Illustration einer Rohingya-Frau in traditioneller Kleidung, die sich Fotos von ihren vermeintlichen zukünftigen Ehemännern anschaut. Mit dieser Masche werden viele Rohingya-Frauen Opfer von Menschenhändlern und nach Kaschmir verkauft.
Illustration: OWI LUINIC / VICE
Menschen

VICE-Recherchen zeigen, wie Rohingya-Frauen an Männer in Kaschmir verkauft werden

Sie dachten, sie würden der Gewalt entkommen, dann trafen sie ihre Männer. Wir haben einige der Frauen ausfindig gemacht und mit ihnen gesprochen.
12.3.21

Es war eine Nacht im Winter, als Muskan reingelegt wurde, über 3.000 Kilometer weit zu reisen, um einen 30 Jahre älteren Mann zu heiraten.

"Meine Beine waren geschwollen und schmerzten von den Schlägen und der extremen Kälte", sagt Muskan, während sie ihr Baby in den Armen wiegt. "Ich fühlte mich furchtbar. Ich sah keinen Ausweg."

Muskan stammt aus Myanmar, heute lebt sie in Kaschmir – einer Gebirgsregion im Himalaya, die vor allem Pakistan und Indien für sich beanspruchen. Auch China kontrolliert einen Teil des Gebiets. Muskan, die heute etwas über 30 ist, lebt in dem Bereich, der unter indischer Verwaltung steht. 

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Fünf Jahre sind seit der Tortur vergangen, aber Muskan sagt, sie könne einfach nicht vergessen, wie sie mitten im eiskalten Winter gefangen gehalten wurde, eingesperrt in einem Raum ohne Toilette. Die Menschenhändler hätten sie und die anderen jungen Frauen nicht mal rausgelassen, um das Bad zu benutzen. Muskan sagt, dass ihre Kidnapper sie schlugen, wenn sie sich weigerten, wildfremde Männer zu heiraten, die häufig viel älter als die Frauen waren und psychische Probleme hatten. Viele der Ehen seien von Familien arrangiert worden, die sonst niemanden finden konnten, der sich um diese Männer kümmert. 

Muskan sagt, sie sei in Kaschmir für 100.000 indische Rupien an einen 60 Jahre alten Bauern mit psychischen Problemen verkauft worden. Umgerechnet sind das etwa 1.150 Euro.


VICE-Video: Was kostet die Flucht nach Europa?


Im Zuge einer neunmonatigen Recherche konnte VICE die Wege von vier muslimischen Rohingya-Frauen nachvollziehen, die im Laufe der vergangenen zehn Jahre von Menschenhändlern aus dem nördlichen Teil des Rakhaing-Staats in Myanmar nach Kaschmir geschmuggelt wurden. Um ihre Identitäten zu schützen, stehen hier nicht ihre echten Namen.

In separaten Interviews geben die Frauen an, dass sie von Menschenhändlern reingelegt worden seien. Man habe ihnen versprochen, dass sie "junge und gutaussehende Junggesellen" heiraten würden.

Die Frauen sagen, sie seien von Myanmar über Bangladesch nach Indien geschmuggelt und dann indischen Menschenhändlern in Kaschmir übergeben worden. Diese hätten sie tagelang unter abstoßenden Bedingungen festgehalten, ohne Nahrung oder medizinische Versorgung. 

Das brutale Vorgehen des myanmarischen Militärs gegen die Rohingya hat zahlreiche Mitglieder der muslimischen Minderheit aus dem überwiegend buddhistischen Land vertrieben und Schleusern sowie Menschenhändlern großen Zulauf beschert. Nach Attentaten von islamistischen Terroristen zwang 2017 der bislang letzte systematische Angriff des myanmarischen Militärs über 740.000 Rohingya dazu, den Grenzfluss Naf zu überqueren und nach Bangladesch zu fliehen. Im Februar 2021 riss das Militär in Myanmar die Macht an sich. Seitdem kommt es immer wieder zu Demonstrationen mit Toten und Verletzten.

