Lo-Lifes

In den späten 80ern und frühen 90ern war Lo-Life eine Jugendbewegung von schwarzen Teenagern in New York. Genauso wie britische Fußballfans sich in Lacoste uniformierten, war auch das hier eine Annektion von Sportklamotten der Oberschicht durch die Unterschicht.

Lo-Life bekam seinen Namen von Ralph Laurens Polo-Label. Es war die billigere für alle erhältliche Marke und es gab davon Sachen für reiche-Leute-Sportarten wie Segeln und Skifahren. Rack-Lo war eins der ersten Lo-Life-Kids. Er organisiert heute Treffen für die Fans des bunten Grafik-Höhepunkts von Polo in den frühen 90igern und gilt als Experte für für den Lo-Life-Stil.

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Vice: Seit wann interessierst du dich für Polo?

Rack-Lo: Das erste Mal, dass ich Polo überhaupt gesehen habe, hatte nichts mit den Medien zu tun. Es war eine Street-Sache. In den späten 80igern haben die Leute Polo geklaut. Ich habe wahrscheinlich meine erstes Stück von Polo gesehen, als ich zehn war.

Mir ist erst vor kurzem aufgefallen wie gut eigentlich Polo in den frühen 90ern war.

Siehst du, das ist die Sache mit diesem Lo-Life-Style den wir kultivieren—wir wollen dass er wächst und gedeiht. Wir werden als die Götter der Lo-Culture gesehen. Jeder ist willkommen, es gibt Lo-Heads auf der ganzen Welt. Es ist großartig Einfluß auf die Modewelt zu haben, aber du musst die Vergangenheit kennen.

Mir kommt es so vor, als hätten Ralphs Sachen aus den frühen 90igern einen enormen Einfluss auf die Streetwear gehabt, Supreme ging sogar so weit die gesamten Stadium-Sachen zu kopieren. Rockers haben auch die Skijacken mit den großen Rückenprints kopiert.

Also erstens würde Ralph Lauren ohne die Lo-Lifes in der Hip-Hop Kultur gar nicht erst erwähnt werden. Wir haben die Marke annehmbar gemacht. Bevor Lo-Life sich diesen Lifestyle aneignete, gab es den gar nicht im Hip-Hop. Ralph Lauren ist mächtig und schreibt Geschichte und wenn die Leute sehen, dass die was machen, dann wollen sie einfach dabei sein. Es ist also natürlich, dass andere Marken das kopieren und nachmachen. Es gibt einige Marken, die die Polo-Aufnäher, -Symbole und -Logos kopiert haben. Schau dir nur die Rich Yung-Sachen von Fabolous an. Das Zeug ist total von Ralph Laurens Polo beeinflusst. Supreme hat das Gleiche gemacht. Tommy Hilfiger hat das krasseste Zeug gemacht. Es gab sogar mal eine Firma die den Lo-Life Thugbear und das Konzept dahinter als Produkt genutzt hat.

Was sind deine Lieblingsteile von Polo?

Ich versuche wirklich, die limitierten Sachen zu bekommen. 1986 bis 1991 war die goldene Ära für Ralph Lauren. Am besten gefallen mir die großen, auffälligen Symbole. Kleine und konventionelle Aufnäher und Logos interessieren mich nicht so. Ich mag meinen Style laut und bunt.

Du hast mit dem ganzen Lo-Life Ding  jahrelang weitergemacht.

Wir arbeiten an der Lo-Life Kultur von einer Hip-Hop-, sprich Straßenperspektive aus. Für uns ist es eine Art zu leben. Ich, Rack-Lo, trage seit vielen Jahren Polo und ich habe viel dafür geopfert. Als Lo-Life angefangen hat, haben wir noch auf der Straße gelebt und waren ganz unten und lebten ein Hip-Hop Leben; wir haben Polo in den New Yorker Hip-Hop Clubs der goldenen Zeiten populär gemacht.

Glaubst du eigentlich, dass du wegen deiner Polo-Obsession ein paar gute Klamotten verpasst hast?

Nö. Es ist so wie es ist. Wenn es kein Polo ist, dann kann ich es auch nicht tragen. Ich bin süchtig, ich kann nicht damit aufhören.

STYLING: SETH BRADLEY
BILDER: SHANIQWA JARVIS

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