R. Kelly wird als "Serien-Kindervergewaltiger" beschimpft und scheint ernsthaft überrascht zu sein – keine Pointe

Nachdem die Dokumentation 'Surviving R. Kelly' erschienen ist, will der R'n'B-Künstler jetzt angeblich alle verklagen, die damit zu tun haben.

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08 Januar 2019, 11:46am

Foto: imago | UPI Photo

Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen R. Kelly will der R'n'B-Sänger offenbar "alle verklagen", die etwas mit der Produktion der neuen Doku-Serie Surviging R. Kelly zu tun haben. Kelly weist gleichzeitig alle Anschuldigungen zurück, die mehrere Frauen darin gegen ihn erheben. Der Sänger, der mit der Ballade "I Believe I Can Fly" international bekannt wurde, wolle laut der US-Seite TMZ außerdem eine Webseite starten, die darauf abzielt, die Anklägerinnen schlecht zu machen.

Der Hintergrund: In den sechs einstündigen Folgen von Surviving R. Kelly, die der US-Sender Lifetime ausstrahlt, berichten mehrere Frauen – unter anderem Kellys Exfreundinnen Jerhonda Pace und Kitti Jones sowie seine Ex-Frau Andrea Kelly –, dass der Sänger bewusst Macht über sie ausgeübt, sie systematisch unterdrückt und sexuell missbraucht habe. Der Musiker John Legend, der ebenfalls in der Doku auftritt, bezeichnet Kelly auf Twitter als "Serien-Kindervergewaltiger".

Doch der dreifache Grammy-Gewinner will von den Vorwürfen angeblich nichts wissen. Wie TMZ berichtet, verabscheue der Sänger die Dokumentation und betrachte sie als Rachefeldzug gegen ihn.

Allerdings spricht einiges gegen R. Kelly. Tarana Burke, Gründerin der #MeToo-Bewegung, sprach im Frühjahr 2018 im US-Radiosender NPR davon, dass Kelly eine "24 Jahre lange Geschichte sexueller Gewalt gegen schwarze und dunkelhäutige Mädchen" habe.

So hat R. Kelly 1994, damals 27 Jahre alt, die 15-jährige Sängerin Aaliyah geheiratet. Die Ehe wurde 1995 für ungültig erklärt. 2002 und 2003 soll Kelly Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen gehabt und davon Video-Aufnahmen gemacht haben. Im Juli 2017 veröffentlichte Buzzfeed einen langen Bericht über mehrere Frauen, die Kelly emotional missbraucht und in einer "Sexsekte" gehalten haben soll.

Unsere Kolleginnen und Kollegen von Noisey USA haben gerade ein Interview mit einer der Macherinnen der Doku veröffentlicht, das ihr hier lesen könnt.

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