"Nach dem Massenexodus von 2017 in Myanmar gab es plötzlich eine erhöhte Nachfrage nach Rohingya-Frauen, gleichzeitig ging der Menschenhandel mit Frauen aus Bangladesch zurück – aber auch den gibt es bis heute", sagt Salma Ali, Präsidentin der Bangladesh National Women Lawyers' Association (BNWLA), die sich gegen Menschenhandel einsetzt.

Ein Kind sitzt in T-Shirt und zerrissener Hose im Sand auf dem Boden und hält einen geflochtenen Korb

Ein Rohingya-Kind verkauft einen Korb auf dem Markt des Nayapara-Flüchtlingslager in Cox's Bazar, Bangladesch | Foto: Pari Saikia

Hasina Kharbhih ist die Gründerin des Impulse NGO Network, einer Menschenrechts-NGO in der nordostindischen Stadt Shillong. Sie sagt, dass viele Rohingya-Frauen im nördlichen Kaschmir oder im südlichen Hyderabad enden würden, weil in diesen Gebieten ein signifikanter Anteil von Muslimen lebt. 

Laut Imtiyaz Ali, einem in Kaschmir lebenden Sozialarbeiter bei der NGO Childline India, bezahlen Familien in Kaschmir umgerechnet zwischen 570 und 1.150 Euro für Rohingya-Ehefrauen. Das sei weitaus weniger als der Mindestbetrag für eine typische Hochzeit in Kaschmir, der bei umgerechnet etwa 5.700 Euro liegt.

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"Immer mehr Menschen finden es finanziell sinnvoller, eine Braut zu kaufen, als eine Hochzeit zu organisieren", sagt Ali.

Belogen und betrogen

Die Verfolgung und Unterdrückung der Rohingya in Myanmar war auch vor 2017 schon Grund genug, den Rakhaing-Staat zu verlassen. Seit Jahrzehnten schikaniert die buddhistische Mehrheit Myanmars systematisch die staatenlosen Rohingya und hat viele dazu gebracht, kaum seetaugliche Boote zu besteigen und ihr Glück in anderen Ländern zu versuchen.

Muskan stammt ursprünglich aus dem Dorf Inn Din, welches zwei Jahre, nachdem sie es verlassen hatte, Schauplatz einer Massenhinrichtung werden sollte. Sie sagt, dass regelmäßig Menschenhändler vorbeigekommen seien und nach verzweifelten Familien gesucht hätten, die für ihre Töchter einen Ehemann im Ausland suchen.

Im September 2015 habe ihr ein Mann aus Myanmar Fotos von gut und wohlhabend aussehenden Männern gezeigt, Kaschmirern. Das sei das erste Mal gewesen, dass sie das Wort "Kaschmir" gehört habe, sagt Muskan. Laut ihrer Erzählung traf sich der Menschenhändler wenige Tage später mit ihren Eltern, einfachen Bauern, und versicherte ihnen, dass sie den Mann heiraten würde, den Muskan auf den Fotos ausgewählt hat. Die Familie bezahlte ihm 150 Dollar für ihre Sicherheit.

eine Frau und drei Kinder laufen bepackt mit Tüten und Teppichen durch den Sand vorbei an provisorischen Zelten

Rohingya in einem provisorischen Lager im Rakhaing-Staat im November 2017, die darauf warten, nach Bangladesch zu kommen | Foto: Phyo Hein Kyaw / AFP

Auch Zubaida wurde reingelegt. Sie erzählt, dass sie 16 war, als ihre Eltern in ihrem Heimatort Maungdaw einem Menschenhändler 15 US-Dollar zahlten, damit er sie aus Myanmar holt. Das sei der einzige Weg gewesen, wie sie 2012 der zunehmenden Verfolgung entkommen konnte, als bei Anti-Rohingya-Ausschreitungen Hunderte Menschen getötet wurden. Sobald sie allerdings in Kaschmir angekommen war, verkaufte der Menschenhändler sie an einen 37-Jährigen für umgerechnet nicht mal 575 Euro. Auch er hatte psychische Probleme.

