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Lebensmittelsicherheit

Genmanipulierte Fische könnten Chinas Lebensmittelsicherheit verbessern

Um Chinas Lebensmittelsicherheit sieht es in den letzten Jahren eher nicht so rosig aus. Ein Hongkonger Start-up setzt seine Hoffnung in eine Technologie zur Lebensmitteluntersuchung, bei der grell leuchtende Fischembryos Giftstoffe feststellen sollen.
16 März 2015, 11:30am

Um Chinas Lebensmittelsicherheit sah es in den letzten Jahren nicht so rosig aus. Man hat den Eindruck, dass alle paar Wochen ein neuer Bericht über eine unangenehme Angelegenheit erscheint: 300.000 erkrankte Babys nach dem durch Babymilch, vergammeltes Fleisch in Fast Food-Restaurants oder Sojasauce, die aus menschlichem Haar hergestellt wurde. Dann war da noch der Ziegenfleisch-in-Entenurin-Skandal. Und wer könnte schon das berüchtigte Öl aus der Gosse vergessen?

Trotz dieser grauenhaften Bilanz des Landes aus den letzten zehn Jahren, gibt es zahlreiche Leute, die nach Lösungen für ein Problem suchen, das immer groteskere Formen annimmt. Manchmal muss man dafür über den Tellerrand schauen—und ins Aquarium rein.

Das Hongkonger Start-up Vitargent setzt seine Hoffnung auf eine Technologie zur Lebensmitteluntersuchung, bei der die Forscher mit Hilfe von Fischembryos verunreinigte Substanzen und Giftstoffe in allen möglichen Produkten von Lebensmitteln und Getränken bis hin zu Make-up und Body Lotions feststellen können. Bei dieser Testmethode mit den weinzig kleinen Fischen sollen mehr als 1.000 toxische Substanzen erkannt werden können—ein gigantischer Fortschritt im Vergleich zu den bereits bestehenden Methoden, deren Resultate pro Test nur zwischen fünf und zehn Giftstoffe anzeigen.

Vitargent setzt gentechnisch veränderte Embryos von Medaka—auch bekannt als japanische Reiskärpflinge—ein, die bei bestimmten gefährlichen Chemikalien oder Zusatzstoffen entweder einen Tumor entwicklen oder anfangen, grell zu leuchten. Wenn eine Probe beispielsweise Bisphenol A—das gefürchtete BPA, das du nicht in deiner Wasserflasche haben willst—enthält, erhellen die Fische dank eines Quallen-Gens, mit dem ihr Erbgut erweitert wurde, wie ein Leuchtstab. Der Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens Eric Chen sagte zur South China Morning Post, die Fische haben eine ähnliche DNA-Struktur wie wir Menschen und reagieren auf dieselbe Art und Weise auf Giftstoffe.

Chen sieht in dieser Untersuchungsmethode zur Feststellung von Chemikalien eine riesige Chance für China und sein Unternehmen hofft, das Prüfsystem in der gesamten Region einzuführen. „Unternehmen sind so einfallsreich. Sie geben alles, was du dir vorstellen kannst, in unser Essen und Trinken", sagte er gegenüber der Post.

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