Die Folgen des Raubbaus an unserer Umwelt werden immer präsenter und schwieriger zu verleugnen: Nicht nur, dass das Pentagon sich für den Klimawandel rüstet, regelmäßig gibt es auch neue erschreckende Erkenntnisse zum menschheitsauslöschenden Bienensterben. Auch ohne biologischen Hintergrund dürfte dir klar sein, dass die fehlende Bestäubung der Pflanzen, Obstbäume und Gehölzer gravierende Folgen haben würde für unsere Umwelt.
Doch wozu gibt es die modernen Errungenschaften der Technologie? Die Lösung für alles heißt: 3D Drucker. Auf dem Tech Food Hack, einem experimentellen „dining hackathon” in Cambridge erblickte dieses Wochenende ein Früchtedrucker das Licht der Öffentlichkeit.
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Der Erdbeer- und Stachelbeer-Realisator ist ein Produkt des Designbüros Dovetailed aus Cambridge, das die physische und digitale Welt mit ungewöhnlichen Ideen bereichern möchte. Die sekundenschnelle Obstproduktion ist mit freundlicher Unterstützung von Microsoft Research entwickelt worden und funktioniert mit einer Technik der molekularen Gastrononie namens Spherification. Damit lassen sich Flüssigkeiten in Kügelchen umwandeln. Ein Prinzip, das auch für die Produktion der tragbaren Wasserblasen angewandt wird—die eines Tages Plastikflaschen überflüssig machen sollen.

Frisch gedruckte „Himbeeren” mit Stachelbeergeschmack. Allo Fotos: Les Wilson | Mit Freundlicher Genehmigung
Durch die Verbindung von Flüssigkeiten mit verschiedenen Geschmacksrichtungen zu bestimmten Formen, entstehen so maßgeschneiderte Früchte mit variablem Aroma. Bis jetzt scheinen die Fruchtformen, wie bei der Spherification eben üblich, aus Kugeln zu bestehen, die vollmundige Ankündigung verschiedener Gestaltungsarten ist möglicherweise dann Teil des nächsten Updates.
Um selbst Früchte auszudrucken müsst ihr weder eine konventionelle Kochlehre absolviert haben, noch Erfahrungen bei einem Praktikum in der Molekularküche gesammelt oder gar einen grünen Daumen haben. Erdbeeren drucken kann jeder, der einen Stecker in die Steckdose stecken kann.
“Wir haben diese Idee schon länger. Der 3D Drucker eröffnet professionellen Chefs wie auch Hobbyköchen ganz neue Möglichkeiten”, wird die Kreativdirektorin und Gründerin von Dovetailed Vaiva Kalnikaite auf der Webseite zitiert. „Wir haben das Konzept frischer Früchte auf Bedarf neu erfunden.”

Der Früchtedrucker bei der Obstabgabe.
„Mit unserer neuen Drucktechnik kannst du nicht nur vorhandene Früchte nachbilden, sondern auch deine eigenen Kreationen erstellen.” fügt der Chefentwickler Gabriel Villar hinzu. „Geschmack, Größe, Textur und Form der Frucht können angepasst werden.”
Es hat einen enormen auf Künstlichkeit bedachten 80er Jahre Beigeschmack, aber wenn schon traditionelle Gerichte wie Steckrübeneintopf und Schwarzwurzel-Tortellini auf den bewussten Speiseplan zurück kehren, warum dann nicht auch mal ein Nahrungsretrotrend aus der Plastikwelt? Johannisbeeren mit Erdbeergeschmack in Bananentextur als gesunder Snack aus der Molekülarküche. Als Nachtisch gibts dann einen gedruckten Pfannkuchen mit Glow In The Dark-Eis-Topping und nach dem ganzen Geschlemme eine Soylent-Diät für die Strandfigur.