Heute lebt Zubaida im Distrikt Anantnag in Kaschmir und ist Mutter eines sechsjährigen Kindes. Sie sorgt sich um die Zukunft mit ihrem Mann: "Er ist alt. Was passiert, wenn er stirbt? Wenn ich keine Kinder hätte, wäre ich schon längst geflohen."

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Farida, 30, lebt seit über fünf Jahren im Distrikt Pulwama in Jammu und Kaschmir, einem indischen Territorium. Sie sagt, ihr erster Ehemann sei 2011 mit anderen Rohingya-Männern im Rakhaing-Staat von myanmarischen Soldaten umgebracht worden. Unabhängig überprüfen lässt sich dieser Vorfall nicht. Um nicht das gleiche Schicksal wie ihr Mann zu erleiden, floh Farida aus Myanmar. Sie band sich ihren Säugling auf den Rücken und schwamm über den Naf nach Bangladesch.

Die Zeit danach schildert sie so: 2015, nachdem sie vier Jahre in einem Camp in Cox's Bazar in Bangladesch gelebt hatte, bezahlte sie einem Schleuser umgerechnet gut 925 Euro, um nach Indien zu fliehen. Ohne dass sie etwas davon wusste, verkaufte der Schleuser sie für gerade mal 575 Euro an einen Mann, der doppelt so alt war wie sie. Sie wisse von mindestens zwei weiteren Rohingya-Frauen aus Cox's Bazar, die im Mai 2019 in ihr Dorf in Kaschmir gebracht wurden, sagt sie.

Im Gegensatz zu den anderen Frauen, die wenigstens wussten, dass sie nach Indien gebracht werden, wurde Begum, einer 32-jährigen Rohingya aus Maundaw, 2011 gesagt, dass man sie zum Heiraten nach Bangladesch bringen würde.

"Vom Rakhaing-Staat nach Bangladesch braucht man nur einen Tag, aber wir reisten 15 Tage und Nächte und wechselten unterwegs immer wieder die Fahrzeuge", sagt sie.

Als sie erkannte, dass man sie an einen anderen Ort brachte, sei ihre Gruppe von der Polizei aufgegriffen worden. Da war sie schon im südlichen Kaschmir, sagt Begum und schildert ihre weiteren Erlebnisse: Die Polizei brachte sie daraufhin zu einem nahegelegenen Rohingya-Flüchtlingslager, wo sie von einer freundlichen Familie aufgenommen wurde. An dem Ort wimmelte es allerdings auch von Menschenhändlern – und als alleinstehende Frau zog sie bald deren Aufmerksamkeit auf sich. Sie wollte zurück nach Bangladesch, aber ein Schleuser, den sie im Lager kennengelernt hatte, sagte ihr, dass das unmöglich sei. Die einzige Option: einen Mann aus Kaschmir heiraten. Ein Menschenhändler verkaufte sie schließlich für rund 700 Euro an einen 32-jährigen Kaschmirer, dem es nicht gelungen war, auf normalem Weg eine Frau zu finden.

Das Leben in Kaschmir

Wie in den Interviews deutlich wird, ist für die verschleppten Frauen Ausbeutung in ihren Ehen an der Tagesordnung. Aufgrund ihrer anderen Hautfarbe, Gesichtszüge, Sprache und Nationalität sind sie in Kaschmir regelmäßig Diskriminierungen ausgesetzt. Viele Bräute geben an, wie Arbeitskräfte behandelt zu werden. Sie müssen ohne Unterbrechung auf den Bauernhöfen schuften und dürfen mit niemandem interagieren außer ihren Männern und deren Familien.

Zubaida sagt, dass sie durch die Arbeit auf der Apfelplantage der Familie ihres Mannes chronische Rückenschmerzen bekommen habe. Seit 2018 trägt sie ein Korsett zur Verbesserung ihrer Körperhaltung. "Ich werde hier wie eine Dienerin behandelt. Meine Medizin kostet über elf Euro, aber von der Familie meines Mannes bekomme ich nicht mal zwei Euro", sagt sie.

