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Batterien aus Pilzen könnten schon bald Handys und Autos mit Energie versorgen

Forscher haben gerade eine Batterie erschaffen, die aus Portobello-Champignons hergestellt wird. Das bedeutet, dass der bescheidene Pilz den Handy und die Millionen von elektrischen Autos der Zukunft mit Strom versorgen könnte.
02 Oktober 2015, 8:40am

Wir wissen alle, dass psilocybinhaltige Pilze—die allgemein als „Magic Mushrooms" bekannt sind—erstaunliche Dinge vollbringen können. Die Wissenschaft hat gezeigt, dass diese halluzinogenen Pilze eine „Hyper-Verbindung" mit deinem Gehirn herstellen und gegen Depressionen, Angstzustände und psychische Störungen helfen können. Und in Quiche schmecken sie auch ganz gut, können wir bezeugen.

Aber der gewöhnliche Champignon? Ziemlich langweilig eigentlich, oder? OK, für einen veganen Pilzburger vielleicht ganz gut, aber sonst?

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Aber genau der Portobello-Champignon ist es, der Wissenschaftler in Staunen versetzt.

Forscher an der University of California–Riverside haben eine Batterie geschaffen, die teilweise aus Portobello-Champignons hergestellt wird. Das bedeutet, dass der bescheidene Pilz schon bald Handys und die Millionen von elektrischen Autos, die möglicherweise in den nächsten Jahren auf den Markt kommen, mit Strom versorgen könnte.

Die Pilzbatterien sind billig, einfach herzustellen, biologisch abbaubar und sie halten länger als die Batterien, die es derzeit auf dem Markt gibt. Welcher Pilz vollbringt jetzt Erstaunliches, ha?

Bei konventionellen Lithium-Ionen-Batterien werden aufgeladene Lithium-Atome mit Hilfe von positiven und negativen Elektroden—auch Anode und Katode genannt—hin und her bewegt und so wird Energie freigesetzt und gespeichert. Normalerweise werden Anoden aus synthetischem Graphit herzgestellt. Aber synthetisches Graphit ist recht teuer und muss mit Fluss- und Schwefelsäure, scharfe Chemikalien, die viel gefährlichen Müll produzieren, behandelt werden.

Das Team der UC Riverside ersetzte dieses Graphit erfolgreich mit dem Portobello-Pilz.

Ihr denkt euch vielleicht: „Wir merkwürdig sind Wissenschaftler eigentlich?" Oder vielleicht: „Mir würde nie im Leben einfallen, Graphit mit Pilzen zu ersetzen!"

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Aber: So verrückt ist das Ganze gar nicht. Die Wissenschaftler suchten nach einer billigen und umweltfreundlichen Substanz, um das ganz und gar nicht billige und umweltfreundliche Graphit zu ersetzen. Sie wussten, dass sie als Ersatz für die Anoden etwas sehr Poröses brauchten. Und so kam der Pilz ins Spiel. Das ergibt also alles durchaus Sinn.

Die Durchlässigkeit des Portobello-Champignons bedeutet, dass es genug Platz für die Ionen gibt, um sich darin zu bewegen und ihre Energie zu speichern. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass die Portobello-Pilze einen hohen Kaliumsalzgehalt haben und so öffnen sich im Laufe der Zeit immer mehr Poren im Pilz. Ob ihr es glaubt oder nicht, die Pilzbatterien werden immer besser, umso länger man sie verwendet. Genau wie der Akku deines Smartphones. (Not.)

Brennan Campbell, ein Mitglied des Forscherteams, sagt: „Mit Batteriematerialien wie diesem könnten Handys anstatt an Akkulaufzeit zu verlieren, an Laufzeit gewinnen."

Obwohl sich die Batterie der Forscher der UC Riverside immer noch in der frühen Entwicklungsphase befindet und derzeit noch nicht so effizient wie konventionelle Batterien ist, hat das Team ihre Erfindung bereits patentrechtlich schützen lassen, wie Scientific Reports berichtet.