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So fühlt es sich an, die Droge zu nehmen, die 10.000 Mal wirksamer ist als Morphium

Wir haben mit einem Opioid-Konsumenten gesprochen, der W-18 bereits ausprobiert hat und somit einen Vergleich zu anderen Mitteln wie etwa Fentanyl ziehen kann.

von Allison Tierney
09 März 2016, 2:10pm

Foto: bereitgestellt von der Calgary Police

Einige der Fake-Oxycodon-Tabletten enthielten laut der kanadischen Gesundheitsbehörde auch das synthetische Opioid W-18 | Foto: bereitgestellt von der Calgary Police

Vor über einem Monat hat die kanadische Gesundheitsbehörde Health Canada bestätigt, dass man die Droge W-18 in beschlagnahmten Fake-Oxycodon-Tabletten gefunden hatte. Bei W-18 handelt es sich um ein synthetisches Opioid, das 100 Mal wirksamer als Fentanyl und ganze 10.000 Mal wirksamer als Morphium ist.

Die Droge wurde in den 80er Jahren zwar von kanadischen Wissenschaftlern entwickelt (Verschwörungstheoretiker aufgepasst!), aber man geht davon aus, dass der derzeitige Stoff aus China importiert wird. Das Ganze ist im Grunde auch nur ein weiteres Kapitel der massiven Opiat-Krise, die Teile Kanadas momentan in Atem hält. Letztes Jahr konnten laut lokalen Behörden allein in Alberta 213 durch eine Fentanyl-Überdosis hervorgerufene Todesfälle verzeichnet werden. Außerdem hat man in der kanadischen Provinz 2015 ungefähr 21.000 der blaugrünen Pillen beschlagnahmt.

Wir haben mit einem Opioid-Konsumenten gesprochen, der W-18 bereits ausprobiert hat und schon seit mehr als sechs Monaten Fentanyl in Form der oben erwähnten Fake-Oxycodon-Tabletten nimmt, die in Alberta weit verbreitet und in der Drogen-Community auch als „Beans" bekannt sind. Er beschreibt seine Opioid-Toleranz selbst als sehr hoch und erzählt uns davon, wie Fentanyl in der kanadischen Provinz einfacher zu bekommen ist als Gras.

Er hat sein W-18 von einem Dealer bekommen und dann über einen Zeitraum von mehreren Tagen hinweg täglich eine kleine Dosis genommen. Immer wenn er eine Line gezogen hatte, setzte die Wirkung bereits nach wenigen Sekunden ein. Kurz danach kotzte er sich laut eigener Aussage die Seele aus dem Leib und schlief danach erstmal eine halbe Stunde lang.

„Wenn man das Zeug genommen hat, übergibt man sich erstmal und schläft danach ein. Das High macht also nicht gerade viel Spaß", meint er. „W-18 haut dich einfach nur mit der Wucht eines Güterzugs um. Im Vergleich zum falschen Oxycodon lohnt sich das Ganze also einfach nicht."

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Obwohl der Drogenkonsument, der anonym bleiben möchte, noch keine Überdosis genommen bzw. W-18 wieder komplett beiseite gelegt hat, befürchtet er dennoch, dass das synthetische Opioid Leute umbringen wird. Derzeit ist noch nicht bekannt, ob das Medikament Naloxon, das bei Opioid-Überdosen eingesetzt wird, auch bei W-18 Wirkung zeigt oder nicht.

„Ich weiß zwar, dass die Behörden das Zeug in Pillenform beschlagnahmt haben, aber ich habe gesehen, wie die Dealer das Ganze in kleinen Tütchen zu mehreren Gramm an den Mann brachten", berichtet der Konsument. Er behauptet, dass ihm die Droge als Pulver verkauft wurde, welches eine blassgrüne Farbe besaß und dessen Rückstände im hinteren Nasenbereich nicht so sehr brannten wie die von typischem Fentanyl. Er meint jedoch auch, dass der zweitgenannte Umstand daher kommen könnte, dass man ja nicht so viel Stoff auf einmal konsumieren muss.