Hier sind unsere Reviews zu WET PAINT, CITY CENTER, BORIS und CLOUD CONTROL.
WET PAINT
Woe
Records Records Records
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Die Nichtzuspätgeborenen werden hierzu wieder so etwas sagen wie: „Ich habe Pavement, Dinosaur Jr. und Sonic Youth im Plattenschrank, also was soll ich mit dieser Kinderkacke?“ Ein Argument, dem in den seltensten Fällen beizukommen ist. Du könntest aber den Elan deiner Jugend nutzen und so etwas entgegnen wie „Dann geh doch nach Hause und entstaub deine Dinosaurierplatten, du ignorante Halbmumie!“ und dürftest dich als Verteidiger dieses Albums genauso unwiderlegbar im Recht fühlen.
GENERATION CRAP
CITY CENTER
Redeemer
K Records/Cargo Records
Ich hab halbe Ewigkeiten an allen möglichen Reglern rumgedreht, aber die haben den Gesang wirklich so merkwürdig abgemischt. Eine der CDs, die mich meine Existenz eindringlicher in Frage stellen lassen, als die Lektüre Schopenhauers und Ciorans gesammelter Werke. Die ewigen Fragen, die sich jeder Musikrezensent irgendwann stellt: Wozu? Wer releast so was? Wer hört sich so was an? Warum muss ich mir das anhören? Wozu Musik? Wozu Leben? Gibt es einen Sinn? Um fair zu sein: es gibt hier ein paar ganz nette Gitarrenriffs (wenn man sonst nur die Kelly Family hört).
NOT NOTZSCH
BORIS
Attention Please/Heavy Rocks
Sargent House/Cargo
Boris ist der Codename für ein Geheimprojekt der japanischen Regierung, bei dem man die talentiertesten Musiker des Landes unabhängig von ihren Genrevorlieben in ein Tonstudio einsperrt, mit Drogen vollpumpt und ihnen apokalyptische Science-Fiction-Filme vorspielt. So sind in den letzten 15 Jahren 22 Alben entstanden, die von Shoegaze über Stoner-Rock bis zum Drone-Experiment reichen. Das Land, welches uns intelligente Kampfroboter, Hentai-Pornos und eine nukleare Katastrophe beschert hat, stellt also einmal mehr seine Innovationskraft unter Beweis und wir erzittern wie immer in Ehrfurcht.
WERNER HERZOCK
CLOUD CONTROL
Bliss Release
Infectious
Vollbärte galten in längst vergangenen Zeiten einmal als ein körpernaher Affront, als eine sich kräuselnde Auflehnung gegen das angepasste Spießbürgertum. Heute gehören Vollbärte zum obligatorischen Dresscode jeglicher in einer Großstadt angesiedelten kreativen Diaspora. Was bedeutet es nun, wenn drei Männer und eine Frau diesen momentan so angesagten vollbärtigen Folksound spielen, der keiner Fliege etwas zu leide tut, und dabei auffallend frisch rasiert sind? Reziprokes Rebellentum? Mitnichten. Dafür ist und bleibt dieser Sound zu milchgesichtig.
KARL MURX
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