Ansalyse: Das monatliche Review vom Ansa

Ansa rezensiert für uns monatlich Mixtapes, EP's und LP's. Diesen Monat von Svaba Ortak, SeboKILL und Mizgebonez.

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11 April 2016, 7:43am

Foto von Daniel Shaked, Grafik von VICE Media

Die Vamummtn haben sich nicht nur wegen ihrer ehrlichen Ader und der großen Klappe einen Namen gemacht. Aber auch. Da es in Österreich mehr als genug Rap-Künstler und jene, die es noch werden wollen, gibt, haben wir Ansa von den Vamummtn gebeten, ab jetzt monatlich österreichische HipHop- und Rap-Platten zu reviewen. Für seine Bewertung übernehmen wir aber keine Haftung. Die zweite Ansalyse trifft Sebokill, Mizgebones und Svaba Ortak. Solltest du eine Platte oder ein Mixtape „ansalysieren" lassen wollen, schick sie uns an: .

Ich wurde gebeten, monatlich die ländlichen HipHop- und Rap-Releases zu begutachten, jedoch nicht zu beliebäugeln. Wahrscheinlich deswegen, weil ich nur sehr schwer zu überzeugen bin und mir mit Sicherheit kein Blatt vor den Mund nehme. Ich war von der Idee nicht gerade überzeugt und als ich die ersten drei Releases genannt bekam, noch weniger angetan. Trotzdem wollte ich mich dieser Aufgabe stellen und sie objektiv, unparteisch und in Ansa-Manier meistern. Dieses mal hat es Sebokill, Mizgebones & Svaba Ortak erwischt. Freu mich auf weitere Einsendungen eurer Alben und (aktuellen) Mixtapes, aber Vorsicht, be- und geurteilt wird erbarmungslos.

MizgebonezInserat

Bild mit freundlicher Genehmigung von Mizgebones via Facebook.

Gleich mal vorweg: Das Ding ist richtig fett produziert. Abwechlungsreich, akustisch, elektronisch und sogar einmal wenig HipHop. Grundsätzlich dachte ich, ich soll hier HipHop/Rap Alben reviewen, Inserat rutscht hier aber eindeutig in die Pop/Comedy ab oder auf. Und genau da kommen wir auch schon zum eigentlichen Problem. Vom Rappen her überzeugt mich das Ganze absolut nicht. Reime sind meistens Zweckreime beziehungsweise viel zu simpel. Auf die teilweise erzwungenen und verstellten Stimmen komm' ich überhaupt nicht klar und mit dem Humor, der mit Sicherheit für manche gegeben ist, kann ich leider auch nichts anfangen. Die Ideen der Tracks sind teilweise cool und vor allem die Hooks/Refrains sind oft sehr chartig, catchen und bleiben hängen. „Ringele" und „Nix Tun" sind da meine Favorites und das beste Beispiel meiner Kritik ist wohl „Club", wo mir die Hook gefällt, der Rest aber nicht. Videotechnisch sind Mizgebonez sehr gut unterwegs. Das Fitness-Ding ist witzig, die Entenmenschen weniger, auch wenn die „Brücken"-Line hängen bleibt. Resümee: Ohne der Frau im Boot würde das Ding wohl kentern und nein, ich will nicht mit ihr ins Bett, ich kann Female Rap nicht ausstehen!


SeboKILLRappin Taratino

Ich bin ein wenig zwiegespalten, was den rappenden Quentin betrifft. Auf der einen Seite vermisse ich benötigte Rapskills, auf der anderen wissen aber „Tarantino"-artige Ideen zu überzeugen. Manchmal würde ich mir bestimmt leichter tun, wenn ich die zu beurteilenden Artists persönlich kennen würde. An Spaß und Freude mangelt es bei den Recording-Sessions mit Sicherheit nicht. Meine Favorites sind „Nicht die Mama", „Kollabonutte", „Stimmen", sowie „I bin a Boden" (Bitte, wie kommt man auf sowas?). In „Vogelscheuche" ein Wienerlied einzubauen, gefällt gut. Zu den Beats kann ich nicht viel sagen, da es ein Mixtape ist. Vielleicht mal das eine oder andere Wort weglassen, dann gehen sich die Bars oftmals schöner aus und der Hörer tut sich leichter. Meins ist es jedenfalls nicht, ob es eures ist, könnt ihr euch auf seiner Bandcampseite anhören und das Ganze natürlich for free!


Svaba OrtakEnter tha Dragon

Foto mit freundlicher Genehmigung von Svaba Ortak.

Enter tha Dragon ist Bombe! Und zwar in jedem Belangen. Beats sind brutal und textlich spielt Svaba sowieso schon länger ganz oben mit. Und ja, ich kenne ihn persönlich, das hat aber mit meinem Review nichts zu tun. Der Opener macht Sinn, Falco-Sample in den ersten Sekunden macht Sinn, seine Kollegen Manijak und Pinki auf „Samuraiz & Ninjaz" machen Sinn und so geht's dahin. Meiner Meinung nach hätte es diverse andere Features aus dem Nachbarland nicht gebraucht, da sie allerdings nicht erkauft sind, trotzdem schön anzusehen. Mein Favorite ist „Teufelsdribbler" und das am besten im Splitvideo mit „Ibrakasvaba". Und der Beat von „Kumite" ... Brett! (Sagt man, oder?) Beats kommen in erster Linie vom Eastblok Haus- und Hofproduzenten PMC, außer dem Intro (Chris Chrax) und „Samuraiz & Ninjaz" (Doni Balkan). Ich freue mich aufs Album, war ja erst die EP. Kaufen!

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