Anzeige
Broadly

Der ultimative Anfänger-Guide zu Nippeln – und was man mit ihnen alles machen kann

Der Weg zum maximalen Vergnügen ist gepflastert mit Gleitgel und kreisförmigen Handbewegungen.

von Maria Yagoda
03 April 2018, 8:35am

Foto bereitgestellt von der Autorin

Wenn man mal darüber nachdenkt, ist unser Körper schon ziemlich seltsam. Was geht zum Beispiel mit unserer Nase? Warum befinden sich da feuchte Kugeln in unseren Augenhöhlen? Und was genau sind eigentlich Nippel, diese empfindlichen Dinger an unserer Brust, die Säuglinge mit Nahrung versorgen? All diese Fragen kann mir irgendein Biologe bestimmt ausführlich und schlüssig beantworten. Aber ich schreibe hier schließlich eine Sexkolumne und will deshalb vor allem eine Sache wissen: Wie stimuliere ich Brustwarzen so, dass sie auch abseits des Stillens eine Daseinsberechtigung haben?

Inzwischen weiß ich, dass ich meine Brustwarzen viel zu lange viel zu sehr vernachlässigt habe. Beim Sex lag der Fokus von mir und meinen Partnern halt fast immer auf etwas Anderem. Meine Nippel wurden zwar häufig gestreichelt, geleckt und gekniffen, aber das ist halt klassisches Vorspiel, nicht mehr – richtig? Erst im Gespräch mit einer Freundin wurde mir klar, wie falsch ich damit lag.

"Schmerzhafte Nippelspiele turnen mich beim Sex so sehr an wie ein Vibrator an meiner Klitoris", sagte sie. "Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich habe auch schon mit meinem Partner darüber gescherzt, dass meine Nippel zwei Ersatzklitoris an meinen Brüsten sind. Männer, die meine Brustwarzen nicht so hart zusammenkneifen oder -beißen wollen, dass ich vor Schmerzen zusammenzucke, können gleich wieder abhauen." Das war nun natürlich eine sehr spezielle Vorliebe. Trotzdem: Könnte am Grundgedanken – Nippel als etwas leichter zu findende Alternative zur Klitoris – etwas dran sein?

Ich befand mich in einem Zwiespalt. Einerseits will ich das Lustpotenzial meiner Brustwarzen besser ausnutzen, andererseits soll es dabei aber nicht zu sehr weh tun. Zeit, sich an eine Expertin zu wenden. Ich kontaktierte die Sexualpädagogin Anne Hodder, um mir einige nützliche Nippeltipps geben zu lassen, die nicht zu kompliziert sind (Klemmen und spezielle Nippelvibratoren brauche ich nicht). Zuerst stellt sie aber noch mal eine wichtige Sache klar: Nippelspiele sind nicht jedermanns Sache und manche Menschen haben schon dann Schmerzen, wenn andere noch gar nichts fühlen. Kommunikation mit der Partnerin oder dem Partner sind also das A und O.

"Die Nippel sind eine oft vergessene erogene Zone, weil sich in unserer zielgerichteten Sexkultur alles um den Penis und die Klitoris dreht."

"Das Tolle an Nippeln ist, dass man auf so viele Arten mit ihnen spielen kann. In Kombination mit anderen erogenen Zonen wie der Klitoris oder den Hoden wird das Lustgefühl so extrem gesteigert", erklärt Hodder. Zwar hätten Forscher zeigen können, dass es keine Verbindung zwischen den Brustwarzen und der Klitoris gäbe, “der Teil des Gehirns, der bei klitoraler Stimulation angesprochen wird, reagiert allerdings auch bei Nippelspielen”, sagt die Expertin. "Beides zusammen ergibt eine intensivere Erfahrung mit schnellerem oder verstärktem Orgasmus."

Ich bin eine einfache Frau, die nur ihre Masturbationstechniken auf ein neues Level heben will. Deswegen frage ich Hodder nach Übungen, die dieses Kribbeln in meinen Nippeln hervorrufen, das ich immer dann verspüre, wenn mein Bettpartner alles richtig macht. Einmal hat ein Typ beispielsweise mit seinem Daumen und kleinen Finger beide meiner Nippel gleichzeitig kreisförmig massiert. Dieses Gefühl ist bis heute meine Messlatte.


Mehr von Broadly: Wie nackte Haut, Twerken und Feminismus den "Miss Juggalette"-Schönheitswettbewerb bestimmen


"Die Nippel sind eine oft vergessene erogene Zone, weil sich in unserer zielgerichteten Sexkultur alles um den Penis und die Klitoris dreht", sagt Hodder. Das ist wohl auch das Problem bei mir und meinen Partnern.

Hodders erste Empfehlung ist brillant und naheliegend zugleich: Gleitgel. Laut der Sexualpädagogin sollte man mit Brustwarzen am besten wie mit einer empfindlichen Klitoris oder Eichel umgehen. So sei mit Gleitgel ein intensiveres Lustgefühl möglich.

Hodder verrät mir aber noch vier andere Vorgehensweisen, um den Nippeln ordentlich einzuheizen:

  • Langsame, kreisförmige Massagebewegungen mit den Fingerspitzen im Bereich der Nippel und der Brustwarzenhöfe – ungefähr so wie ein DJ. Je nach Gusto kann man bei der Geschwindigkeit variieren. Aber Vorsicht, Kratzen kommt nicht so gut.
  • Eine Wischbewegung mit der ganzen Hand, angefangen vom Handgelenk bis hoch zu den Fingerspitzen.
  • Wenn die Brustwarzenhöfe nicht so empfindlich sind wie die Nippel selbst, dann reichen kleine kreisförmige Fingerbewegungen an den Nippelspitzen. Mit sanftem Kneifen bringt man außerdem etwas Abwechslung rein.
  • Mache mit deiner Hand den berühmten Star-Trek-Gruß, trage etwas Gleitgel auf und massiere die gesamte Brust mit dem Nippel zwischen der V-Form. Jedes Mal, wenn du deine Hand nach oben bewegst, wird die Brustwarze sanft zwischen die Finger gedrückt und du kannst den Druck variieren. Falls du die Geste nicht hinbekommst, dann reicht auch das Peace-Zeichen.

Ich probiere alle vier Tipps aus und bin begeistert. Wer hätte gedacht, dass Finger solche Empfindungen auslösen können? Die Vorstellung von Nippeln als kleine Klitoris ist für mich wie eine Erleuchtung.

Zudem empfiehlt mir Hooder, kleine Vibratoren an meine Brustwarzen zu halten – und das ist vielleicht jetzt schon das Beste, was ich 2018 gemacht habe. Außerdem soll ich der Sexualpädagogin zufolge auch mal Sexspielzeug speziell für Nippel ausprobieren. "Nippelsauger sind für den Einstieg gut, weil sie einfach zu bedienen sind und sanft anfangen", sagt sie. "Man drückt das Ende zusammen, setzt die Öffnung auf die Brustwarze und lässt wieder los. So entsteht ein Saugeffekt und man kann sich mit den Händen wieder anderen Dingen widmen, die Spaß machen." An die ebenfalls empfohlenen Nippelklemmen und Nippelpumpen wage ich mich aber noch nicht. "Temporär vergrößerte Brustwarzen" verursacht bei mir eher Angst als Lust. Zumindest im Moment noch.

Folgt Broadly bei Facebook, Twitter und Instagram.