Hier sind unsere Musikreviews zu RAVE ON BUDDY HOLLY, SS-KALIERT, PETE ROCK & SMIF-N-WESSUN und CAVE IN.
V.A.
Rave on Buddy Holly
Fantasy Records
Videos by VICE
In den vergangenen Jahren kam es immer mal wieder zu mehr oder weniger fragwürdigen Songandenken an Buddy Holly. Wir erinnern uns an Die Ärzte oder Weezer. Nun, da der Indiekanon scheinbar nicht mehr ohne Reminiszenzen an die Fifties auszukommen scheint (wir erinnern uns hier an Glasvegas oder The Raveonettes), sind wohl auch Compilations wie diese unvermeidbar geworden. Die zuvor genannten sind hier übrigens nicht vertreten, dafür dürfen aber sogar Knallchargen wie Kid Rock ihren Senf dazu geben. Wenn dann allerdings Beiträge wie „Peggy Sue“ in der Interpretation von Lou Reed klingen, als hätte selbiger in sein MacBook-Mikrofon gerülpst, kann man auch mit bestem Willen lange nach echten Highlights suchen.
SHAGGY POO
SS-KALIERT
Subzero
People Like You/EMI
Oha, der Name dieser Band ist ja so eine brutale Provokation, dass mir vor Schreck erstmal die CD aus der Hand gefallen ist, und anschließend ich vom Stuhl. Und, wie es Murphys Gesetz vorschreibt, natürlich mitten auf die CD drauf, die dann kaputt gegangen ist und jetzt steckt mir so ein Splitter im Arsch. Wieso werde ich nur das Gefühl nicht los, dass ich trotzdem noch das Beste aus der Platte rausgeholt habe?
SONNE N.N. BRAND
PETE ROCK & SMIF-N-WESSUN
Monumental
Duck Down Music
Ami-Rap hat auch schon bessere Tage gesehen. Black Eyes Peas, die schon immer so heißen wie eine exotische Warzenkrankheit, entpuppen sich seit Jahren als geräuschfolternde Apostel des Gutmenschentums und sogar solche Instanzen wie Premo scheinen mittlerweile darauf angewiesen zu sein, Beats an Dahergelaufene wie Bushido verkaufen zu müssen. Ein Jammertal. Gäbe es nicht Alben wie diese hier, könntest du dir direkt einen Strick nehmen. Dass bei einem Joint Venture dieser Eastocast-Lichtgestalten aber nichts unter Old-School-Meilenstein heraus kommen konnte, dürfte jedem klar gewesen sein, der eins und eins zusammen zählen kann. Klare Sache. Neun Punkte. (haha)
DYSKALKULON
CAVE IN
White Silence
Hydrahead
Als sich Cave In vor gut zehn Jahren von ihrem monumentalen Frühwerk in progressive, später dann sogar kommerzielle Richtungen bewegten, ging in der Szene natürlich sofort die Flennerei los. All die Experten, die meinten, Cave In hätten am Eingang zum Majorlabel ihre Eier abgegeben, dürfte es nun überraschen, dass sie sich vor der Rückkehr zu Hydrahead an der gleichen Stelle ein Paar prächtige Wassermelonen haben wachsen lassen. White Silence ist über weite Strecken ein tonnenschweres, Subbass-gefüttertes Monstrum geworden, neben dem sogar ihr eigenes Meisterwerk Until Your Heart Stops manchmal aussieht wie ein kleiner fettarmer Reispudding.
PAUL BOKÜSSCHEN



