Clubkultur

Ein globaler Trend kann heute wirklich einfach überall entstehen

Der DJ zakmatic pendelt zwischen Mexiko und den USA und hat vor seinem ersten Deutschland-Gig uns noch kurz die Zukunft der Clubmusik erklärt.
15.7.16

Wenn du hin und wieder deinen Arsch auf Festivals wie das CTM oder in Clubs wie das OHM in Berlin schwingst oder einfach nur daheim Radio bei NTS Live oder BCR hörst, dann wirst du feststellen, dass sich gerade ein ziemliches Erdbeben ereignet. Musikalisch versteht sich. Rave, karibische Rhythmen, Electronica, Industrial, RnB, Nightcore und unzählige andere Stile werden von waghalsigen DJs mit Top40-Hits durch einen Wolf gedreht und in die wohl anspruchsvollste, aber auch weitreichendste Musik unserer Zeit verwandelt. Die Grenzen zwischen Subkultur und Mainstream verschwimmen dabei vollends. Auch durch zakmatic, der in der Glitzerstadt Las Vegas aufwuchs, und heute zwischen Los Angeles und Mexiko pendelt. Er hat auch bei dem großartigen mexikanischen Label NAAFI angeheuert und kommt nun heute erstmals nach Deutschland, um in Berlin zusammen mit der wunderbaren Nkisi, Lotic und Why Be aufzulegen.

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Grund genug, kurz mit Zak darüber zu reden, wie heutzutage eigentlich Trends entstehen und was Rihanna mit all dem zu tun hat:

Wenn du hin und wieder deinen Arsch auf Festivals wie das CTM oder in Clubs wie das OHM in Berlin schwingst oder einfach nur daheim Radio bei NTS Live oder BCR hörst, dann wirst du feststellen, dass sich gerade ein ziemliches Erdbeben ereignet. Musikalisch versteht sich. Rave, karibische Rhythmen, Electronica, Industrial, RnB, Nightcore und unzählige andere Stile werden von waghalsigen DJs mit Top40-Hits durch einen Wolf gedreht und in die wohl anspruchsvollste, aber auch weitreichendste Musik unserer Zeit verwandelt. Die Grenzen zwischen Subkultur und Mainstream verschwimmen dabei vollends. Auch durch zakmatic, der in der Glitzerstadt Las Vegas aufwuchs, und heute zwischen Los Angeles und Mexiko pendelt. Er hat auch bei dem großartigen mexikanischen Label NAAFI angeheuert und kommt nun heute erstmals nach Deutschland, um in Berlin zusammen mit der wunderbaren Nkisi, Lotic und Why Be aufzulegen.

Grund genug, kurz mit Zak darüber zu reden, wie heutzutage eigentlich Trends entstehen und was Rihanna mit all dem zu tun hat:

Zak, danke, dass du dir die Zeit nimmst. Wie würdest du deinen musikalischen Ansatz beschreiben?
Die Klänge, die ich erschaffe, sind persönlich, düster und sehr ehrlich. Anstatt sie als Mittel zu nutzen, um meiner Realität zu entfliehen, nehme ich sie, um damit umzugehen, wie brutal die Welt sein kann. Deshalb zögere ich manchmal sie so öffentlich zu teilen. Es ist einfach immer etwas in mir drin, das darauf wartet, auszubrechen.

Und du vermischst dabei sehr viele Genres miteinander.
Ich mag es, Genres abzuändern und zu verdrehen, so dass etwas Neues und Erfrischendes daraus entsteht. Wenn ich etwas mache, dann halte ich mich nicht an die Vorgaben eines bestimmten Genres, nur um Authentizität zu imitieren. Ich füge die Elemente hinzu, die ich brauche, damit es eben für mich schön klingt. Meine nächste Single für NAAFI wird zum Beispiel eine Mischung aus Reggaeton und Industrial sein.

„rave.terr0r" ist ein Konzept, mit dem du deine Musik beschreibst. Denkst du, dass Rave-Musik immer noch schockieren kann, soll also heißen: Leute oder oder soziale Strukturen stören. Hast du so etwas wie eine persönliche Rave-Politik?
Musik hatte immer die Kraft, die Umgebung zu dekonstruieren und zu verändern. Ich denke, zwei der Gründe, warum gerade jeder DJ werden will, sind die Macht, die du hast, und die Aufmerksamkeit, die du bekommst. Jeder im Raum hört zu und kann gar nicht anders, als von dem, was du spielst, beeinflusst zu werden. Ich denke, es hängt alles von deinen Absichten als Künstler ab und von den Reaktionen, die du hervorrufen willst. Widerstand und Anarchie sind für mich sehr schön, also sind die Klänge, die ich spiele, sehr intensiv und brutal. Mein Ziel ist nicht so sehr, alle zum Tanzen zu bringen, sonder mehr, dass die Leute das Chaos mit nach Hause nehmen, wenn sie den Club verlassen.

