Jahren einen Typen. Er ging auf dieselbe Schule wie mein Sohn und er war von einem jungen Alter an starker Raucher. Er wurde zu mir geschickt, nachdem er von der Schule geflogen war, weil seine Noten sich wegen des Rauchen stark verschlechtert hatten," sagt er. „Das Problem war, dass in seiner Vorstellung, jeder Mensch auf der Welt, sei es ein ukrainischer Traktorfahrer oder ein Jäger in der Kalahari, wusste, was in seinem Kopf vorging." Der Patient hörte vor zwölf Jahren mit dem Rauchen auf, nahm Medikamente ein, um die Auswirkungen zu dämpfen, ging an die Uni und arbeitet jetzt in der Firma seines Vaters. „Alle Angestellten der Firma in China, die er auf seinen Dienstreisen besucht, wissen, was er denkt. Er kann keine Beziehung mit einer Frau haben, weil sie weiß, was er denkt. Er steckt in einem paranoiden Zustand fest und wird das auch für den Rest seines Lebens bleiben, und das macht ihn fertig."

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Die große Mehrheit der Drogenkonsumenten mag vielleicht mal einen schlechten Trip haben oder vorrübergehend unter psychiatrischen Auswirkungen leiden, aber sie bekommen von den Drogen keine chronischen psychischen Störungen. Abhängigkeit kann weiteren psychiatrischen Problemen oft den Weg ebenen.

Ich fragte Liz Hughes, eine Fachfrau für psychische Gesundheit, die für den Blog Mental Elf schreibt, und außerdem Professorin für psychische Gesundheit an der University of Huddersfield ist, welche Faktoren dazu führen können, dass Leute von einem normalen Drogenkonsum in die Art Konsum abgleiten, die zu psychischen Erkrankungen führen kann. „Stell dir mal etwas vor, das ich als ‚Stress-Eimer' bezeichnen würde," sagt sie. „Wenn er schon fast voll ist, wenn vielleicht schon eine genetische Neigung zu Drogen drin ist, und du in der Schule gemobbt worden bist, und du dann noch Drogen reinschüttest, dann wird er überlaufen. Andere Leute hingegen fangen mit einem leeren Eimer an und können eine Menge Drogen nehmen, bevor sie krank werden."

Sie sagt, dass es, wenn die Drogen anfangen, deine alltäglichen Abläufe zu beeinflussen, wenn du nicht mehr arbeiten, essen, schlafen oder mit anderen Menschen zusammen sein kannst, ein Anzeichen sein kann, dass sich eine psychische Erkrankung zusammenbraut. „Psychische Erkrankungen sind, wenn sie einmal auftauchen, sehr schwer zu behandeln," sagt Hughes. „Wenn es einmal angefangen hat, wird man es sehr schwer wieder los, also ist es besser, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen."

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Psychedelika wie LSD, Meskalin und Psilocybin (der aktive Wirkstoff in Magic Mushrooms) werden seit den 60er Jahren mit psychischen Zusammenbrüchen in Verbindung gebracht. Dennoch fand eine Studie, die im März in dem Wissenschaftsjournal Nature veröffentlicht wurde, heraus, dass Menschen, die diese Drogen verwenden, kein erhöhtes Risiko haben, an psychischen Störungen wie Schizophrenie, Psychosen, Depressionen, Angststörungen, Selbstmordtendenzen zu erkranken oder stärker zu Selbstmord zu neigen.

Stimulierende Drogen wie Kokain und Mephedron stehen dafür, high zu werden und Spaß zu haben, aber sie werden in zunehmendem Maße ganz ähnlich verwendet wie früher Heroin und Crack—als Werkzeuge eines negativen Eskapismus, um bestimmte Gefühle wegzudrücken, die man nicht spüren will.

Dr. Owen Bowden-Jones leitet die CNWL Club Drug Clinic—einen Service für junge Leute, die Clubdrogen und sogenannte neue psychoaktive Substanzen (NPS) einnehmen. Er sieht Menschen mit starken Depressionen, Angststörungen, posttraumatischem Stress und Psychosen, die durch ihren Drogenkonsum entstanden sind. Die am häufigsten in der Klinik auftauchenden Probleme stehen mit Mephedron in Zusammenhang.

