Sex

Eine Hammer Woche

Der Mandingo!-Produzent Will Fairman (links) stürzt sich im Shangri Lust Partyhaus ins romantische Treiben.

Ich weiß nicht, ob irgendjemand von euch vorhat, demnächst nach Florida in den Urlaub zu fahren, aber ich würde euch dringend davon abraten, zu irgendeinem der Orte zu fahren, die in diesem Artikel erwähnt werden—es sei denn, ihr habt sehr spezielle Neigungen. Gleich erfahrt ihr auch, warum.

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Ich habe vor Kurzem eine Woche im Sunshine State verbracht, wo mich ein Ex-Marine namens Art Hammer in einem riesigen amerikanischen Auto mit auf eine Tour durch die Sexhotels, schlechten Restaurants und Badeorte der Gegend nahm—die allesamt sehr davon profitieren würden, wenn der Meeresspiegel tatsächlich um einen bis drei Meter ansteigt. Art ist der Boss von drei Gruppen mit fantastischen Namen: dem Dark Cavern Real Players Club, dem Hot Chocolate Parties Club und, am allerbesten, der Florida Mandingo Society. Für diejenigen unter euch, denen der Ausdruck „Mandingo“ nichts sagt—er wurde in den amerikanischen Plantagen popularisiert, als schwarze Sklaven eingestellt wurden, um für reiche Weiße Baumwolle zu pflücken. Wenn du einer der größten und härtesten Sklaven warst, wurdest du angeblich als „Mandingo“ bezeichnet und hattest eine geheime Affäre mit der Trophäenfrau des Plantagenbesitzers.

Arts Mandingos sind eine Crew aus Schwarzen, die sich im Hinblick auf die Lieblingsbeschäftigungen des amerikanischen Südens gerade einen Namen machen—nämlich Swinging und Ehebruch, besonders zwischen Personen unterschiedlicher Hautfarben.

Wenn du also als Weißer in Florida lebst und gerne zusehen möchtest, wie deine Frau von bis zu zwölf Schwarzen gleichzeitig vergewaltigt wird, solltest du dir Arts Telefonnummer, Facebook-, Skype- und G-Chat-Kontaktdaten besorgen, denn das ist genau der Service, auf den er spezialisiert ist.

Der Blick aus dem obersten Stockwerk in den Hof des Rooftop Motel Swinger’s Club in Hollywood Beach, Miami

Nachdem wir uns übers Internet bei ihm gemeldet hatten, erklärte Art sich bereit, mit mir und einem VBS-Kamerateam eine Woche Zeit zu verbringen, sodass wir etwas über die Szene erfahren, seine Crew kennenlernen, die Paare interviewen, in Swingerhotels fahren und seine in Hotelsuiten veranstalteten Hot-Chocolate-Partys und privaten Orgienhäuser in ganz Florida besuchen könnten.

Wir trafen uns mit Art im Haus eines Freundes von ihm in Fort Lauderdale, was eine der bescheuertsten Städte ist, in denen ich je gewesen bin. Kein Ort, der derart uncharismatisch ist, sollte einen so machomäßigen Namenszusatz wie „Fort“ tragen dürfen. Es ist so gesichtslos und unangenehm wie ein überdimensionales Shoppingcenter am heißesten Tag der Hölle. Es ist als das „Mekka der Frühjahrsreisen“ bekannt, aber als wir uns über die endlosen, kurvenreichen Vorstadtstraßen in Richtung von Arts momentaner Unterkunft bewegten, sah es eher aus wie ein Ort, an den man geht, um zu sterben.


Angel (rechts) ist CEO des Midnight Zone Mandingo Clubs und Art Hammers Protegé; diese Dame ist seine Freundin.


Wenn man einmal an einem derart öden Ort gewesen ist, versteht man plötzlich, warum die Kids in den USA losziehen, um Briefkästen zu zertrümmern, oder in ihrer Schulkantine wahllos auf Leute schießen. Vielleicht ist es derselbe Grund, aus dem das Swinging mit seinen endlosen Untergenres sich hier so erfolgreich als eine Art Gegenkultur der Babyboomer-Generation etablieren konnte.

