Heimat

Polens Privatarmee: Wie unsere Nachbarn sich auf die Invasion vorbereiten

Seit dem Ukraine-Krieg bereitet sich Polen verstärkt auf den Ernstfall vor: Über achtzigtausend Männer, Frauen, Schüler und Studenten üben privat in paramilitärischen Gruppen Landesverteidigung auf Armeeniveau. Ein Truppenbesuch.

von Christian Vonscheidt, Manuel Freundt, und Sebastian Weis
14 Juli 2015, 11:00am

Paramilitärische Gruppen haben in Polen lange Tradition. Seit dem Krieg in der Ukraine haben sich deren Mitgliederzahlen laut polnischem Verteidigungsministeriums verdreifacht—auf etwa achtzigtausend Männer und Frauen und Studenten und Schüler. Zum Vergleich: Die polnischen Streitkräfte sind hundertzwanzigtausend Soldaten stark.

Wir sind ins Nachbarland gefahren, um herauszufinden, wie und warum diese Gruppen sich auf einen möglichen Konflikt vorbereiten und zwischen Häuserkampf, Handgranatentheorie und Patriotismus auf einen Ausbildungsstand kommen, der dem der Armee gleichkommt. Wir begleiten Ausbilder, Wochenendkämpfer und Freizeitschützen auf Übung, treffen einige der dreißigtausend Schüler, die in Polen eine der sogenannten Uniformklassen besuchen, sprechen mit dem Beauftragten für Verteidigungsinitiativen aus der Gesellschaft General Bogusław Pacek über die polnische Ostgrenze als neue Flanke der Nato und diskutieren mit Slawomir Pocztarski, einem der bekanntesten Mitglieder der polnischen Widerstandsorganisation im Zweiten Weltkrieg, was Krieg als ständiger Gedanke für die Hoffnung auf Frieden bedeutet.

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