Wie bist du bei NAAFI gelandet und wie beeinflusst das Kollektiv deine Arbeit heutzutage?
Ich bin mit NAAFI verbunden, seit ich angefangen habe, Musik zu machen und aufzulegen. Sie waren eines der ersten Labels, bei dem ich wirklich das Gefühl hatte, dass es mich und wohin ich mit meiner Arbeit will versteht. Wir hatten ähnliche Vorstellungen davon, Grenzen zu durchbrechen und Sounds zu vermischen, um etwas zu erschaffen, das es noch nicht gibt, aber auch die Kultur zu respektieren, die es umgibt. Meine erste Show in Mexiko City war 2012 zusammen mit Lao und seither war ich immer immer wieder da, für Besuche und um Shows zu spielen, bis ich dann vor Kurzem für das letzte Jahr hergezogen bin. Bei ihnen habe ich gelernt, dass es wichtig ist, eine Familie oder ein Kollektiv zu haben, dem du vertrauen kannst und bei dem du dich kreativ wohl fühlst. Als ich in L.A. anfing aufzulegen, war es schwer, Künstler oder ein Publikum zu finden, das die gleiche Vision hatte wie ich. Ich habe mich bei meinen Sets immer zurückgehalten, um den Dancefloor nicht komplett leer zu spielen. Aber in Mexiko zu spielen, war immer so schön für mich, denn egal wie merkwürdig und obskur die Musik war, die ich gespielt habe, die Kids sind immer total ausgerastet.

Vor dem Hintergrund deiner Erfahrungen in den USA und Mexiko, wie denkst du, werden neue Trends erschaffen, wie festigen sie sich und wie werden sie übernommen? Erleben wir im Moment eine kulturelle Zäsur?
Es ist großartig, reisen zu können und zu sehen, wie verschiedene Leute Informationen verarbeiten. Dank des Internets können junge Leute in Mexiko von den selben Trends inspiriert werden wie junge Leute in Europa oder Amerika. Ein kollektives Bewusstsein erschaffen, jedoch in einer Weise, mit der das Umfeld und die kulturellen Einflüsse von jemandem eine vielfältige Perspektive auf das Thema ermöglichen. In musikalischer Hinsicht kann diese Vielfalt sehr progressiv sein. Ich denke, eine Zeit lang haben Leute versucht, Kunst und Musik besser zu verstehen, indem sie Labels dafür verwendet haben. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass die Leute mehr Respekt vor verschiedenen Arten der Kultur haben und verstehen, dass es besser ist, die Quelle zu unterstützen, anstatt irgendein Genre oder einen Stil zu etwas zu verdrehen, von dem sie das Gefühl haben, dass es neu ist.

Du hast in deinen Mixen Rihanna gespielt. Auch wenn sie von Venus X dafür kritisiert wurde, Underground-Stile zu kopieren, würde ich sie (zusammen mit Beyoncé und Drake) als Ikone bezeichnen, die sowohl in Sub- als auch in Mainstream-Kulturen akzeptiert, gefeiert und geremixt wird. Was denkst du über sie und ihren Einfluss?
Ich wurde immer von Frauen beeinflusst, die stark und kompromisslos sind. Männer haben immer versucht, die dominante Rolle einzunehmen, aber ich denke, dass der Hauptgrund dafür ist, dass sie Angst vor Weiblichkeit und der Kraft, die sie innehat, haben. Rihanna ist definitiv eine Künstlerin, die keine Angst davor hat, diese Kraft zu nutzen, und das zu machen, was auch immer sie will—ohne Angst, was der Rest der Welt denkt. Aber ich nutze Top-40-Künstler in meinen Mixen eher, weil ich gerne mit den Erwartungen der Leute spiele, und den Track umgestalte, um in gewisser Weise seine Wahrnehmung zu verändern. Es geht nicht so sehr darum, den Künstler abzufeiern. Wenn ich einen Track von Rihanna oder Beyoncé spiele, dann nicht, bevor er nicht vollständig zerstört und dekonstruiert wurde, um etwas Verrücktes und hoffentlich sogar Verstörendes mit dem Zuhörer anzustellen.

