Lutz Bachmann hat angeblich einen "Whistleblower" bei der Berliner Polizei

Nur zwei Stunden nach dem Anschlag am Breitscheidplatz tweetet er eine "interne Info aus Berliner Polizeiführung" und nennt einen Tunesier als mutmaßlichen Täter. Die Polizei hat sich nun auch geäußert.

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22 Dezember 2016, 10:50am

Update, Donnerstag, 22.12.2016, 14.30: Mittlerweile hat sich die Polizei zu dem Vorfall geäußert und bestätigt, dass es am Tag des Anschlags keine Informationen zur Staatsangehörigkeit des flüchtigen Anis Amri gab:



Als die Welt am Montagabend geschockt auf Berlin schaute, veröffentlichte Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann nur zwei Stunden nach dem Anschlag ziemlich unbemerkt einen Tweet, in dem er eine "interne Info aus Berliner Polizeiführung" preisgab.

Screenshot von Twitter

Während sich alle eifrig auf "den Pakistani" konzentrierten, der noch am Montagabend als Tatverdächtiger festgenommen wurde (bei seiner Freilassung am Dienstag sprach man dann vom "jungen Mann aus Pakistan"), wusste Lutz Bachmann also anscheinend mehr als die Öffentlichkeit.

Die Polizei teilte am Mittwoch mit, die Papiere erst zu einem späteren Zeitpunkt gefunden zu haben und veröffentlichte den Namen des mutmaßlichen Täters erst daraufhin. Sollte Bachmanns Tweet nicht nur ein Zufallstreffer gewesen sein, können wir davon ausgehen, dass die Berliner Polizei die Duldungspapiere schon am Montagabend fand—und gute Gründe hatte, die Information zu Ermittlungszwecken zurückzuhalten.

Sollte das stimmen, hat sich Bachmann in seiner Geltungssucht nicht daran gestört und die Information einfach mal rausgehauen. Dass ausgerechnet Bachmann, die Galionsfigur der Rechtspopulisten, durch Kontaktpersonen bei der Berliner Polizei Zugang zu so sensiblen Informationen hätte, wäre verdammt besorgniserregend.

Screenshot von Twitter

Bachmann tweetete am Donnerstag, es sei "ganz einfach" gewesen, die Info zu bekommen, man bräuchte nur die richtigen Kontakte und einen Whistleblower, der die Schnauze voll von den Lügen habe. Bachmann wirkte aber selbst ein wenig überrascht, als die Nachricht der Duldungspapiere öffentlich bekanntgegeben wurde.

Screenshot von Twitter

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