Zubaida zeigt auf ihren ausgefransten Salwar Kamiz, ein traditionelles Gewand für Frauen in Südasien, und sagt, dass die Familie sie körperlich misshandle und anders als die anderen Schwiegertöchter behandle, weil sie Rohingya ist.

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Während der Interviews mit VICE trug Zubaida immer noch dieselben zu großen Männersandalen, die sie schon vor ihrer Flucht in Myanmar trug.

Auch Muskan ist mit einem Bauern verheiratet und hat zwei Kinder. Ihr Leben in Kaschmir ist ebenfalls von Elend und Missbrauch geprägt.

"Einmal hat mein Mann mit einem Holzblock auf meinen Kopf eingeschlagen. Das musste mit vielen Stichen genäht werden. Er droht mir, mich aus dem Haus zu werfen und die beiden Kinder zu behalten. In meiner Heimat leiden die Menschen auch, aber dieser Ort hier ist nicht anders."

Geflüchtete Rohingya warten auf Hilfslieferungen im Kutupalong Flüchtlingslager in Ukiha

Geflüchtete Rohingya warten auf Hilfslieferungen im Kutupalong Flüchtlingslager in Ukiha, 14. Oktober 2020 | Foto: Munir Uz Zaman / AFP

Muskan sagt, sie sei bereits die dritte Ehefrau ihres Mannes. Seine früheren Frauen hätten ihn aufgrund seines Missbrauchs verlassen. Häufig schlage er sie auch vor ihren Kindern und seinen Verwandten. Sie zieht ihre Kleidung hoch und zeigt eine tiefe, lange Narbe auf ihrem Unterleib. Sie sagt, sie habe nach einem Kaiserschnitt eine Infektion erlitten und einen Arzt aufgesucht. Deswegen habe ihr Mann sie geschlagen. Die Schläge seien so schlimm gewesen, dass die Wunde erneut genäht werden musste.

"Manchmal will ich einfach nur sterben, damit dieses Leiden ein Ende hat", sagt Muskan und bricht in Tränen aus.

Sie habe versucht, in mehreren Polizeistationen um Hilfe zu bitten und eine Anzeige gegen ihren Mann und seine Verwandten einzureichen. Ohne Erfolg, keiner Beschwerde wurde nachgegangen, sagt sie. Muskans einziger Trost besteht in Treffen mit anderen Rohingya-Frauen, die im selben Distrikt leben.

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Immerhin gehört sie zu den Glücklichen, die nach langem Überreden ein paarmal mit ihrer Familie in Myanmar sprechen konnten. Ansonsten scheint sie resigniert zu haben: "Ich vermisse meine Familie, aber das hier ist jetzt mein Zuhause."

Kein Ende in Sicht

Über eine Million Rohingya sind inzwischen aus Rakhaing-Staat geflohen, wo sie jahrhundertelang gelebt haben. Vom Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen, dem UNHCR, heißt es gegenüber VICE, dass schätzungsweise 886.457 Rohingya in Kutupalong und Baliukhali leben, den beiden größten Lagern in Bangladesch. In Indien befinden sich Stand 31. November 2020 etwa 18.000 geflüchtete Rohingya.

Laut eines 2019 veröffentlichten Berichts der Vereinten Nationen leiden die Rohingya-Frauen und -Mädchen am meisten unter dem myanmarischen Militär. Sie werden immer wieder Opfer von Gruppenvergewaltigungen und Folter und werden in Militärbasen als "Sexsklaven" gefangen gehalten.

Auf der anderen Seite hat die humanitäre Krise die Rohingya-Frauen in Myanmar und Bangladesch zum leichten Ziel für Menschenhändler gemacht.

Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten, die gegen die Menschenhändler vorgehen, sagen, dass die Rohingya-Frauen durch die Staaten im Nordosten Indiens und Westbengalen im Osten geschleust werden. "Indien teilt eine 4.097 Kilometer lange poröse Grenze mit Bangladesch. In der Stadt Malda in Westbengalen ist da einfach nur ein offenes Feld ohne irgendwelche Zäune", sagt Tapoti Bhowmick von der in Kalkutta ansässigen Menschenrechts-NGO Sanlaap.