Was bedeutet für dich der Begriff „Underground"? Hier in Deutschland wird er nicht mehr wirklich als treffende Beschreibung für irgendwas angesehen, aber ich weiß, dass andere Länder und Szenen sich noch auf dieses Konzept beziehen.
Ich denke, der Begriff „Underground" ist sehr subjektiv. Ich persönlich konzentriere mich nicht wirklich auf die Idee, aber ich respektiere Künstler und Szenen definitiv, die ihre Privatsphäre behalten wollen. Ob es eine Frage von Ausverkauf oder Erfolg ist, der jemanden davon abhält, zum Underground zu gehören, ist Sache des Individuums oder der Gruppe. Ich finde nicht, dass es eine schlechte Sache ist, in größerem Rahmen wahrgenommen zu werden, aber ich glaube an Authentizität und daran, sich nicht nur der Popularität wegen einem bestimmten Regelwerk oder einer Normalität zu unterwerfen. Die äußere Umgebung kann Subkulturen so viel Schaden zufügen, selbst wenn sie nicht darum gebeten wird. Einige Dinge sollten definitiv heilig und unverfälscht bleiben.

**

Thomas twittert. THUMP auch. Folge uns auf Twitter, Instagram und unserer neuen Facebook-Seite.

Zak, danke, dass du dir die Zeit nimmst. Wie würdest du deinen musikalischen Ansatz beschreiben?
Die Klänge, die ich erschaffe, sind persönlich, düster und sehr ehrlich. Anstatt sie als Mittel zu nutzen, um meiner Realität zu entfliehen, nehme ich sie, um damit umzugehen, wie brutal die Welt sein kann. Deshalb zögere ich manchmal sie so öffentlich zu teilen. Es ist einfach immer etwas in mir drin, das darauf wartet, auszubrechen.

Und du vermischst dabei sehr viele Genres miteinander.
Ich mag es, Genres abzuändern und zu verdrehen, so dass etwas Neues und Erfrischendes daraus entsteht. Wenn ich etwas mache, dann halte ich mich nicht an die Vorgaben eines bestimmten Genres, nur um Authentizität zu imitieren. Ich füge die Elemente hinzu, die ich brauche, damit es eben für mich schön klingt. Meine nächste Single für NAAFI wird zum Beispiel eine Mischung aus Reggaeton und Industrial sein.

„rave.terr0r" ist ein Konzept, mit dem du deine Musik beschreibst. Denkst du, dass Rave-Musik immer noch schockieren kann, soll also heißen: Leute oder oder soziale Strukturen stören. Hast du so etwas wie eine persönliche Rave-Politik?
Musik hatte immer die Kraft, die Umgebung zu dekonstruieren und zu verändern. Ich denke, zwei der Gründe, warum gerade jeder DJ werden will, sind die Macht, die du hast, und die Aufmerksamkeit, die du bekommst. Jeder im Raum hört zu und kann gar nicht anders, als von dem, was du spielst, beeinflusst zu werden. Ich denke, es hängt alles von deinen Absichten als Künstler ab und von den Reaktionen, die du hervorrufen willst. Widerstand und Anarchie sind für mich sehr schön, also sind die Klänge, die ich spiele, sehr intensiv und brutal. Mein Ziel ist nicht so sehr, alle zum Tanzen zu bringen, sonder mehr, dass die Leute das Chaos mit nach Hause nehmen, wenn sie den Club verlassen.

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Wie bist du bei NAAFI gelandet und wie beeinflusst das Kollektiv deine Arbeit heutzutage?
Ich bin mit NAAFI verbunden, seit ich angefangen habe, Musik zu machen und aufzulegen. Sie waren eines der ersten Labels, bei dem ich wirklich das Gefühl hatte, dass es mich und wohin ich mit meiner Arbeit will versteht. Wir hatten ähnliche Vorstellungen davon, Grenzen zu durchbrechen und Sounds zu vermischen, um etwas zu erschaffen, das es noch nicht gibt, aber auch die Kultur zu respektieren, die es umgibt. Meine erste Show in Mexiko City war 2012 zusammen mit Lao und seither war ich immer immer wieder da, für Besuche und um Shows zu spielen, bis ich dann vor Kurzem für das letzte Jahr hergezogen bin. Bei ihnen habe ich gelernt, dass es wichtig ist, eine Familie oder ein Kollektiv zu haben, dem du vertrauen kannst und bei dem du dich kreativ wohl fühlst. Als ich in L.A. anfing aufzulegen, war es schwer, Künstler oder ein Publikum zu finden, das die gleiche Vision hatte wie ich. Ich habe mich bei meinen Sets immer zurückgehalten, um den Dancefloor nicht komplett leer zu spielen. Aber in Mexiko zu spielen, war immer so schön für mich, denn egal wie merkwürdig und obskur die Musik war, die ich gespielt habe, die Kids sind immer total ausgerastet.