Arts Kumpel wollte sich nicht fotografieren lassen, weil er ein schüchterner swingender Polizist ist, aber er ließ uns mit Art in seinem Wohnzimmer abhängen. Es sah aus wie direkt aus einem Katalog entsprungen—bis hin zu dem Plastikobst—und hatte an einer Wand einen Flatscreen-fernseher in der Größe eines kleinen osteuropäischen Staates.

Art gründete seine Crew, nachdem er seinen Mentor getroffen hatte, den legendären Gangbang-Partypromoter Doo-Rag Bob. Von Doo-Rag erlernte er die Geheimnisse des erfolgreichen Betriebs eines interethnischen Gangbang-Unternehmens.

Von oben links im Uhrzeigersinn: Ein Sexstuhl in einem der Playrooms im Rooftop Motel; Larry und Charlotte vom Shangri Lust; der Ehebrecher Dave hat seinen Spaß.


Es scheint funktioniert zu haben. Seit ein paar Jahren haben Arts Mandingos die Swingerszene Floridas fest in der Hand. Sie sind keine Prostituierten, aber wenn du ein Ticket für eine Dark Cavern Real Player Club Party kaufst, kannst du dir einigermaßen sicher sein, dass du diesen Typen im Laufe des Abends sehr nahekommen wirst (das gilt nur für Frauen, aber Männer dürfen zusehen).

Und so hingen wir also eine Woche lang täglich mit Art ab, während er uns über seinen Lebensstil erzählte und einen 48-stündigen interethnischen Gangbang in einem Privathaus in Fort Meyers, Florida, organisierte.

Im Laufe dieser einen Woche reisten wir quer durch den Sunshine State und trafen Mandingos, Swinger, Sextherapeuten und einen Stripbarbesitzer, der uns auf einem Parkplatz mit einer Knarre bedrohte. Wir entdeckten exotische lokale Spezialitäten an einem Ort namens Cheeseburger In Paradise, dessen Speisekarte kühn verkündete: „Endlich! Der Geschmack unserer Buffalo Chicken Wings nun auch als Cheeseburger.“ (Wir leckten danach unsere Teller ab.)

Daves Frau Jazzy nutzt den Lapdancing Pole des Shangri Lust, der auf einem Flügel in der Barecke befestigt ist—bei der Tür zum Orgienraum und dem karibischen Büfett; der Autor mit Art Hammer.


Einer der bemerkenswertesten Orte, den wir in Hollywood Beach, Miami, besuchten, war ein Swingerhotel namens The Rooftop. Sie machten uns für den Abend einen Sonderpreis, also werden wir versuchen, uns so höflich wie möglich auszudrücken: Es war ungefähr so, als hätte jemand im Arsch eines Vergewaltigers ein Pflegeheim für Perverse gebaut.

Es gab PVC-Betten und Sexschaukeln und riesige Spiegel und Fernseher, auf denen den ganzen Tag über Pornos aus den 90ern liefen. Unsere Zimmer rochen nach Poppers und die Türen ließen sich nicht abschließen. Wir trafen auf nackte 45-jährige Männer, die um drei Uhr morgens auf den Balkons umherspazierten.

Wir konnten hier nicht schlafen, ohne uns vorher zu besaufen, also wanderten wir zu einer nahe gelegenen Bar. Ein mexikanischer Junge ließ sich von Andy Capper im Billard schlagen und fragte ihn dann, ob er Lust auf einen Strandspaziergang hatte. Ich zog an der Bar derweil das Interesse eines Vietnamveteranen auf mich, der mit mir nach draußen gehen wollte, um mir seine Knarre zu zeigen. Es war relativ schnell klar, dass wir aufgerissen und/oder anschließend ausgeraubt werden sollten, also gingen wir in unsere Zimmer zurück, wo bis auf einen G-String nackte fette Männer auf dem Balkon vor unserem Fenster standen.

Am nächsten Tag fuhren wir fünf Stunden lang durch biblischen Regen, während im Radio „MC Hammer“ von Rick Ross circa 28 Mal hintereinander lief. Der 48-stündige interethnische Gangbang stand nun kurz bevor und wir konnten es kaum erwarten. Vielleicht würde es sogar ein paar Cheeseburger in seltsamen Geschmacksrichtungen geben.
 
FOTOS VON WILL FAIRMAN
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