Wir schreiben das Jahr 1977. Die frohlockende Hippiewelle der Nixon Ära ist gerade erst zurück gerollt und übrig geblieben ist nur eine schleimige Kotzspur desillusionierter Tagträumerei. Schillernde Persönlichkeiten wie Vladimir Nabokov oder charakterstarke Originale wie Sir Charles Chaplin kratzen die Kurve um Platz zu machen für die Sprösslinge einer neuen Generation medialer Omnipräsenz. Orlando Bloom, Ludacris oder John Cena. Die Welt wartet darauf, dass irgendetwas passiert. Die Menschheit fragt sich, ob es abseits aller Bühnen des Popspektakels noch etwas anderes gibt als saufende Gottheiten oder mentale Kastration.
Ja, es war eine ereignislose Zeit. Wir wussten: Wir sind alleine. Alles was es noch gab, war das abspritzende Geschwafel der Talkshowpropheten. Glücklicherweise war da noch die gesalbte Elite eines Amerikas, das noch wusste, dass globales Denken nicht bereits schon in der Startopause endet.
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So entschied sich die NASA das Konzentrat aller menschlicher Geniestreiche der vergangenen dreitausend Jahre in Form einer goldenen Scheibe ins All zu katapultieren. Genau, eine goldene Scheibe. Die Voyager Golden Records, die anhand von 115 auserlesenen Bildern und 27 unvergleichbaren Musikstücken die Skills der Menschheit und ihre Dopeness beweisen sollte.
Auf den ganzen zwei Exemplaren, die ziellos irgendwohin in die Tiefen des Alls katapultiert worden sind, hat sich der kleine Lausbube Jimmy Carter höchstpersönlich erlaubt, ein Statement über dreieinhalb Milliarden Jahre Evolution abzugeben: “This is a present from a small, distant world, a token of our sounds, our science, our images, our music, our thoughts and our feelings. We are attempting to survive our time so we may live into yours.”
Natürlich. Ein wenig intergalaktisches Penismessen und die interstellaren Zwitterwesen lechzen nach menschlicher Kuschelromantik. Idioten. Was für eine Art von extraterritorialen Wesen sollte davon etwa beeindruckt werden? Als ob Ausserirdische polymorphe Jacko Klone in fliegenden Untertassen wären, die nichts Besseres zu tun haben als massenweise Randständige an glühende Katheter anzuschliessen.
Heiliger Jesus, selbst wir würden anhand dieser Informationen entweder dazu aufrufen, den verdammten Himmelskörper niederzubomben oder sicherzustellen dass wir unter keinen Umständen nur einen Fuss in die Nähe dieser Drittweltausgabe von Sonnensystem setzen müssen. Vermutlich haben uns sämtliche intergalaktischen Reiseveranstalter bereits aus ihrem Register gestrichen.
Aber was ist mit uns? Die einzige Art und Weise wie sich unsere Spezies im Normalfall mit dem All beschäftigt ist diejenige, ein paar Kitschige Aufnahmen davon zu schiessen damit ein weiterer »Spacekalender« in unserer Küche hängen kann. Spätestens seit wir Strom haben, sorgen wir unentwegt dafür, dass der Planet ausreichend mit Plastikmüll und Elektroschrott, Barbiepuppen oder Haifisch Splatterfilmen überschwemmt wird. Und alle anderen Spezies da draussen tun so, als gäbe es uns gar nicht. Als wären wir nur ein Fliegenschiss auf der Frontscheibe ihres Raumkreuzers, ein Mückenfurz im interstellaren Sonnenwind. Wie asozial, wie arrogant. Schweine. Und schuld daran ist die NASA. Also wird es höchste Zeit das missratene Image der Erde ein wenig aufzuwerten.
Deshalb haben wir uns entschieden unsere eigen Sonde ins All zu schiessen. Also präsentieren wir euch, geschätzte Aliens: Das Portfolio der Erde, die Mappe der Menschheit. Egal welche abgefahrene Fantasien ihr hegt, was für unausgesprochene Sauereien ihr anstellen wollt, bei uns kriegt ihr all das und noch viel mehr auf DVD. Es mag ja sein, dass Ihr die Überlichtgeschwindigkeit geknackt, schwarze Löcher für die Abfallentsorgung installiert oder das Zeitreisen erfunden habt. Wir haben zerlaufende Uhren gemalt, LSD erfunden, das Komasaufen eventtauglich gemacht, die Einhörner ausgerottet, die Titanic versenkt, die Emos überlebt und bei uns gibt es Typen wie diese, die eurer Alienkultur mächtig in den Arsch treten würden, falls ihr mal auf die Idee kommen solltet mit euren Laserkanonen blöd aufzumucken.
So, damit Du Deine Menschlichkeit auch gebührend feiern kannst, planen wir dein Wochenende.
Donnerstag:
Gehen wir in die Zukunft ans Dosci mit Constatin Wittgenstein und Manu Hendry (Soju Bar Berlin)
Freitag:
Feiern die Hula Honeys ihr 5tes Jubiläum mit zwei satten Releases im Stall6.
Samstag:
Gehen wir mal wieder in die Provinz. Genauer; in die Schüür in Luzern um mal wieder so richtig guten Rap zu hören: Vinnie Paz (Jedi Mind Tricks), Ill Bill (Non Phixion), OC und AG (D.I.T.C) treten da auf. Grossartig.
Wer in der Stadt bleibt, ist auch Slick
Sonntag und Montag:
Bleiben wir daheim, es schneit ja schliesslich ohne Ende. Gib dir vielleicht mal Party Down, falls du das noch nicht gesehen hast.
Dienstag:
Gehen wir an die Premiere eines ziemlich innovativen Buches an dem zwei unserer Redakteure mitgeschrieben haben, im Kaufleuten.
Natürlich musst du wieder viel laufen und gehst an ein Rap Konzert, da brauchst du dringend Sneakers, am besten suchst du dir HIER welche aus, wir verlosen ein Paar. Einfach ein Mail mit Betreff: „Brandlover“, Grösse und Adresse an: info@viceland.ch
Dasselbe gilt selbstverständlich für die ganzen Veranstaltungen, wenn du Tickets möchtest einfach melden mit Betreff: „Greatest Species Ever“ und deinem Input für die Repräsentation der Menschheit im All an: info@viceland.ch. Wir verlosen je 2×2 Tickets.
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