Wenn du hin und wieder deinen Arsch auf Festivals wie das CTM oder in Clubs wie das OHM in Berlin schwingst oder einfach nur daheim Radio bei NTS Live oder BCR hörst, dann wirst du feststellen, dass sich gerade ein ziemliches Erdbeben ereignet. Musikalisch versteht sich. Rave, karibische Rhythmen, Electronica, Industrial, RnB, Nightcore und unzählige andere Stile werden von waghalsigen DJs mit Top40-Hits durch einen Wolf gedreht und in die wohl anspruchsvollste, aber auch weitreichendste Musik unserer Zeit verwandelt. Die Grenzen zwischen Subkultur und Mainstream verschwimmen dabei vollends. Auch durch zakmatic, der in der Glitzerstadt Las Vegas aufwuchs, und heute zwischen Los Angeles und Mexiko pendelt. Er hat auch bei dem großartigen mexikanischen Label NAAFI angeheuert und kommt nun heute erstmals nach Deutschland, um in Berlin zusammen mit der wunderbaren Nkisi, Lotic und Why Be aufzulegen.

Grund genug, kurz mit Zak darüber zu reden, wie heutzutage eigentlich Trends entstehen und was Rihanna mit all dem zu tun hat:

Zak, danke, dass du dir die Zeit nimmst. Wie würdest du deinen musikalischen Ansatz beschreiben?
Die Klänge, die ich erschaffe, sind persönlich, düster und sehr ehrlich. Anstatt sie als Mittel zu nutzen, um meiner Realität zu entfliehen, nehme ich sie, um damit umzugehen, wie brutal die Welt sein kann. Deshalb zögere ich manchmal sie so öffentlich zu teilen. Es ist einfach immer etwas in mir drin, das darauf wartet, auszubrechen.

Und du vermischst dabei sehr viele Genres miteinander.
Ich mag es, Genres abzuändern und zu verdrehen, so dass etwas Neues und Erfrischendes daraus entsteht. Wenn ich etwas mache, dann halte ich mich nicht an die Vorgaben eines bestimmten Genres, nur um Authentizität zu imitieren. Ich füge die Elemente hinzu, die ich brauche, damit es eben für mich schön klingt. Meine nächste Single für NAAFI wird zum Beispiel eine Mischung aus Reggaeton und Industrial sein.

„rave.terr0r" ist ein Konzept, mit dem du deine Musik beschreibst. Denkst du, dass Rave-Musik immer noch schockieren kann, soll also heißen: Leute oder oder soziale Strukturen stören. Hast du so etwas wie eine persönliche Rave-Politik?
Musik hatte immer die Kraft, die Umgebung zu dekonstruieren und zu verändern. Ich denke, zwei der Gründe, warum gerade jeder DJ werden will, sind die Macht, die du hast, und die Aufmerksamkeit, die du bekommst. Jeder im Raum hört zu und kann gar nicht anders, als von dem, was du spielst, beeinflusst zu werden. Ich denke, es hängt alles von deinen Absichten als Künstler ab und von den Reaktionen, die du hervorrufen willst. Widerstand und Anarchie sind für mich sehr schön, also sind die Klänge, die ich spiele, sehr intensiv und brutal. Mein Ziel ist nicht so sehr, alle zum Tanzen zu bringen, sonder mehr, dass die Leute das Chaos mit nach Hause nehmen, wenn sie den Club verlassen.

