Letzte Woche beschloss Beyoncé ein Musikvideo in einem Vergnügungspark zu drehen. Wie alle guten Musikvideos bezog der Dreh die wichtigsten Menschen in ihrem Leben ein, die sie normalerweise nicht näher als einen Meter bei sich haben will. Ihre Fans.
Weil der Park öffentlich zugänglich war, richtete sich Bey ihren eigenen Privatbereich ein. Zur Halbzeit der Dreharbeiten beschloss sie allerdings, dass ihr eigener, kleiner Freizeitpark nicht genug ist und nahm auch noch das große Riesenrad in Beschlag. Wie die New York Post berichtete, machte ihr Team das Riesenrad dicht, obwohl noch ein paar Fahrgäste darin saßen und verwandelten damit das Erlebnis der Gäste, das einst eine romantische Fahrt auf einem gebogenen Stück Metal werden sollte, in einen endlose Zeitraum mit sich ständig wiederholenden Gesprächen darüber, wann sie wohl endlich wieder runter dürften. Für Doris Hone, zusammen mit ihrem Freund eindeutig das Traumpaar des Freizeitparks, endete diese Tortur in Tränen. Komm mal runter, Doris! Andere Menschen würden auf Twitter damit drohen, ihre eigene Mutter zu erdrosseln, um dein Schicksal zu bekommen und du forderst eine öffentliche Entschuldigung?
Doris hat das Ganze mit 9/11 verglichen. Völlig nachvollziehbar, wenn du der Meinung bist, dass der Tod tausender Menschen und die Tatsache, eine halbe Stunde in einem technisch intakten und sicheren Fahrgeschäft stecken zu bleiben, im Grunde das Gleiche ist. Die Parkaufseher riefen Doris sogar laut zu, dass sie doch nur acht Minuten dort oben gewesen sei. Und obwohl spätestens jetzt klar ist, dass Doris kein Fan von Beyoncé sein kann, muss an dieser Stelle gesagt werden, dass sie kaum verrückter ist als mindestens die Hälfte von Beys Fans. Ihr wisst schon, diejenigen, die sich
ihre Doku immer wieder ansehen, als würde die Gefahr bestehen, dass sie sich plötzlich in Luft auflösen könnte (kleiner Tipp: das Internet merkt sich alles), oder die, die jedes einzelne Wort aus der Sasha Fierce Ära auswendig können. Und ja, dazu gehört auch der seltsame Song, in dem sie sich in eine Psycho-Bitch verwandelt. Die meisten Fans freuten sich darüber, in das Blickfeld ihres Idols für eine Tanz-Competition zu geraten (die sie offensichtlich gewonnen hat).
Im Prinzip kannst du Beyoncé-Fans auf eine Ebene mit Justin Bieber-Fans stellen, die sich ungefähr auf derselben Stufe des Wahnsinns befinden. Werfen wir einen Blick auf ein paar dieser Verrückten:
Der Sterbende-Schwan-Fan
Diese junge Frau ist wohl der berühmteste Fan in diesem Artikel. Okay, der zweitberühmteste. Während eines Aufritts bei X-Factor bettelte sie darum, auch einmal ins Mikro singen zu dürfen. Unglücklicherweise hemmte ihre unfassbare Begeisterung für Beyoncé ihr Talent ein wenig. Das ist wohl das perfekte Beispiel für eine Person, die es nicht zulässt, dass sich jemand in den Weg ihrer Träume stellt. Selbst wenn das bedeutet, Geräusche von sich zu geben, die sich eher anhören wie die eines sterbenden Schwans.
Der zitternde Fan
Genauso wie es immer heißt, dass homosexuelle Männer schneller in Ohnmacht fallen, sagt man sich, dass Beyoncés bloße Berührung das weltweite AIDS-Problem heilen kann. Ich bin mir da nicht so sicher. Naja, es sei denn „Crazy In Love“ wird gespielt, ist mir das auch scheißegal. Trotzdem hat Beyoncé eine gewisse Macht über die Menschheit. Wie eine Art moderner Joe Frazier reicht ihre Berührung eben manchmal schon aus, um die Betreffenden in ein zitternde Wracks zu verwandeln.
Der grapschende Fan
Würde Beyoncé ein paar Fußballmagazine lesen, würde sie vielleicht auch den Scherz verstehen, warum ein männlicher Fans ihr vor einem Riesenpublikum auf den Hintern schlägt. Und auch wenn sie es nicht verstanden hat, die Hingabe dieses Fans zu seinem Idol hat zwar nicht das bezahlte Geld wieder reingeholt, aber wenigstens dafür gesorgt, dass Feministinnen-Zeitschriften auf ihm rumhacken.
Der wildgewordene Fan
Rennen ist ja bekanntlich immer der schnellste Weg, um irgendwo anzukommen. Das gilt zum Beispiel für den Bus. Wahrscheinlich aber eher nicht, wenn du der erste sein willst, der auf Beyoncé trifft und mehrere tausend Menschen noch vor dir sind. Beyoncé wird immer noch genauso aussehen und sich auch nicht in Luft auflösen, wenn du ein paar Minuten später ankommst—vor allem nicht, wenn ihr jeder einzelne Fan immer wieder erzählt, wie toll sie doch ist (das weiß sie auch und dankt Gott hundertmal in der Minute dafür). Dieser besondere Vorfall ereignete sich, als Bey bei Good Morning America zu Gast war. Die Fans trampelten bei dem Versuch Queen B. zu treffen andere nieder. Bleibt mal ruhig Leute, sie hat weder die Zeit noch die Lust, euch alle kennenzulernen. Und außerdem müssen ja auch alle Leute wieder zurückkommen. Der normale Weg, jemanden aus der Ferne anzuhimmeln, wäre einfach seine Existenz zu verfluchen.