„Bei Mephedron sehe ich Leute mit temporären Psychosen—Paranoia, dem Gefühl verfolgt zu werden, und akustischen Halluzinationen. Mephedron-Psychosen sind in unserer Klinik inzwischen verbreiteter als Crack-Psychosen. Wenn du dein Belohnungszentrum wiederholt mit Stimulanzien wie Mephedron nach oben fährst, laugst du damit sämtliche für das sich gut Fühlen verantwortliche Neurotransmitter aus und du endest mit einer chronischen schalen und düsteren Lebenswahrnehmung. Eine Art das zu ändern ist noch mehr Mephedron zu nehmen und so in einen Teufelskreis einzusteigen."

Wenn die Drogen anfangen, deine alltäglichen Abläufe zu beeinflussen, wenn du nicht mehr arbeiten, essen, schlafen oder mit anderen Menschen zusammen sein kannst, dann ist das möglicherweise ein Anzeichen dafür, dass sich eine psychische Erkrankung zusammenbraut.

Im November sagte der Leiter der Stiftung für psychische Gesundheit des Londoner Stadtteils Camden, dass die NPS zu einer derartigen Überbelegung der psychiatrischen Abteilungen geführt hätten, dass man die Patienten jetzt teilweise nach Somerset zur Behandlung schicken müsse. Gleichzeitig sorgen synthetische Cannabinoide wie Spice und Black Mamba für Chaos in den Suchtbehandlungseinrichtungen und Gefängnissen Großbritanniens. Insassen haben begonnen, die Cannabis-Ersatzstoffe, die sehr viel stärker sind als normales Cannabis, in die Gefängnisse einzuschleusen, weil sie bei Drogentests nicht festgestellt werden können. Viele brauchen in Folge aber irgendwann psychiatrische Hilfe.

„Spicophrenia", eine Studie über synthetische Cannabinoide, die 2012 in der Zeitschrift Human Psychopharmcology erschienen ist, zog folgende Schlussfolgerung: „Synthetische Cannabinoide können in dafür veranlagten Personen akute Psychosen auslösen und bei Personen mit einer bestehenden psychiatrischen Krankengeschichte die psychotischen Episoden verstärken."

Trotz der Risiken haben Drogen das Potential, die kognitive Leistungsfähigkeit zum Beispiel das Erinnerungsvermögen oder die Konzentration zu erhöhen und psychische Erkrankungen wie Depressionen, posttraumatischen Stress und Angst bei Krebspatienten zu lindern. Bevor MDMA als Freizeitdroge bekannt wurde, wurde es in den 70er Jahren von Hunderten US-amerikanischer Psychologen als Hilfsmittel bei Psycho- und Gesprächstherapien eingesetzt. Medizinische Untersuchungen der positiven Wirkungen von MDMA zeigen, dass die Droge das Potential hat, zur Behandlung von Angststörungen und PTSD eingesetzt zu werden.

Welche psychischen Auswirkungen der Drogenkonsum auf eine Person hat, ist am Ende eine extrem individuelle Sache. Wie Dr. Bowden-Jones sagt, „nehmen die Leute die Drogen entweder um Gefühle zu bekommen, die sie im normalen Leben so nicht haben, oder um Gefühle wegzudrücken, die sich nicht mehr wollen." Einige Leute experimentieren zur Selbstheilung mit Drogen, aber es ist ein riskantes Spiel: Das Gegenmittel könnte selbst ein Gift sein.

Die jeweilige Rückwirkung hängt von der angeborenen Fähigkeit einer Person ab, eine bestimmte Substanz einzunehmen. Verschiedene Drogen wirken sich auf jede Person anders aus. Aber noch stärker hängt es davon ab, aus welchem Grund jemand überhaupt erst einmal high werden will. „Ich frage die Leute oft, was sie sich von der Einnahme der Drogen erhoffen," sagt Liz Hughes. „Wenn sie damit vor etwas weglaufen oder negative Gefühle überdecken wollen, ist das bereits ein Warnsignal. Denn statt eine kurzzeitige Linderung zu bieten, kann der Drogenkonsum ein darunter liegendes Problem nur noch verstärken."

Max auf Twitter: @Narcomania