Wie bist du bei NAAFI gelandet und wie beeinflusst das Kollektiv deine Arbeit heutzutage?
Ich bin mit NAAFI verbunden, seit ich angefangen habe, Musik zu machen und aufzulegen. Sie waren eines der ersten Labels, bei dem ich wirklich das Gefühl hatte, dass es mich und wohin ich mit meiner Arbeit will versteht. Wir hatten ähnliche Vorstellungen davon, Grenzen zu durchbrechen und Sounds zu vermischen, um etwas zu erschaffen, das es noch nicht gibt, aber auch die Kultur zu respektieren, die es umgibt. Meine erste Show in Mexiko City war 2012 zusammen mit Lao und seither war ich immer immer wieder da, für Besuche und um Shows zu spielen, bis ich dann vor Kurzem für das letzte Jahr hergezogen bin. Bei ihnen habe ich gelernt, dass es wichtig ist, eine Familie oder ein Kollektiv zu haben, dem du vertrauen kannst und bei dem du dich kreativ wohl fühlst. Als ich in L.A. anfing aufzulegen, war es schwer, Künstler oder ein Publikum zu finden, das die gleiche Vision hatte wie ich. Ich habe mich bei meinen Sets immer zurückgehalten, um den Dancefloor nicht komplett leer zu spielen. Aber in Mexiko zu spielen, war immer so schön für mich, denn egal wie merkwürdig und obskur die Musik war, die ich gespielt habe, die Kids sind immer total ausgerastet.

Vor dem Hintergrund deiner Erfahrungen in den USA und Mexiko, wie denkst du, werden neue Trends erschaffen, wie festigen sie sich und wie werden sie übernommen? Erleben wir im Moment eine kulturelle Zäsur?
Es ist großartig, reisen zu können und zu sehen, wie verschiedene Leute Informationen verarbeiten. Dank des Internets können junge Leute in Mexiko von den selben Trends inspiriert werden wie junge Leute in Europa oder Amerika. Ein kollektives Bewusstsein erschaffen, jedoch in einer Weise, mit der das Umfeld und die kulturellen Einflüsse von jemandem eine vielfältige Perspektive auf das Thema ermöglichen. In musikalischer Hinsicht kann diese Vielfalt sehr progressiv sein. Ich denke, eine Zeit lang haben Leute versucht, Kunst und Musik besser zu verstehen, indem sie Labels dafür verwendet haben. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass die Leute mehr Respekt vor verschiedenen Arten der Kultur haben und verstehen, dass es besser ist, die Quelle zu unterstützen, anstatt irgendein Genre oder einen Stil zu etwas zu verdrehen, von dem sie das Gefühl haben, dass es neu ist.

Du hast in deinen Mixen Rihanna gespielt. Auch wenn sie von Venus X dafür kritisiert wurde, Underground-Stile zu kopieren, würde ich sie (zusammen mit Beyoncé und Drake) als Ikone bezeichnen, die sowohl in Sub- als auch in Mainstream-Kulturen akzeptiert, gefeiert und geremixt wird. Was denkst du über sie und ihren Einfluss?
Ich wurde immer von Frauen beeinflusst, die stark und kompromisslos sind. Männer haben immer versucht, die dominante Rolle einzunehmen, aber ich denke, dass der Hauptgrund dafür ist, dass sie Angst vor Weiblichkeit und der Kraft, die sie innehat, haben. Rihanna ist definitiv eine Künstlerin, die keine Angst davor hat, diese Kraft zu nutzen, und das zu machen, was auch immer sie will—ohne Angst, was der Rest der Welt denkt. Aber ich nutze Top-40-Künstler in meinen Mixen eher, weil ich gerne mit den Erwartungen der Leute spiele, und den Track umgestalte, um in gewisser Weise seine Wahrnehmung zu verändern. Es geht nicht so sehr darum, den Künstler abzufeiern. Wenn ich einen Track von Rihanna oder Beyoncé spiele, dann nicht, bevor er nicht vollständig zerstört und dekonstruiert wurde, um etwas Verrücktes und hoffentlich sogar Verstörendes mit dem Zuhörer anzustellen.

Was bedeutet für dich der Begriff „Underground"? Hier in Deutschland wird er nicht mehr wirklich als treffende Beschreibung für irgendwas angesehen, aber ich weiß, dass andere Länder und Szenen sich noch auf dieses Konzept beziehen.
Ich denke, der Begriff „Underground" ist sehr subjektiv. Ich persönlich konzentriere mich nicht wirklich auf die Idee, aber ich respektiere Künstler und Szenen definitiv, die ihre Privatsphäre behalten wollen. Ob es eine Frage von Ausverkauf oder Erfolg ist, der jemanden davon abhält, zum Underground zu gehören, ist Sache des Individuums oder der Gruppe. Ich finde nicht, dass es eine schlechte Sache ist, in größerem Rahmen wahrgenommen zu werden, aber ich glaube an Authentizität und daran, sich nicht nur der Popularität wegen einem bestimmten Regelwerk oder einer Normalität zu unterwerfen. Die äußere Umgebung kann Subkulturen so viel Schaden zufügen, selbst wenn sie nicht darum gebeten wird. Einige Dinge sollten definitiv heilig und unverfälscht bleiben.

