Hangover-News, 22. August 2016

Ein LKW-Fahrer kegelt mitten auf der Autobahn Bierflaschen um, in der Türkei tötet ein Kind bei einem Selbstmordanschlag 51 Menschen, und die Bundesregierung empfiehlt Hamsterkäufe.

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22 August 2016, 6:15am

Foto: Polizeipräsidium Bielefeld

Ein Selbstmordattentat eines Kindes erschüttert die Türkei, ein LKW-Fahrer kegelt mitten auf der Autobahn, Facebook versucht mal wieder, die Jugendlichen durch eine neue App zurückzuholen, und die Bundesregierung rät zu Hamsterkäufen. Willkommen bei den Hangover-News.

51 Tote bei Selbstmordanschlag in der Türkei: Der Attentäter war vermutlich ein Kind

Krankenwagen vor der Hochzeitshalle in Gaziantep | Foto: imago | Xinhua

In der südtürkischen Stadt Gaziantep hat es am Wochenende ein Selbstmordattentat gegeben. Bisher starben 51 Menschen und 69 Menschen wurden verletzt—17 davon schwer. Unter den Opfern sind auch viele Kinder. Der Anschlag traf eine kurdische Hochzeit, der Attentäter war nach Angaben des türkischen Präsidenten Erdoğan zwischen 12 und 14 Jahre alt—dies sagte er der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Noch ist nicht klar, ob der Sprengsatz vom Kind selbst oder per Fernzündung aktiviert worden ist. Erdoğan schreibt den Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat zu.

Die Stadt Gaziantep grenzt an Syrien, auf dessen Seite ein großes Gebiet unter der Kontrolle des IS steht. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einem "grauenhaften Angriff" und der französische Präsident Hollande ließ in einer Nachricht aus dem Élysée-Palast verkünden, dass Frankreich an der Seite derer stehe, die gegen Terrorismus kämpfen.

Facebook versucht mit neuer Video-App, die Jugendlichen zurückzuholen

Screenshots: Apple App-Store

Lifestage heißt die neue App von Facebook, mit der man den Schwund an jungen Leuten auf der eigenen Plattform reduzieren möchte. Diese weichen immer öfter auf andere Apps wie Snapchat oder Instagram aus—das belegte auch jüngst eine Studie, bei der deutsche Jugendliche angaben, eher Snapchat als Facebook zu benutzen.

Funktionieren wird das Ganze allein über Videos, die die User ähnlich wie bei Snapchat mit Filtern, Emojis und Kritzeleien verschönern und Kategorien wie "Like", "Dislike" oder etwa "My best friend" zuordnen können. Eine Chat-Funktion wird Lifestage nicht besitzen. Richtig nutzen kann man das eigene Profil aber erst, wenn mindestens 20 andere Schüler derselben Schule die App benutzen und wenn man selber unter 21 Jahre alt ist.

Entwickelt hat die App der 19-jährige Michael Sayman, der schon seit sechs Jahren Apps programmiert und schon vor zwei Jahren auf einer Facebook-Konferenz einen Vortrag gehalten hat. Bisher sind viele Versuche von Facebook gefloppt, wenn es darum ging, neue Apps wie Slingshot oder Paper auf den Markt zu bringen. Übrigens: Bisher ist Lifestage nur im amerikanischen iOS-App-Store verfügbar.

Betrunken nach Sri Lanka fliegen ist ok – allerdings nicht, wenn man der Pilot ist

Am Frankfurter Flughafen ist am Freitagabend ein "sichtlich betrunkener" Pilot erschienen, der fest davon überzeugt war, einen Airbus 330 mit 274 Personen nach Sri Lanka fliegen zu können. Keine so gute Idee. Das Personal der Fluggesellschaft Sri Lankan Airlines stoppte den eigenen Piloten und hielt ihn fest. Durch das Festhalten des Piloten verspätete sich der Flug um geschlagene 15 Stunden, da es keinen Ersatz gab. Die Fluglinie hat den Piloten vorerst vom Dienst suspendiert.

Von ganz oben empfohlen: Lebensmittelvorräte

Foto: Wikipedia | ChristianSW | GNU-Lizenz

Sehr wahrscheinlich wird die Bundesregierung die deutsche Bevölkerung noch diese Woche dazu aufforden, "einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln für zehn Tage" anzulegen. Das liegt allerdings nicht an den jüngsten Attentaten, die in Deutschland und Europa stattfanden, sondern an der Aktualisierung eines veralteten Konzepts von ziviler Selbstversorgung, das bisher auf dem Stand aus Zeiten des Kalten Krieges war. Das Zitat stammt aus der Konzeption ziviler Selbstverteidigung, einem Dokument der Bundesregierung, das der FAZ vorliegt und am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll. Vier ganze Jahre soll die Regierung an dem Konzept gearbeitet haben, das dem deutschen Staatsbürger unter anderem rät, "für einen Zeitraum von fünf Tagen je zwei Liter Wasser pro Person und Tag in nicht gesundheitsschädlicher Qualität vorzuhalten".

Dass die Aufforderung vom Horten von Lebensmittelvorräten und die Einführung von Trinkwasserspeichern auf eine unsichere Zukunft weisen, ist allerdings falsch. Denn in dem Konzept heißt es, "dass ein Angriff auf das Territorium Deutschlands, der eine konventionelle Landesverteidigung erfordert, unwahrscheinlich" sei. Dennoch verlange es die Sicherheitsvorsorge, "sich trotzdem auf eine solche, für die Zukunft nicht grundsätzlich auszuschließende existenzbedrohende Entwicklung angemessen vorzubereiten". Falls der Staat bei einer Umweltkatastrophe oder einem terroristischen Anschlag zu spät handlungsfähig ist, soll sich der Zivilist also erstmal selber aushelfen können.

Ein verwirrter LKW-Fahrer kegelt mitten auf der Autobahn – mit Bierflaschen und seinen Schuhen

Foto: Polizeipräsidium Bielefeld

Kurz vor dem Autobahnkreuz Wünneburg bei Bielefeld stand am Freitagabend ein quer stehender LKW. Als die herbeigerufenen Beamten der Polizei Bielefeld den LKW erreichten, bemerkten sie ein Dreieck aus Bierflaschen hinter dem Fahrzeug. Ein sichtlich verwirrter Trucker erklärte, dass er einfach Lust auf eine Runde Kegeln gehabt hätte. Und mit seinem Schuh auf die Flaschen geworfen hat. Die Polizei vermutete eine psychische Störung und nahm den Mann fest, der mittlerweile zwangseingewiesen wurde.