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Wie viele Rohingya-Frauen genau nach Indien geschleust werden, lässt sich nicht sagen, da die Fälle nicht genügend dokumentiert werden. Sicher ist: Es geschieht regelmäßig. "Das Schleusen von Rohingya-Frauen durch die Grenzen in den indischen Nordoststaaten Mizoram, Manipur, Assam, Tripura und Nagaland passiert ohne Unterbrechung", sagt Kharbhih vom Impulse NGO Network.

Trotz des großen Risikos, bei einer illegalen Grenzüberquerung aufgegriffen und verhaftet zu werden oder sogar erneut in die Hände von Menschenhändlern zu geraten, setzen viele Rohingya-Frauen in Indien ihr Leben aufs Spiel, um wieder zu ihren Familien nach Myanmar und Bangladesch zu kommen.

Im Dezember 2020 begann Bangladesch, Hunderte geflüchtete Rohingya auf die Insel Bhasan Char umzusiedeln

Im Dezember 2020 begann Bangladesch, Hunderte geflüchtete Rohingya auf die Insel Bhasan Char umzusiedeln. Menschenrechtsorganisationen sagen, dass dies unter Zwang geschehe | Foto: AFP

VICE konnte Zubaidas Bruder Alam, der in Wahrheit auch anders heißt, in Nayapara ausfindig machen. Nayapara ist eins von zwei von der Regierung geleiteten Flüchtlingslagern in Bangladesch. Was Zubaidas Rückkehr zu ihrer Familie angeht, äußert er sich zurückhaltend.

"Wie soll ich ihr ein besseres Leben bieten, wenn ich selbst keinerlei finanzielle Unterstützung habe?", sagt er. "Für die meisten Rohingya, die hier im Lager leben, gibt es keine Arbeit. Wir dürfen uns noch nicht mal außerhalb des Lagers in Bangladesch bewegen. Wir wurden aus Myanmar verjagt, und dieses Land hier ist auch nicht unseres."

Frauen ohne Heimat

In Kaschmir hofft Zubaida noch immer, dass sie eines Tages ihre Eltern treffen kann, ohne wieder die Hilfe von Schleusern in Anspruch nehmen zu müssen. Aber wenn sie in Indien bleiben muss, will sie wenigstens mit dem gleichen Respekt behandelt werden wie andere Schwiegertöchter in Kaschmir.

"Wir wollen von der Gesellschaft in Kaschmir akzeptiert werden. Als Frauen und nicht als Arbeitskräfte", sagt Zubaida.

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Muskan hat ein ähnliches Anliegen: "Bitte helft mir, den Status und die Grundrechte einer Ehefrau zu kriegen. Auch meine Kinder haben Rechte. Ich wurde getäuscht und verkauft, aber erlaubt mir doch wenigstens jetzt, hier in Würde zu leben. Ich will nicht abgeschoben, ins Gefängnis oder in ein Straflager gesteckt werden. Ich habe jetzt genug Schmerz gesehen."

Farida hat bereits ein paar Versuche unternommen, um vor ihrem gewalttätigen Mann nach Bangladesch zu fliehen. "Bitte sag meinem Mann nichts. Hilf mir, nach Bangladesch zu fliehen", sagt sie. Sie hat Angst, dass ihr Mann herausfindet, dass sie mit uns gesprochen hat.

Für Begum, die verzweifelt zu ihrer Familie nach Myanmar möchte, ist es anders.

"Du wirst merken, dass du nirgendwo hingehörst, außer in dein eigenes Zuhause", sagt sie und drückt ihre vierjährige Tochter noch etwas enger an ihre Brust.

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Diese Recherche wurde ermöglicht durch das Impulse Model Press Lab Four-Week Cross Border Human Trafficking Journalism Fellowship vom Impulse NGO Network.

Update 16. März 2021, 18:20 Uhr: In einer früheren Version hieß es, Kaschmir sei eine Talregion im Himalaya. Tatsächlich ist Kaschmir eine Gebirgsregion im Himalaya. Wir haben das berichtigt.