**

Thomas twittert. THUMP auch. Folge uns auf Twitter, Instagram und unserer neuen Facebook-Seite.

Vor dem Hintergrund deiner Erfahrungen in den USA und Mexiko, wie denkst du, werden neue Trends erschaffen, wie festigen sie sich und wie werden sie übernommen? Erleben wir im Moment eine kulturelle Zäsur?
Es ist großartig, reisen zu können und zu sehen, wie verschiedene Leute Informationen verarbeiten. Dank des Internets können junge Leute in Mexiko von den selben Trends inspiriert werden wie junge Leute in Europa oder Amerika. Ein kollektives Bewusstsein erschaffen, jedoch in einer Weise, mit der das Umfeld und die kulturellen Einflüsse von jemandem eine vielfältige Perspektive auf das Thema ermöglichen. In musikalischer Hinsicht kann diese Vielfalt sehr progressiv sein. Ich denke, eine Zeit lang haben Leute versucht, Kunst und Musik besser zu verstehen, indem sie Labels dafür verwendet haben. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass die Leute mehr Respekt vor verschiedenen Arten der Kultur haben und verstehen, dass es besser ist, die Quelle zu unterstützen, anstatt irgendein Genre oder einen Stil zu etwas zu verdrehen, von dem sie das Gefühl haben, dass es neu ist.

Du hast in deinen Mixen Rihanna gespielt. Auch wenn sie von Venus X dafür kritisiert wurde, Underground-Stile zu kopieren, würde ich sie (zusammen mit Beyoncé und Drake) als Ikone bezeichnen, die sowohl in Sub- als auch in Mainstream-Kulturen akzeptiert, gefeiert und geremixt wird. Was denkst du über sie und ihren Einfluss?
Ich wurde immer von Frauen beeinflusst, die stark und kompromisslos sind. Männer haben immer versucht, die dominante Rolle einzunehmen, aber ich denke, dass der Hauptgrund dafür ist, dass sie Angst vor Weiblichkeit und der Kraft, die sie innehat, haben. Rihanna ist definitiv eine Künstlerin, die keine Angst davor hat, diese Kraft zu nutzen, und das zu machen, was auch immer sie will—ohne Angst, was der Rest der Welt denkt. Aber ich nutze Top-40-Künstler in meinen Mixen eher, weil ich gerne mit den Erwartungen der Leute spiele, und den Track umgestalte, um in gewisser Weise seine Wahrnehmung zu verändern. Es geht nicht so sehr darum, den Künstler abzufeiern. Wenn ich einen Track von Rihanna oder Beyoncé spiele, dann nicht, bevor er nicht vollständig zerstört und dekonstruiert wurde, um etwas Verrücktes und hoffentlich sogar Verstörendes mit dem Zuhörer anzustellen.

Was bedeutet für dich der Begriff „Underground"? Hier in Deutschland wird er nicht mehr wirklich als treffende Beschreibung für irgendwas angesehen, aber ich weiß, dass andere Länder und Szenen sich noch auf dieses Konzept beziehen.
Ich denke, der Begriff „Underground" ist sehr subjektiv. Ich persönlich konzentriere mich nicht wirklich auf die Idee, aber ich respektiere Künstler und Szenen definitiv, die ihre Privatsphäre behalten wollen. Ob es eine Frage von Ausverkauf oder Erfolg ist, der jemanden davon abhält, zum Underground zu gehören, ist Sache des Individuums oder der Gruppe. Ich finde nicht, dass es eine schlechte Sache ist, in größerem Rahmen wahrgenommen zu werden, aber ich glaube an Authentizität und daran, sich nicht nur der Popularität wegen einem bestimmten Regelwerk oder einer Normalität zu unterwerfen. Die äußere Umgebung kann Subkulturen so viel Schaden zufügen, selbst wenn sie nicht darum gebeten wird. Einige Dinge sollten definitiv heilig und unverfälscht bleiben.

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