Der Berliner Medienkünstler Nils Völker baut Ozeane aus Müll. Oder besser gesagt: Er imitiert den Ozean mit Müllbeuteln–und haucht dem toten Stück Plastik etwas Leben ein, so dass es Ebbe und Flut widerspiegelt.
Für sein letztes Werk Thirty Three verwendete Völker 33 Plastiktüten und ein Gebläsesystem, das an eine Arduino-Plattform angeschlossen war. Auf diese Weise konnten die Gezeiten in einem kleinen Hafen in Nordwest-Frankreich den Puls der Tüten kontrollieren. Sein neuestes Werk Ninety Six ist nicht ganz so eng mit der Natur verbunden–aber mindestens genauso faszinierend.
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Die Installation enthält 96 Mülltüten, die sich in kontrollierten Rhythmen aufblasen und wieder abschwellen–eine wellenähnliche Animation. Der Künstler selbst schreibt über sein Projekt: „Obwohl jede Tüte an einem festen Ort angebracht ist, erzeugt die Sequenz von Inflation und Deflation lebendige Momente… Auf diese Weise lösen sich die Formen und Grenzen der Installation selbst auf.“
Völkers Arbeit erinnert uns die Installationskunst von Zimoun, der seine Kreativität ebenfalls aus Müllobjekten zieht. Die scheinbar nutzlosen Gegenstände bekommen plötzlich neue Energie. Ninety Six ist die Art von Installation, die einen in Trance versetzt, wenn man sie lange genug fixiert. Und sie erzeugt ein ähnliches Gefühl wie das Mantra eines Wortes, das man so oft wiederholt, dass es sinnfrei, aber gleichzeitig erhaben wird: “A bag is a bag is a bag is a bag…”
Ninety Six ist noch bis 19. Oktober in der Ausstellung Höhenrausch im OÖ Kulturquartier in Linz (Österreich) zu sehen. Seht hier ein paar Fotos des Werkes:
>>>Mehr von Nils Völkers Arbeiten findet ihr auf seiner Webseite



