We have Band kommen aus London. Bekannt wurde das Trio mit eingängigen Elektrobeats und noch eingängigeren Texten, bunten Videos und Auftritten in Einheitsfarbe. Mit ihrem zweiten Album „Ternion“ versuchen sie nun, mehr Konsistenz in die Sache zu bringen und lassen sich sogar zu gehaltvollen Texten verleiten. Weil es kaum etwas gibt, das wir mehr schätzen als Konsistenz und Inhalte, haben wir das Ehepaar Wegg-Posser und Familienfreund Darren getroffen, um herauszufinden, ob sie auch im Interview etwas Gehaltvolles von sich geben können.
VICE: We Have Band—was habt ihr noch?
Thomas Wegg-Prosser: Wir haben Solidarität. Liebe. Ein neues Album.
Darren Bancroft: Eine Ehe. Tiefe Freundschaft—sehr persönliche Freundschaft. Einen engen Zeitplan für nächstes Jahr—wir gehen auf Tour.
Thomas: Wir haben einen Earl Grey Tee. Ich merke grade: Wir haben ziemlich viel und also echt Glück. Wir haben zwar nicht viel Geld, aber das ist OK, unser Leben ist trotzdem reich.
Ihr habt inzwischen sogar Texte mit Inhalt! Keine Nonsense-Lyrics mehr, wow.
Darren: Ja, das Album dreht sich um unsere letzten beiden Jahre, wir waren viel auf Tour. Wenn man auf so engem Raum so lange unterwegs ist, kommt man sich ständig näher. Ich meine, Dede und Thomas sind verheiratet, wir sind Freunde und hingen sowieso zusammen rum.
Thomas: Auch in musikalischer Hinsicht ist das Album wärmer. Wir haben analoges Equipment benutzt und hatten eine sehr gemütliche Aufnahmesituation. Das erste Mal war es elektronischer, klinischer, Leute nannten die Produktion „eisig“. Die Texte entstanden sehr schnell—teilweise sogar erst bei den Aufnahmen: Dinge wurden gesagt und dann einfach nicht mehr geändert. Dieses Mal haben wir darüber nachgedacht.
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Dabei ist Spontanität nichts Schlechtes. An einer eigenen Kreation ist niemals was verkehrt! Warum die Veränderungen?
Dede Wegg-Prosser: Wir haben zu dritt sehr viel durch gemacht—im guten wie im schlechten Sinne. Wir hatten zusammen Höhen und Tiefen erlebt.
Thomas: Es gab nun etwas, über das wir reden wollten. Nicht, dass wir beim ersten Album nichts zu erzählen gehabt hätten, aber die meiste Zeit waren wir einfach „ganz im Moment“, sangen über unwichtige Dinge und keine tiefen Emotionen und Gefühle. Dieses Mal wollten wir uns stärker auf die Worte konzentrieren.
Ihr singt auch von Schlaflosigkeit. Nehmt ihr Betäubungsmittel?
Thomas: Ja, unser Betäubungsmittel sind Soundchecks, ha ha! Oh Gott, sind die langweilig!
Dede: Und die Sachen nach einem Gig zusammen packen. Und wenn wir am Flughafen warten müssen—wobei: das geht noch, man kann sich unterhalten oder lesen. Aber Soundchecks sind … oahhh …
Welches Geräusch macht euer Wecker?
Thomas: Dede wacht davon auf, dass ich sage: „Dede, los jetzt! Aufstehen! Komm, komm schon, steh auf! Dede!“
Dede: Thomas steht mit dem Wecker auf, aber ich werde das deswegen noch lange nicht tun. Einfach ignorieren und liegen bleiben, bis mich jemand aufweckt. Ich sage dann: „Ja ja, ich komme.“ Und er dann: „Jetzt reicht’s, steh endlich auf.“ Und ich darauf hin wieder: „Mach ich.“
Thomas: Jeder Tag beginnt mit einem Streit! Ha ha.
We Have Bands Ternion erscheint bei Naïve Records.