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Umwelt

Die VICE-Doku über die Klimaproteste: 'Make The World Greta Again'

Am 15. März fand die bis dahin größte internationale Protestaktion gegen den Klimawandel statt. Wir haben Greta Thunberg, Luisa Neubauer und andere #FridaysforFuture-Aktivisten bei den Vorbereitungen begleitet.

von VICE Staff
24 Mai 2019, 11:55am

Foto: VICE

Mit 15 Jahren wurde Greta Thunberg klar, dass die Erde wegen uns Menschen sterben wird. Deshalb beschloss sie, etwas zu unternehmen: Im August 2018 schwänzte die junge Schwedin eines Freitags die Schule und demonstrierte alleine vor dem Parlamentsgebäude in Stockholm gegen den Klimawandel. Das Gleiche machte Greta jeden weiteren Freitag, bis sie immer mehr Aufmerksamkeit erregte – nicht nur in Schweden, sondern in ganz Europa.

Gretas Protest entwickelte sich schnell zur globalen Jugendbewegung: Fridays For Future. Inzwischen schwänzen jeden Freitag hunderttausende Schüler und Schülerinnen auf der ganzen Welt den Unterricht, um durch Demonstrationen ihrer Regierung klarzumachen, dass die Politiker endlich etwas gegen Klimawandel tun müssen.

Obwohl es sich um eine internationale Protestbewegung handelt, gibt es in jedem Land eigene junge Umweltgruppen. Der gemeinsame Nenner dieser Gruppen: Sie werden von jungen Frauen angeführt. In Schweden ist das Greta, in Deutschland steht die 23-jährige Luisa Neubauer an der Spitze der Demonstrationen in 186 Städten. In Belgien ist die 17 Jahre alte Anuna De Wever das Gesicht der dortigen "Youth for Climate"-Bewegung mit inzwischen 35.000 Demo-Teilnehmern und -Teilnehmerinnen. Und in Großbritannien hat die 17-jährige Anna Taylor das "Student Climate Network" mitgegründet.

Greta, Luisa, Anuna, Anna – dass so viele junge Frauen eine globale, zukunftsweisende Bewegung anführen, ist eine der wichtigsten Entwicklungen, die Fridays For Future angestoßen hat. Deswegen haben wir für unsere neue Dokumentation Make the World Greta Again Greta und die anderen Aktivistinnen dabei begleitet, wie sie den größten Klimastreik aller Zeiten organisieren: eine weltweite Demonstration, bei der schätzungsweise 1,6 Millionen Schüler und Schülerinnen in mehr als 125 Ländern auf die Straße gingen.

Wir erfahren, wie die jungen Frauen ihre Anstrengungen über Ländergrenzen hinweg bündeln und dabei mit Politikern fertig werden, die leere Klassenzimmer anscheinend schlimmer finden als das Ende der Welt. Außerdem sehen wir mal wieder, mit viel Hass sich smarte Frauen, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen, auseinandersetzen müssen. "Natürlich bekomme ich viele unschöne Nachrichten", sagt Greta. "Einige Leute verbringen all ihre Zeit damit, Gerüchte und Lügen zu verbreiten. Vor allem Luisa bekommt da sehr viel ab, das ist absurd."

"Nichts kann einen auf diesen Hass vorbereiten", sagt Luisa. "Irgendjemand hat zum Beispiel jedes meiner Instagram-Fotos bei Twitter hochgeladen und meinen angeblichen CO2-Fußabdruck berechnet, weil ich früher in den Urlaub auch geflogen bin. Dabei stimmte vieles davon gar nicht. Man fühlt sich schon ein wenig hilflos, wenn man weiß, dass die Leute solche Lügen über einen verbreiten, man aber nichts dagegen tun kann."

Inzwischen weiß Luisa, wie sie den Hass ausblenden und sich auf ihre eigentlichen Ziele konzentrieren kann. "Ich habe schnell gelernt, dass mich manche Menschen grundsätzlich nicht mögen. Sie hassen einfach alles, was ich sage", sagt die Aktivistin. "Sie werfen mir vor, das alles nur für Twitter-Follower zu machen. Ich habe akzeptiert, dass ich diese Leute nicht überzeugen kann. Deshalb fällt es mir jetzt leichter, mich den wirklich wichtigen Dingen zu widmen."

Der Hass gegen die jungen Aktivistinnen geht manchmal aber weit über übliches Trollen hinaus. "Ich bekomme auch viele Todes- und Vergewaltigungsdrohungen zugeschickt. Das ist richtig schlimm", sagt Anuna. "Es ist schon traurig, dass die Leute so hasserfüllt sind und unsere eigentlichen Ziele komplett ignorieren."

Trotz der vielen unschönen Nachrichten bleiben Greta, Luisa, Anuna und Anna erstaunlich positiv: "Es ist doch gut, dass man uns als Bedrohung sieht", sagt Greta. "Das ist ein Zeichen dafür, dass die ganze Debatte etwas bewegt."

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